Biathlon-Asse Franziska Preuß, Justus Strelow und Vanessa Voigt äußern sich zur neuen Startgruppenregelung im Weltcup
Update 15/11/2024 um 12:44 GMT+1 Uhr
Die neue Startgruppenregel bleibt auch bei den deutschen Biathlon-Stars ein Gesprächsthema. Dass die besten Sportler und Sportlerinnen sich nicht mehr einen Platz in einer der Startgruppen aussuchen dürfen, kommt nicht bei allen gut an. "Aus rein sportlicher Sicht fand ich den Entschluss nicht gut, weil ich den Sinn dahinter nicht ganz verstehe", sagte Franziska Preuß gegenüber Eurosport.
Strelow exklusiv: "Müssen jetzt Verantwortung übernehmen"
Quelle: Eurosport
Als Sportlerin hoffe sie, "dass die Veranstalter und die IBU mit einer ordentlichen Warmlaufrunde, was seit jeher ein großes Diskussionsthema ist, die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen". Sollte das möglich sein, "ist es akzeptabel. Das sind jedoch Grundbedingungen, die stimmen müssen, damit das neue System durchgeführt werden kann."
Viele Kritiker sehen die möglichen ungleichen Wettkampfbedingungen als größtes Manko der neuen Regel. Die besten Athletinnen und Athleten gehen zukünftig zwischen Position 46 und 75 an den Start.
Auch Justus Strelow erkennt darin ein potenzielles Problem. Vor allem der Zustand der Strecke kann sich bei höheren Temperaturen deutlich verschlechtern. Dann werde es "sicherlich mehr Diskussionen geben".
Sollte es aber ein schöner Winter werden, "ist das Ganze kein Problem". Daher stehe er der neuen Regel anders als zu Beginn, als er noch "sehr kritisch" gewesen sei, offener gegenüber.
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Kämpferin Preuß: "Noch habe ich die Motivation nicht verloren"
Quelle: Eurosport
Voigt fordert Möglichkeit zum Einlaufen
Philipp Nawrath sieht die Neuerung ebenfalls nicht negativ. "Aufgrund der Tatsache, dass auch die anderen 15 besten Athleten um einen herum sind, ist die Veränderung möglicherweise gar nicht so gravierend, wie zunächst vermutet - wenn auch die Bedingungen nicht mehr die besten sind", so der 31-Jährige.
Aus Sicht der IBU mache die Änderung ebenfalls Sinn, "da es zusätzlich Spannung erzeugt, wenn jemand außerhalb der Topgruppe eine starke Performance abliefert, an der sich die Favoriten im Anschluss versuchen, zu orientieren".
Nawrath erwartet allerdings auch vernünftige Einlaufrunden, damit spätere Starter die Möglichkeit haben, sich auf Ski aufzuwärmen.
Als optimales Beispiel nannte Vanessa Voigt das Stadion in Östersund. Dort mache es Sinn, "diese Startgruppen-Regelung durchzuführen, weil es eine Warmlaufstrecke und damit Möglichkeiten gibt, diese Bestimmungen für die Top-Athleten umzusetzen. (...) Es muss fair gestaltet sein."
Neue Regel wird bei ersten Rennen getestet
Youngster Selina Grotian brachte zudem den Aspekt vor, dass man sich als Topathlet das Recht erarbeitet habe, einen Startplatz aussuchen zu dürfen.
"Wenn man letztendlich die schlechtesten Bedingungen bekommt, weiß ich nicht, ob das fair ist. Es ist auch nicht fair den Schlechten gegenüber. Es ist einfach schwierig, einen fairen Wettkampf zu gestalten", erklärte die 20-Jährige bei Eurosport.
Die neue Regel wird zunächst an den ersten vier Weltcupwochenenden getestet. Der Auftakt findet in Kontiolahti (ab 30. November live bei Eurosport und discovery+) statt. Die Rennen sollen durch die Anpassung bis zum Ende spannend und damit für TV und Sponsoren attraktiver werden.
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