Lenzerheide: Selina Grotian exklusiv vor WM-Start: Stimmung im deutschen Team ist "viel besser als letztes Jahr"

Selina Grotian ist die Senkrechtstarterin im deutschen Biathlon-Team. Folgerichtig tritt die 20-Jährige zur Eröffnung der WM 2025 in Lenzerheide in der Mixed-Staffel mit Franziska Preuß, Philipp Nawrath und Justus Strelow an. Im Vorfeld der Weltmeisterschaft traf Eurosport die junge Garmisch-Partenkirchenerin für ein exklusives Gespräch über Ziele, ihr Vorbild und den Kindheitstraum von Olympia.

"Das ist Stehendschießen": Grotian überzeugt am Schießstand

Quelle: Eurosport

Dabei gab die Gewinnerin des Massenstarts in Le Grand-Bornand Einblicke in die Stimmung in der Frauen-Mannschaft des Deutschen Ski-Verbandes (DSV).
"Es ist eine sehr entspannte Atmosphäre", verriet die fünfmalige Junioren-Weltmeisterin: "Diese Saison ist es viel besser als letztes Jahr. Damals hatten alle das Gefühl, gute Ergebnisse für das Team erzielen zu müssen."
Durch die starken Ergebnisse der Gesamtweltcupführenden Franziska Preuß habe das gesamte Aufgebot weniger Druck, für Erfolge sorgen zu müssen und könne befreiter an die Wettkämpfe herangehen.
Der Rücktritt der langjährigen Erfolgarantin Denise Herrmann-Wick 2023 hatte den vergangenen Winter der DSV-Frauen stark geprägt. Zwar hatten Preuß und Vanessa Voigt immer wieder für positive Resultate gesorgt, doch das Duo wurde immer wieder durch Infekte zurückgeworfen.
Nun läuft es aber erfreulicher: Ihre eigene Saison sei bisher "besser als erwartet", freute sich Grotian. Auch wenn sie beim Auftakt in Kontionlahti, als sie im Sprint 48. und im verkürzten Einzel nur 50. wurde, "nicht den besten Start" erwischt habe, sei ihr danach eine gute Reaktion gelungen, die mit dem Massenstart-Sieg im direkten Duell gegen Preuß gekrönt wurde.
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Deutscher Doppelsieg in Frankreich - Grotian feiert Premiere

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Grotian: Olympia-Teilnahme als Kindheitstraum

Die Aussicht auf eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo treibt das Top-Talent besonders an: "Es ist verrückt. Ich bin erst 20 Jahre alt und kann nächstes Jahr vielleicht bei Olympia antreten – das wäre die Erfüllung eines Kindheitstraums."
Ihr älterer Bruder Tim, der 2019 immerhin die Gesamtwertung des IBU-Junioren-Cups gewann, sei eine Inspiration für sie gewesen, so Grotian.
Der mittlerweile 27-Jährige "war immer sehr perfektionistisch - anders als ich, weil ich eher ruhig und entspannt bin. Ich habe nie so viel geträumt, sondern habe ihn nachgemacht, ohne zu viel darüber nachzudenken. Einfach nur, weil ich dachte, dass es so richtig wäre. Und jetzt kann ich ein Stück weit seinen Traum leben", sagte Grotian mit Blick auf ihren sieben Jahre älteren Bruder, der inzwischen seine Karriere beendet hat.
Ein weiteres Vorbild für sie sei der Norweger Johannes Thingnes Bö. Dessen Rücktrittsankündigung Mitte Januar beim Weltcup in Ruhpolding habe sie völlig unerwartet getroffen, berichtete die Gewinnerin von Staffel-Bronze bei der vergangenen WM in Nove Mesto.
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Grotian vor Mixed-Staffel: "Hoffe auf schnelle Bedingungen"

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Grotian über bö-Rücktritt: "Sorgen gemacht"

"Sophia Schneider kam ins Zimmer. Wir standen beide unter Schock, auch weil wir dachten, dass er sofort aufhört. Deswegen haben wir uns Sorgen gemacht, dass er so abrupt zurücktritt", so Grotian.
Zudem erinnerte sie sich an eine Anekdote von ihrem ersten Weltcup-Start in Oslo 2023, nachdem sie bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Kasachstan vier Goldmedaillen abgeräumt hatte. Damals sei Bö "auf mich zugegangen und hat mit mir gesprochen", erzählte die Bayerin.
"Das war ein wirklich unglaublicher Moment für mich, dass ein Athlet wie er zu mir kommt und mit mir redet. Das war ein wirklich besonderer Moment für mich", schwärmte die derzeit Siebtplatzierte im Gesamtweltcup: "Er ist ein Vorbild für uns alle."
In Lenzerheide geht Grotian zum zweiten Mal bei einer Weltmeisterschaft im Erwachsenenbereich an den Start. Die Wettkämpfe in der Schweiz werden live bei Eurosport und discovery+ gezeigt und beginnen am Mittwoch, 12. Februar, mit der Mixed-Staffel, bevor zwei Tage später mit dem Frauen-Sprint das erste Einzelrennen ansteht.
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Wierer im Eurosport-Interview: "Manchmal rutscht auch ein Schimpfwort raus"

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