Biathlon-WM: Franziska Preuß gewinnt Gold - Johannes Thingnes Bö krönt sich zum Rekordweltmeister: Tops und Flops

Die Biathlon-WM 2025 in Lenzerheide war für das DSV-Team von Höhen und Tiefen geprägt. Während die Gesamtweltcupführende Franziska Preuß dem Druck standhielt und Gold in der Verfolgung gewann, konnten die deutschen Biathlon-Herren nur als Team einen Erfolg feiern. Dominator Johannes Thingnes Bö krönte sich bei seiner letzten WM mit seiner insgesamt zwölften Goldmedaille zum Rekordweltmeister.

"Schritt nach vorne": Sportdirektor Bitterling lobt DSV-Abschneiden

Quelle: Eurosport

Die deutschen Biathletinnen und Biathleten haben zwei anstrengende Wochen bei der Biathlon-WM in Lenzerheide hinter sich. Während Franziska Preuß einen weiteren Medaillensatz mit nach Hause nehmen kann, taten sich die DSV-Herren schwer.
Frankreich dominierten den Medaillenspiegel als Team. Daran konnte auch Rekordweltmeister Johannes Thingnes Bö bei seiner letzten Weltmeisterschaft nichts ändern.
Julia Simon wurde mit viermal Gold zur Königin der WM, drei von vier Staffel-Goldmedaillen gingen an Frankreich.
Nach zwölf Medaillenentscheidungen ging die WM der Biathleten in der Lenzerheide am Sonntag zu Ende. Der Sport-Informations-Dienst blickt auf die Tops und Flops der Wettkämpfe in der Roland Arena zurück.

Tops der Biathlon-WM: Bö-Minator und Gold-Preuß

  • Medaillengarantin Preuß
Der Druck einer ganzen Biathlon-Nation lastete auf ihren Schultern - und die Gesamtweltcupführende hielt beeindruckend stand.
Es waren magische Tage für die so oft von gesundheitlichen Problemen zurückgeworfene Franziska Preuß. Schon nach drei Rennen hatte die 30-Jährige dank einer Gala im Verfolger ihren eigenen Medaillensatz und legte im Single Mixed gar noch einmal Bronze nach.
  • Wachablösung
Nachdem die Franzosen bereits bei der WM im Vorjahr knapp Platz eins im Medaillenspiegel erobert hatten, manifestierten sie den Status als führende Biathlon-Nation in beeindruckender Manier.
An diese Breite in der absoluten Spitze kommen selbst die Norweger nicht mehr heran. Julia Simon wurde mit viermal Gold zur Königin der WM, drei von vier Staffel-Goldmedaillen gingen an Frankreich.
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Highlights: So gelang Preuß der historische Gold-Coup

Quelle: Eurosport

Bö krönt sich zum Rekordweltmeister

  • Unersättlicher Bö-Minator
Johannes Thingnes Bö sammelte noch ein letztes Mal Titel und Rekorde. Schon mit seinem ersten Einzelstart im Sprint stieg er zum alleinigen Rekordweltmeister auf und löste Ikone Ole Einar Björndalen ab.
Bei der Zahl der Einzel-Goldmedaillen (12 zu 11) zog Bö ebenfalls vorbei, insgesamt geht er mit 23 WM-Goldmedaillen in Rente. Ohne ihn wird es Norwegen im Vergleich mit Frankreich noch schwerer haben.
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"Die geilsten 20,8 Sekunden!" Bö mit sensationeller Schießeinlage

Quelle: Eurosport

  • Neue Mixed-Qualitäten
Die gemischten Staffeln waren über Jahre nicht gerade eine deutsche Paradedisziplin, eher sogar eine Art Hass-Liebe.
Doch nun scheint der Bann gebrochen. In der "großen" Mixed-Staffel gab es mit Bronze erstmals seit 2019 wieder einen Traumstart, im Single Mixed holten Preuß und Justus Strelow erneut mit Bronze erst die zweite deutsche Medaille überhaupt in diesem Wettbewerb.
  • Auftrumpfende Außenseiter
Da staunte die Biathlon-Elite nicht schlecht, als ihr ein für die USA startender Neuseeländer mit Vokuhila in Sprint und Verfolgung jeweils eine Medaille wegschnappte.
Nie zuvor auf einem Weltcuppodest, stürmte Campbell Wright innerhalb von 24 Stunden zweimal auf Platz zwei hinter Bö. Damit holte erstmals ein auf der Südhalbkugel geborener Biathlet eine WM-Medaille.

Die Flops: Deutsche Biathlon-Herren im Formtief

  • DSV-Herren nur als Team stark
Emotional beendeten die DSV-Biathleten die WM dank der Staffelmedaille auf einem Hoch. Doch gänzlich kaschieren konnte dieser dritte Platz die Probleme nicht.
Die deutschen Männer schwächelten in den Einzel-Wettbewerben. Nur selten bringen sie gute Laufleistungen und starke Schießergebnisse zusammen. Der Rückstand auf die absolute Elite ist ein Jahr vor Olympia groß, es gibt Aufholbedarf.
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Männer-Staffel schnappt sich Bronze: "Das werden wir feiern"

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  • Glücklose Gastgeber
Die Sehnsucht nach dieser historisch ersten WM-Medaille war groß, doch das Warten geht weiter. Gleich mehrfach schnupperten die Schweizer auf ihrer Heimstrecke am Podest, doch zu mehr als Platz vier und fünf von Lena Häcki-Groß sowie einem fünften Rang von Niklas Hartweg sollte es nicht reichen, der Frauen-Staffel versagten die Nerven. Der Weg zu einer Topnation im Biathlon ist noch weit.

Klimawandel und Stimmungstief in Lenzerheide

  • Spürbarer Klimawandel
Jetzt findet die WM schon mitten in der Wintersaison auf 1400 Höhenmetern statt - und dennoch herrschen an sieben von neun Renntagen Plusgrade. Die Sportler mussten sich gleich mehrfach durch extrem tiefes und weiches Geläuf wühlen.
Wie soll das beispielsweise dann erst im 800 Meter hoch gelegenen Oberhof werden, wo künftig erst Ende Februar oder Anfang März der Weltcup gelaufen wird?
  • Zwischenzeitliches Stimmungstief vor Traumkulisse
So sehr sich die Gastgeber vor malerischem Bergpanorama mühten, die klassische Biathlon-Party wie noch im Vorjahr in Nove Mesto war es mit insgesamt 85.200 Zuschauern nicht in der Roland Arena.
Unter der Woche blieb stets die halbe Tribüne leer, auch an der Strecke mussten die Fans vor malerischem Bergpanorama keineswegs um ihre Plätze kämpfen. Wirklich Stimmung kam nur an den Wochenenden auf.
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Die Letzte trägt die Fahne: Emotionaler Moment der Öberg-Schwestern

Quelle: Eurosport

Schweden erwischen enttäuschende WM

  • Schwächelnde Schweden
Die hochgehandelten schwedischen Männer erlebten in der Lenzerheide eine schwere Zeit. Sebastian Samuelsson, Martin Ponsiluoma und Co. vergaben gleich reihenweise Medaillenchancen am Schießstand, blieben komplett ohne Edelmetall.
Zu allem Überfluss vermasselten sie auch in den Mixed-Wettbewerben ihren deutlich erfolgreicheren weiblichen Teamkolleginnen die Tour.

Medaillenspiegel der Biathlon-WM

#LandGSB
1.FRA625
2.NOR432
3.SWE121
4.GER113
5.USA020
6.CZE010
6.ITA010
8.FIN001
(SID)
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Highlights: Norwegische Dominanz bei Bös WM-Abschied

Quelle: Eurosport


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