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Erik Lesser will in Antholz "die Bälle flach halten"
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Publiziert 21/01/2016 um 11:50 GMT+1 Uhr
Großspurige Siegesfeiern sind nichts für Erik Lesser. "Mir hat es immer sehr gut geholfen, dass ich mich nie auf etwas ausruhe", sagt der Doppel-Weltmeister. Und so trainierte der Biathlet nach seinem überraschenden Massenstart-Sieg in Ruhpolding einfach normal weiter. Ohne Party, ohne Höhenflug - dafür mit Fokus auf dem Sprint am Freitag (14.30 Uhr live bei Eurosport1) im italienischen Antholz.
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Fotocredit: Eurosport
"Ich will in Antholz wieder saubere Wettkämpfe machen", sagt der 27-jährige Thüringer. Am Sonntag war ihm das ohne Schießfehler erstmals in diesem Winter gelungen. In zwölf Rennen hatte er es zuvor verpasst, die Norm für die WM in Oslo/Norwegen (3. bis 13. März) zu erfüllen. Doch mit einem Schlag beendete er alle Diskussionen um seine angeblich schwache Form.
"Hebe nicht gerne ab"
Doch schon in Antholz könnte dieser Erfolg nichts mehr wert sein, meint er: "Wenn der Lesser im nächsten Rennen liegend nicht mehr trifft, dann war meine Freude doch völlig umsonst." Angst vor dem Scheitern habe er zwar nicht, doch er kennt die Mechanismen der Branche zu gut. "Ich hebe nicht gerne ab, ich konzentriere mich lieber immer auf die nächsten Rennen", sagt der gebürtige Suhler.
Diese Einstellung hat ihn weit gebracht. Auch wenn er überhaupt erst zwei Einzelrennen in seiner Karriere gewonnen hat, so hat Lesser so viele wichtige Medaillen zu Hause wie kein anderer aktiver deutscher Skijäger. Jeweils WM-Gold in Verfolgung und mit der Staffel, dazu Silber im Olympia-Einzel von Sotschi und eine weitere WM-Bronzemedaille mit der Staffel beweisen sein Durchsetzungsvermögen.
"Das Highlight letztes Jahr mit zwei Goldmedaillen kann fast nichts toppen", sagt Lesser. Dass er in Finnland gleich zwei WM-Titel abräumte, hat er lange nicht realisiert: "Ich habe einige Wochen gebraucht, um das alles zu verarbeiten." Seine Erfolge haben ihn plötzlich ins Rampenlicht katapultiert, die Fragen nach der "kack WM-Norm" (O-Ton Lesser) haben den Frankenhainer in den vergangenen Wochen deswegen mächtig genervt.
Zur Konstanz zurückkehren
Auch vor dem Weltcup in Antholz braucht es nur eine Frage, um Lesser ordentlich zu reizen. "Wenn du mich auf 180 bringen willst, dann musst du mir jetzt sagen, dass ich in Antholz zu den Favoriten im Sprint zählen würde", antwortete er nach seinem Sieg in Ruhpolding auf die Frage eines Journalisten.
Selbst sieht er sich nicht in dieser Position, will "lieber weiter die Bälle flach halten". Bis zur WM soll die Konstanz zurückkehren, einzelne Resultate will er dabei aber weiterhin nicht überbewerten. "Vielleicht ist es eine Stärke, dass ich mir nicht so einen Kopf darüber mache, was alles sein könnte. Ich zermartere mir nicht den Kopf und kann dann nicht schlafen", sagt Lesser. Bisher ist er damit sehr gut gefahren.
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