Kristina Vogel im Interview vor UCI TCL in Berlin: "Ein besseres Feld findest du bei keinem anderen Wettkampf"
Am Samstag gastiert die Bahnrad-Elite im Berliner Velodrom. Botschafterin Kristina Vogel zeigt sich mit Blick auf das Event vor der eigenen Haustüre voller Vorfreude. Im exklusiven Interview mit Eurosport lässt sie den vergangenen Wettkampf auf Mallorca Revue passieren - zudem erklärt sie die Faszination der UCI Track Champions League und verrät ihre Favoriten für Berlin.
"An Erfolge in Berlin anknüpfen": Grabosch und Vogel im Gespräch
Quelle: Eurosport
In der vergangenen Woche feierte die UCI Track Champions League auf Mallorca den Auftakt in die zweite Saison, am Samstag öffnet das Berliner Velodrom seine Pforten für die Bahnrad-Elite (ab 18:30 Uhr live im Free-TV auf Eurosport 1 und bei discovery+).
Kristina Vogel blickt voller Vorfreude auf das Event in der deutschen Hauptstadt. Im Interview mit Eurosport spricht die Bahnrad-Ikone über die Besonderheiten der UCI Track Champions League sowie die Eigenheiten der Berliner Bahn.
Außerdem verrät sie ihre Favoriten und ordnet die Chancen der deutschen Fahrer:innen ein.
Das Interview führte Fabian Kunze
Es war ein toller Auftakt auf Mallorca - wie haben Sie den Start in die neue Saison erlebt, wer/was hat Sie besonders beeindruckt?
Kristina Vogel: Die Unterstützung der spanischen Fahrer:innen hat mich sehr beeindruckt. Da hatten es die anderen schon sehr schwer. Gefühlt war ja die Hälfte des Publikums allein wegen Sebastián Mora da. Aber jeder, der da war hat diese große Intensität gespürt.
Das Feld ist noch hochklassiger als vergangenes Jahr, das haben die ersten Rennen auch gezeigt: Stars haben geglänzt, aber auch gepatzt. Wen sehen Sie als Favoriten nach den ersten Auftritten?
Vogel: Im Sprint der Männer sind Harrie Lavreysen und Matthew Richardson meine Favoriten. Wobei ich ein bisschen mehr auf Harrie tippen würde, auch wenn Matthew ihn da bis zum Schluss ärgern wird. Im Frauen-Sprint ist es total schwierig eine echte Favoritin auszumachen. Vorab hätte ich Lea Sophie Friedrich gesagt. Mittlerweile hat sich zu Lea auch noch Mathilde Gros gesellt. Da wird sich erst noch zeigen müssen, wer besser durch die Runden kommt.
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Quelle: Eurosport
Wie sieht es im Ausdauerbereich aus?
Vogel: Bei den Frauen führt in meinen Augen kaum ein Weg an Katie Archibald vorbei. Schwieriger ist es da bei den Männern. Da hatte ich eigentlich Sebastián Mora ganz oben auf meiner Liste, aber das scheint eine ganz enge Sache zu werden. Schauen wir mal.
Wie stehen die Chancen auf deutsche Siege in Berlin?
Vogel: Die Chancen auf deutsche Siege stehen nicht so schlecht. Lea Sophie Friedrich ist immer eine Kandidatin für den Sieg in Sprint oder Keirin. Und auch Stefan Bötticher hat im letzten Jahr bei der Track Champions League schon gezeigt, dass er Rennen gewinnen kann. Moritz Malcharek ist in Mallorca als Vierter ein richtig starkes Scratch-Rennen gefahren – das kann mit ein bisschen mehr Glück dann auch für ganz vorne reichen. Man sollte auf jeden Fall niemals Nie sagen.
Wie groß ist die Vorfreude, endlich wieder ein Bahnrad-Topevent in Berlin zu haben?
Vogel: Ich freue mich da mega drauf. Auch wenn das Reisen Spaß macht, ist es schön, so ein Event vor der eigenen Haustür zu haben. Berlin hat eine tolle Bahnradgeschichte. Bei der EM 2017 und der WM 2020 war eine unglaubliche Stimmung im Velodrom. Jetzt hoffe ich darauf, dass die Berliner auch diesem Event eine Chance geben, auch wenn es nicht um Medaillen geht und kein Sechstagerennen ist.
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Druck oder Rückenwind? Bötticher über das Heimrennen in Berlin
Quelle: Eurosport
Worauf können sich die Fans besonders freuen?
Vogel: Die Zuschauer:innen erwartet Weltklassesport. Ein besseres Feld findest du bei keinem anderen Wettkampf auf der Bahn. Es sind so viele Weltmeister und Olympiasieger dabei, für die es sich lohnt, ein Ticket zu kaufen, um sie live erleben zu können. Mit der Lichtshow, die ich so noch nirgendwo gesehen habe, und der Musik hat man schon ein Stück Sechstagerennen-Stimmung mit einem Mini-Olympia als Wettkampf. Ich liebe das Format – das macht mega Spaß!
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Das Fahrerfeld der UCI Track Champions League 2022
Fotocredit: Imago
Was macht das Format bei der Track Champions League aus?
Vogel: Es ist punchy, short, total dynamisch und vor allem immer wieder überraschend. Bei vielen Großevents weiß man vorher schon, wer da gewinnen kann. Die Champions League ist unberechenbarer, weil es Schlag auf Schlag geht und es schon mal darauf ankommen kann, wer in der kurzen Zeit die bessere Regeneration hatte. Das hat sich in Palma schon gezeigt. Diese Überraschungseffekte wird es immer geben.
Welche persönlichen Erinnerungen haben Sie ans Velodrom in Berlin?
Vogel: Ich habe ein kleines Stück Velodrom bei mir zu Hause. Es macht immer Spaß da hinzufahren, weil es einfach das Zentrum des Berliner Bahnradsports ist. Und dann bin ich 2017 auf der Bahn dort zweimal Europameisterin geworden und habe mit Miriam (Welte, d. Red.) noch Silber geholt – die Erinnerungen sind also prima.
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Quelle: Eurosport
Jedes Velodrom hat ja seine Besonderheiten. Was macht die Bahn in Berlin aus?
Vogel: Die Bahn hat ein sehr schönes Holz und ist sehr schnell. Das macht die Geometrie mit der Steilheit und den engen Kurven. Das ist im Zusammenspiel nicht so leicht zu fahren. Wenn man auf dieser Bahn schnell sein will, muss man schon ein bisschen Fahrrad fahren können. Dazu kommt die imposante Dachkonstruktion der Halle, die einen beim Betreten der Arena schon ein wenig ehrfürchtig werden lässt.
Wie viel Prozent mehr Leistung kann es ausmachen, wenn man weiß, dass die Fans hinter dir stehen?
Vogel: Klar, das macht keine 20 Prozent aus, aber die letzten Pünktchen kann das schon herauskitzeln. Im Bahnradsport geht es ja um Tausendstel, da entscheiden Zentimeter über Sieg und Niederlage. Wenn du da eine Fanbase hast, die hinter dir steht und dir zujubelt, verursacht das nicht nur Gänsehaut, sondern kann auch das entscheidende Zehntel ausmachen.
Neben den fünf Deutschen: Wer hat das Zeug zum Publikumsliebling in Berlin?
Vogel: Puh, das ist gar nicht so leicht. Bei der WM hat Taky Marie-Divine Kouamé so eine krasse Stimmung gemacht – da können wir uns schon auf die Runde in Paris freuen. Wäre eigentlich cool, wenn die Zuschauer ihre Lieblingsfahrerin und ihren Lieblingsfahrer über die App wählen könnten. Vielleicht sollte ich das mal fürs nächste Jahr vorschlagen. (lacht)
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Quelle: Eurosport
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