Biathlon-WM 2025 - Michael Rösch exklusiv über die Bö-Brüder: "Johannes Thingnes Bö ist für mich der GOAT"
Publiziert 11/02/2025 um 12:27 GMT+1 Uhr
Am Mittwoch beginnt in der Lenzerheide die Biathlon-WM. Neben dem Kampf um die Medaillen haben die Titelkämpfe noch ein besonderes Ereignis zu bieten: Die Brüder Johannes Thingnes und Tarjei Bö bestreiten in der Schweiz ihre letzte Weltmeisterschaft. Eurosport-Experte Michael Rösch bezeichnet das als das Ende einer Ära, die den größten Biathleten aller Zeiten hervorgebracht hat.
Große Emotionen: Tränen auf dem Podium bei Bö & Co.
Quelle: Eurosport
"Johannes Thingnes Bö ist für mich der GOAT im Biathlon, der Größte, den wir in diesem Sport je hatten. Seine Rekorde und Leistungen schätze ich persönlich noch höher ein als zum Beispiel jene von Martin Fourcade oder Ole Einar Björndalen", zog der ehemalige Biathlet im Exklusiv-Interview mit Eurosport einen Vergleich zu den Legenden aus Frankreich und Norwegen.
20 WM-Titel, 5 olympische Goldmedaillen und fünf Gesamtweltcupsiege hat der Norweger in seiner Karriere bisher gesammelt. Nun soll nach dieser Saison Schluss sein.
Für Rösch endet damit eine Ära, die in der Geschichte des Biathlonsports seinesgleichen sucht. "Der Abschied zum Saisonende ist wirklich schade, da endet eine Ära. Johannes und sein Bruder haben den Biathlon-Sport geprägt und vorangetrieben", sagte Rösch mit viel Wehmut.
Dabei bleibt ihm vor allem die Menschlichkeit der beiden Top-Biathleten in Erinnerung. "Das sind total nette und bodenständige Jungs", erinnert sich Rösch an seine Begegnungen mit den beiden Norwegern und hat noch eine kleine Geschichte im Petto: "Wir hatten im vergangenen September den City-Biathlon in Dresden und ich selbst hatte auch ein kleines Event am Laufen. Johannes und Tarjei sind dann einfach an meinem Stand vorbeigekommen und haben mit mir gequatscht."
Rösch begeistert von Tarjei Bö
Doch nicht nur der jüngere Bruder hat Rösch mit seinen Leistung beeindruckt, auch der ältere Bruder Tarjei feierte herausragende Erfolge und kämpfte sich dabei vor allem im Herbst seiner Karriere noch mal eindruckvoll zurück.
"Johannes ist mit mehr Talent gesegnet als der ältere Bruder Tarjei - aber auch bei ihm kann man nur staunen. Er war schon 2011 Weltmeister, avancierte zum jüngsten Gesamtweltcupsieger - und 14 Jahre später überwindet er eine sportliche schwere Phase und gewinnt Ende Januar in Antholz einen Sprint-Weltcup. Das ist unglaublich", zeigte sich der Experte begeistert.
Besonders waren vor allem die Erfolge, die die Brüder gemeinsam auf dem Podium feiern konnten. 26 Mal standen die beiden gemeinsam auf dem Podium, viermal hat Tarjei gewonnen, 22 Mal Johannes.
Mit dem Ende der Saison wird der Biathlon-Sport zwei seiner größten Sportler verlieren.
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