Biathlon-WM 2025 - Michael Rösch: Darum war Single-Mixed-Bronze für Franziska Preuß und Justus Strelow voll verdient
Franziska Preuß setzt bei der Biathlon-WM 2025 ihre Erfolge fort: In der Single-Mixed-Staffel gewinnt die 30-Jährige mit Justus Strelow hinter Frankreich und Norwegen Bronze. Dass es "nur" Bronze war, lag weniger an den starken Deutschen als an der übermächtigen Konkurrenz, findet Eurosport-Experte Michael Rösch, der den DSV-Profis vor allem am Schießstand eine "Weltklasse"-Leistung attestierte.
Rösch nach Single-Mixed-Bronze: "Er rückt mir auf die Pelle!"
Quelle: Eurosport
Franziska Preuß war in der Single-Mixed-Staffel schneller auf Betriebstemperatur als es ihr lieb war. Die Norwegerin Ragnhild Femsteinevik habe schon auf den ersten Runden ein "geisteskrankes" Tempo vorgelegt, berichtete die Verfolgungsweltmeisterin im Ziel; das habe ihr schnell den Puls hochgetrieben und sie zu frühen zwei Nachladern im ersten Stehendschießen verleitet.
Auf den 6 plus 7,5 Kilometern kamen aber in den restlichen sechs Schießeinlagen nur noch zwei weitere hinzu. 8,3 Sekunden hinter Sieger Frankreich (Julia Simon/Quentin Fillon Maillet) und ganze 2,6 Sekunden hinter Norwegen (Ragnhild Femsteinevik/Johannes Thingnes Bö) holte sich Preuß mit Justus Strelow verdient Bronze ab - die vierte Medaille für den Deutschen Skiverband bei den Titelkämpfen in Lenzerheide (einmal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze) und damit bereits eine mehr als im Vorjahr in Nove Mesto (0/1/2).
"Es ist lange her, dass ich Teil der Single-Mixed-Staffel war. Ich bin sehr glücklich mit dem Rennen heute", meinte Preuß, die 2020 in Antholz schon mal Silber in dem Wettbewerb gewonnen hatte - damals mit Erik Lesser.
Für Eurosport-Experte Michael Rösch war Bronze mehr als verdient. "Das Single-Mixed-Format ist hart umkämpft. Es ist Wahnsinn, da eine Medaille zu holen", feierte Rösch die Deutschen.
Biathlon-WM: Auf Preuß ist Verlass
Edelmetall gesichert hatte sich das DSV-Duo durch die gute Schießleistung. "Nur vier Nachlader war absolut weltklasse. Sie haben die Medaille am Schießstand gewonnen", meinte der Staffel-Olympiasieger von 2006: "Damit konnten sie die Schwäche, die Justus in der Loipe hatte, kaschieren." Vor allem Preuß habe das "echt super gemacht".
"Am Schießstand hat sie mich sehr überzeugt", so Rösch: "Sie hat Justus jedes Mal in eine gute Position gebracht." Beim letzten Wechsel übergab sie sogar auf Platz eins.
Doch auch Strelow musste sich nicht grämen, obwohl Fillon Maillet und Bö noch vorbeizogen. "Auf der Schlussrunde kam Johannes noch vorbeigeschossen, da konnte ich nichts mehr entgegensetzen. Ich bin froh, dass es fürs Podium gereicht hat", sagte der 28-Jährige.
Strelow am Schießstand "unfassbar stark"
"Justus musste sich mit dem Who's Who des Biathlons herumschlagen, aber er hat sich wieder auf seine Stärke beim Schießen verlassen können", meinte der Eurosport-Experte: "Seine Schießzeiten, wie er damit auch andere unter Druck setzen kann, hin zum ersten Schuss vor allen Dingen - das ist so unfassbar stark."
Läuferisch habe Strelow zwar "gelitten, aber wenn du am Ende mit Bronze belohnt wirst, ist alles scheißegal". Zumal er sich hintenraus dem Rekordweltmeister erwehren musste, der trotz 15 (!) Nachladern für Norwegen beinahe noch zu Gold gesprintet wäre. "Mit einem Nachlader weniger hätte sich Bö Fillon Maillet noch holen können. Aber so ist das Spiel", meinte Rösch.
"Wir entwickeln uns langsam zur Single-Mixed-Nation, nachdem wir viele Jahre Probleme damit hatten", freute sich DSV-Sportdirektor Felix Bitterling im Gespräch mit Eurosport über Bronze: "Ein toller Tag, ich bin richtig happy für die ganze Mannschaft."
Preuß war damit nach Bronze in der Mixed-Staffel, Silber im Sprint und Gold in der Verfolgung auch für die vierte DSV-Medaille in Lenzerheide (mit-)verantwortlich.
Nur im Einzel (10.) lief es nicht ganz so gut. Strelow hatte schon zum Auftakt mit der Mixed-Staffel sein erstes WM-Edelmetall geholt. "Vor der WM war es das Ziel, eine Medaille zu gewinnen - jetzt ist es schon die zweite. Ich freue mich extrem darüber", sagte der 28-Jährige.
WM-Staffeln: So sollte der DSV aufstellen
Nach dem Ruhetag am Freitag geht es in Lenzerheide aufs große Finale zu: Am Samstag finden beide Staffeln statt (12:05 Uhr / 15:05 Uhr), am Sonntag die Massenstarts (13:45 Uhr / 16:05 Uhr - alles live bei Eurosport und discovery+).
Bei den Damen stellt sich die Staffel laut Rösch "mehr oder weniger von selbst auf". So würde der Eurosport-Experte auf Sophia Schneider, Selina Grotian, Julia Thannheimer und Franziska Preuß setzen, wobei Preuß die Schlussläuferin mimen sollte. "Hintendrauf brauchst du eine, die Nerven aus Stahl hat. Sie ist im Flow", sagt der 41-Jährige.
Wer läuft in der Herren-Staffel?
Europameisterin Johanna Puff sei "eine super Alternative, aber an der Laufzeit hapert es noch". Das sei aber durch den Substanzverlust aufgrund einer Erkrankung im Vorfeld der WM erklärbar.
Bei den Herren sei die große Frage, "wie gut sich Philipp Nawrath erholt hat".
Drei Positionen seien sonst klar. "Justus Strelow muss die Staffel an der Eins ins Rollen bringen. Dann haben wir Johannes Kühn, der einen sehr guten Einzel-Wettkampf gemacht hat. Philipp Horn muss ich positiv erwähnen, wie er sich nach einem schlechten Sprint herausgewunden hat", sagte Rösch. Die letzte Position hänge von Nawrath ab, der das Einzel angeschlagen auslassen musste.
Für die Staffel kommt er dennoch infrage. "Danilo Riethmüller würde ich rauslassen, wenn Nawrath fit ist. Aber auch David Zobel ist nach einem guten Einzel eine Option", sagte der 41-Jährige, der am Wochenende im Übrigen "zwei bis drei Medaillen" für den DSV für realistisch hält - "in beiden Staffeln und für Franzi Preuß im Massenstart".
Das könnte Dich auch interessieren: Goldsammler nur WM-Reservist: "Leben wird bedeutungslos"
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/02/20/4100197-83141593-2560-1440.jpg)
"Nicht überrundet": Grönland-Duo erreicht sein Ziel
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-ec453673-a7e8-4c9b-a566-6689a5fb6276-68-310-310.jpeg)