Der eine Erbe überragte, der andere flog raus und Dirk Nowitzki haute sauer in die Tasten. Der Platzverweis von Kristaps Porzingis, seinem Nachfolger bei den Dallas Mavericks, im ersten NBA-Play-off-Spiel der Texaner seit gefühlter Ewigkeit war zu viel für Nowitzki. "Die Hinausstellung ist echt schwach", twitterte Deutschlands empörter Basketball-Superstar. Spiel eins ging folglich zum Start der Meisterrunde verloren, auch wenn Spielmacher Luka Doncic einmal mehr glänzte.

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12/08/2020 AM 22:42

Die 42 Punkte beim 110:118 gegen die favorisierten Los Angeles Clippers, mehr warf ein Play-off-Debütant nie, interessierten den Star des Abends nach dem Spiel kaum noch. Wie Nowitzki war er erzürnt über die angebliche Ungerechtigkeit, die seinem Zielspieler Porzingis im dritten Viertel zuteil geworden war. "KP hat mir den Rücken freigehalten. Nicht nur ich, sondern das ganze Team weiß das zu schätzen", sagte Doncic: "Ich glaube nicht, dass es fair war, ihn dafür rauszuwerfen. Vor allem in den Play-offs."

Auch LeBron James regt sich über die Entscheidung gegen Porzingis auf

Doch was war passiert? Zwei technische Fouls resultieren im automatischen Ausschluss und jene handelte sich der Lette ein. Einmal für eine Beschwerde über eine Schiedsrichter-Entscheidung, einmal wegen einer Rangelei mit Clippers-Profi Marcus Morris - beide Aktionen hätten sich auch anders auslegen lassen.

Neben Nowitzki echauffierte sich unter anderem auch LeBron James auf Social Media. "Was für ein Schwindel. Komm schon, Mann", schrieb der Star der Los Angeles Lakers erbost. Ganz unvoreingenommen ist James sicher nicht: Die Clippers gelten als größter Titel-Rivale der Lakers im Westen.

Paul George über Doncic: "Er ist die Zukunft"

Vergleichbaren Status müssen sich die Mavericks erst wieder verdienen. Drei Jahre verpassten sie zuletzt nacheinander die Play-offs, die Erinnerung an den Titelgewinn 2011 mit einem überragenden Nowitzki half lange über den Schmerz hinweg. Mit Doncic besitzt das Team nun aber womöglich den dominierenden Spieler der kommenden Jahre. Nach der Niederlage gegen die Clippers prophezeite LA-Star Paul George: "Er ist die Zukunft."

Und wahrscheinlich stimmt das auch - gerade weil Doncic Statistiken und Karrierebestleistungen kalt lassen. Statt sich über die 42 Zähler, neun Assists und sieben Rebounds gegen LA zu freuen, geißelte sich der Slowene selbst, weil er dem Gegner den Ball elfmal unfreiwillig überließ.

Doncic unzufrieden über Ballverluste: "Habe schrecklich gespielt"

"Ich habe schrecklich gespielt", lautete das harte Urteil: "Elf Ballverluste, so viele hatte ich noch nie. Mir geht es nur ums Gewinnen." Die nächste Chance dazu bietet sich in der Nacht zum Donnerstag (3:00 Uhr) im zweiten Duell mit den Clippers.

Der Hype um Doncic ist derweil nicht neu, er spielt ja schon seit 2018 in der NBA. In der vergangenen Saison noch an der Seite vom anschließend zurückgetretenen Nowitzki. Jüngst blickte der 42-Jährige im Interview mit der "New York Times" noch einmal auf diese Zeit zurück. Eigentlich, so sagte er, habe er geglaubt, dass Doncic mehr Zeit zur Eingewöhnung in der NBA brauchen würde, "aber er hatte null Probleme", so Nowitzki. Und nun ist er eine der größten Attraktionen der Liga.

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