Biathlon Annecy-Le Grand Bornand - Johannes Thingnes Bö, Dale und Co. schimpfen über Eis-Strecke: "Wie Super-G"
Sportlich lief es für die Norweger mit einem Dreifachsieg in der Verfolgung von Annecy-Le Grand Bornand hervorragend, dennoch sorgte die Austragung des Rennens im Nachhinein für heftige Kritik durch die Stars. Grund dafür waren die sehr eisigen Bedingungen, unter denen besonders Johannes Thingnes Bö litt. "Es war ein Desaster", sagte der Saison-Dominator beim norwegischen Rundfunk "NRK".
Ungewohnte Bilder: Bö mit großen Problemen auf eisiger Strecke
Quelle: Eurosport
Johannes Thingnes Bö ging nach seinem Sieg im Sprint am Donnerstag als Erster in die Verfolgung über 12,5 Kilometer. Doch bereits früh wurde sichtbar, dass er auf seinen Skiern mit den sehr eisigen Bedingungen nicht zurechtkam. Der laufstarke Norweger verlor in jeder Runde ungewöhnlich viel Zeit auf seine Konkurrenten.
In der Schlussrunde strauchelte er an einer Stelle so sehr, dass er nur mit Mühe einen Sturz verhindern konnte. "Es erstreckte sich über die gesamte Strecke, bei allen Schüben. Wenn ich stehen blieb, kam ich nicht mehr vorwärts. Es war wirklich ein Desaster", erklärte Bö bei "NRK". Bö weiter: "Es war eine Art organisatorischer Skandal, weil sie den Verlauf komplett verpasst haben."
Trotz dieser Probleme lief Bö auch dank eines starken vierten Schießens noch auf Rang drei. Nach dem letzten Schießen hatte der fünfmalige Olympiasieger das Stadion gar als Zweiter verlassen, doch bereits auf den ersten 700 Metern der letzten Runde verlor er zehn Sekunden auf Landsmann Vetle Sjaastad Christiansen, den er anschließend einfach ziehen lassen musste.
Bereits vor dem Rennen gab es über den harten Zustand der Strecke Diskussionen. Die IBU entschied sich daher, den Rennstart um 15 Minuten nach hinten zu legen und die Strecke um 250 Meter zu kürzen. Viel brachte dies aber nicht. Insbesondere Athleten mit der Skimarke "Fischer" hatten bei den Bedingungen kaum eine Chance. So verlor Bö letztlich über zwei Minuten auf den schnellsten Läufer des Tages.
Dale schimpft: "Parodie eines Rennens"
Auch Bös Landsmann und Markenkollege Johannes Dale war am Samstag chancenlos. Der 25-Jährige schimpfte nach seinem 16. Platz: "Das ist eine Parodie eines Rennen. Ich komme ins Stadion und es ist eiskalt. Ich habe das Gefühl, dass wir den Super-G in Gröden fahren werden. Es ist absolut schrecklich."
Auch bei Sieger Sturla Holm Lägreid stieß die Art der Streckenpräparierung sauer auf: "Ich war ehrlich gesagt geschockt, dass die Piste nicht gespurt hatten, denn vor dem Start war es extrem eisig." Nach mehreren zweiten Plätzen zuletzt hinter Johannes Thingnes Bö jubelte der 25-Jährige im Ziel ausgelassen über seinen ersten Saisonsieg.
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Norwegisches Festival: Lägreid triumphiert in der Verfolgung
Quelle: Eurosport
Anschließend gab er jedoch zu, dass die Umstände die Freude etwas trüben. "So möchte man natürlich nicht unbedingt gewinnen. Es ist ein bisschen langweilig, wenn man gewinnt, weil bei der Konkurrenz die Ausrüstung nicht gepasst hat. Man würde lieber siegen, weil man der Beste ist", erklärte Lägreid.
"Es ist ein bisschen unangenehm, aber ich war die ganze Saison über ziemlich nah dran, daher habe ich nicht das Gefühl, ein unverdienter Sieger zu sein", ergänzte er.
Renndirektor: "Haben alles getan, was wir konnten"
IBU-Renndirektor Borut Nunar gestand dem "NRK": "Es ist eines der schwierigsten Rennen." Zugleich nahm er die Organisatoren aber angesichts des wechselhaften Wetters in Schutz. "Aufgrund der Bedingungen mit zwei Tagen Regen wird es dann eisig. Es ist schwierig, aber wir tun unser Bestes. Wir haben alles getan, was wir konnten. Aber es war nur Eis", erklärte Nunar.
Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen nannte die Vorgehensweise der IBU bei der Streckenpräparierung dagegen "dumm" und "lausig". "Sie haben die Strecke zu früh in der Nacht gemacht, und dann wird sie steinhart. Sie hätten es heute Morgen machen sollen", kritisierte der 95-malige Weltcupsieger, der inzwischen als Experte für den norwegischen Sender "TV2" aktiv ist.
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Showdown beim letzten Schießen: Christiansen patzt, Bö phänomenal
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