Ärger über Biathlon-Startregel: Norwegischer Topstar sieht Verzweiflung beim Weltverband IBU als Grund für Reform
VonNiklas Bien
Update 14/11/2024 um 17:18 GMT+1 Uhr
Auch wenige Wochen vor dem Start der Weltcupsaison im finnischen Kontiolahti wird es nicht ruhig um die neue Startregel der International Biathlon Union (IBU). Geht es nach dem Weltverband, dürfen sich die TopStars ihre Startgruppe in Zukunft nicht mehr selber aussuchen. Der sechsfache Weltmeister Sturla Holm Lägreid glaubt allerdings, dass die Neuregelung in dieser Form kaum Bestand haben wird.
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Quelle: Eurosport
Durch die neue Regel dürfen die Top-Biathleten ihre Startgruppe nicht frei auswählen, was je nach Witterungsbedingungen ein entscheidender Vorteil sein kann. Stattdessen müssen die 15 Besten des Weltcups zwischen Position 46 und 75 ins Rennen gehen.
Aus Sicht der IBU soll das für mehr Spannung - gerade in den TV-Übertragungen - sorgen: Zu oft seien Rennen früh entschieden und dadurch weniger Spannung für die Zuschauer gegeben. Aus Athletenkreisen kamen in den vergangenen Wochen und Monaten hingegen häufig Bedenken, dass die Topathleten nun unter dem Strich benachteiligt würden.
Lägreid, der im vergangenen Jahr Vierter im Gesamtweltcup wurde und dabei drei seiner norwegischen Landsmänner den Vortritt lassen musste, sieht die Thematik ebenfalls kritisch.
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"Ich denke, dass es für die Allerbesten fairer sein wird", betonte der 27-Jährige zwar, warnt aber auch davor, dass die Situationen geben könnte, wo es ein "großer Vorteil ist, Erster zu sein".
Es könnte auch dazu kommen, dass manche Topathleten beispielsweise zu Saisonbeginn ungewöhnlich niedrig eingestuft sind, etwa wenn sie zu Beginn der Saison nicht viele Rennen bestreiten. Sie wären dann zum Start in der ersten Gruppe berechtigt und damit gegebenenfalls deutlich im Vorteil.
Lägreid rechnet mit Einlenken der IBU
Auch fragwürdiges Taktieren hält er für möglich: "Es macht keinen Sinn, dass gute Leistungen bestraft werden sollen: Man kann sich entscheiden, schlecht abzuschneiden oder Wettbewerbe auszulassen, um einen besseren Startplatz zu bekommen."
Geht es nach Lägreid, ist aber ohnehin schnelle Besserung in Sicht: "Ich denke, dass sie die Punkte, die wir Athleten vorgebracht haben, erkennen werden."
Nach den ersten vier Weltcup-Wochen wird die IBU ein erstes Fazit ziehen, zudem hat der Weltverband ein Hintertürchen eingebaut: Die Jury des jeweiligen Rennens darf den Top-Biathleten bei speziellen Wetterbedingungen einen Frühstart erlauben.
Die Regelanpassung der IBU ist für den Norweger sowieso eher aus der Not geboren: "Sie mussten wahrscheinlich einfach verzweifelt etwas tun und wollten zeigen, dass sie Dinge ändern können."
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Quelle: Eurosport
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