Arnd Peiffer über nachträgliches Olympia-Gold von 2014 mit deutscher Staffel: "Wird einem eine Menge genommen"

Das nachträgliche Olympia-Gold für die deutsche Biathlon-Staffel von 2014 hat für Arnd Peiffer einen bitteren Beigeschmack. "Ein bisschen nervt es schon, wobei man nicht ohne etwas dasteht, wenn man Silber Zuhause hat. Es ist schon so, dass einem der Olympiasieg in der Staffel rein emotional genommen wurde", gestand er im Interview mit "Sport.de" mit Blick auf die späte Entscheidung.

Die deutsche BIathlon-Staffel von 2014: Erik Lesser, Daniel Boehm, Arnd Pfeiffer, Simon Schempp (v. l. n. r.)

Fotocredit: Getty Images

Grundlage für den späten Erfolg war der Beschluss eines Schweizer Schiedsgericht zum Einspruch des russischen Biathleten Evgeny Ustyugov gegen seine Dopingsperre. Infolge dieser Entscheidung wird die russische Staffel disqualifiziert – und die deutsche Mannschaft rückt nachträglich vom zweiten auf den ersten Platz vor.
Wäre das deutsche Team 2014 in Sotschi direkt als Sieger gefeiert worden, hätte das laut Peiffer womöglich weitreichendere Folgen gehabt: "Vielleicht wären wir sogar zur Mannschaft des Jahres gewählt worden" und hielt fest: "Es wird einem schon eine Menge genommen."
Trotz allem sei die Siegerehrung in Sotschi für ihn eine positive Erinnerung geblieben – auch wenn dort nicht die deutsche, sondern die russische Nationalhymne gespielt wurde: "Immerhin durften wir überhaupt auf das Podest."

Pfeiffer mit positiven Erinnerungen an Staffel-Rennen

Besonders mitfühlend äußerte sich Peiffer über das norwegische Team, das ursprünglich Vierter geworden war: "Für die ist es wahrscheinlich am bittersten – sie haben keine Medaille bekommen und wurden nirgendwo dafür geehrt."
An das Staffelrennen in Sotschi erinnert sich Arnd Peiffer noch immer gerne. Im packenden Zielsprint musste sich der deutsche Schlussläufer Simon Schempp nur um 3,5 Sekunden dem Russen Anton Schipulin geschlagen geben.

Pfeiffer: "Fühlte sich nach Silber gewonnen an"

"Es fühlte sich damals schon sehr nach "Silber gewonnen" an – auch wenn es im Finish extrem eng zuging", blickt Peiffer auf das spannende Rennen zurück.
Besonders die Umstände rund um die Olympischen Spiele 2014 machten die Silbermedaille für das deutsche Quartett zu etwas Besonderem. "Vor der Männerstaffel hatten wir bei den Spielen eher durchwachsene Ergebnisse erzielt – abgesehen von Erik Lesser, der im Einzel schon Silber geholt hatte. Für die Staffel hatten wir uns deshalb besonders viel vorgenommen", erklärte Peiffer.

Goldmedaille bekommt keinen besonderen Platz

Die deutschen Athleten haben ihre Silbermedaillen bereits an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zurückgeschickt und warten nun auf die nachträglich zugesprochenen Goldmedaillen. Einen Ehrenplatz wird die neue Auszeichnung bei Arnd Peiffer allerdings nicht bekommen.
"Ich habe eine kleine Vitrine in meinem Fitnessraum im Keller – dort bewahre ich meine Medaillen auf. Die Goldmedaille wird einfach den Platz der Silbernen einnehmen", erklärte der Olympiasieger von 2018 nüchtern.
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Quelle: Eurosport



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