Ingrid Landmark Tandrevold rechnet mit den Medien ab: "Ich kann es nicht mehr ertragen" - Biathletin greift zu Selbstzensur
Update 22/04/2025 um 11:24 GMT+2 Uhr
Die norwegische Biathletin Ingrid Landmark Tandrevold hat in einem Podcast-Auftritt scharfe Kritik an der Medienlandschaft ihres Heimatlandes geäußert. Im Gespräch mit "Big 5 med Nils og Harald" zeigte sich die 28-Jährige enttäuscht und frustriert vom Umgang der Presse mit ihr: "Ich habe das Gefühl, in einer Blase zu sein. Ich habe nicht das Gefühl, dass sie mich als Menschen betrachten."
Tandrevold emotional: "Ein verdammt hartes Jahr"
Quelle: Eurosport
Statt echter Anteilnahme und sachlicher Berichterstattung gehe es den Medien nur noch um Klicks und reißerische Schlagzeilen.
"Clickbait" sei das Stichwort. Zitate würden aus dem Kontext gerissen, nur um möglichst viele Leser anzuziehen.
Besonders eindrücklich schilderte die Norwegerin einen Moment der vergangenen Saison: Nach einem enttäuschenden Rennen kämpfte sie mit den Tränen, als ihre Mutter spontan über mehrere Absperrungen sprang, um sie zu trösten.
Doch anstatt Mitgefühl zu zeigen, fragten Journalisten: "Verraten Sie uns, wie schrecklich es ist, Ingrids Mutter zu sein." Für Tandrevold ein Schlüsselmoment. "In diesem Moment möchte ich es boykottieren", betonte die Norwegerin.
Tandrevold mit Medien-Boykott? "Traue ich mich nicht"
Trotz dieser Erlebnisse vermeidet sie einen kompletten Rückzug aus der Öffentlichkeit - zumindest bislang. "Das traue ich mich nicht. Ich versuche dann einfach, so langweilig wie möglich zu antworten. Aber auch das kann ich nicht. Ich bin eine lausige Schauspielerin."
Nach einer besonders harten Saison - geprägt von gesundheitlichen Problemen inklusive einer Herzoperation - versuche sie nun, sich selbst in Interviews zu zensieren. "Ich kann es nicht mehr ertragen." Doch auch das fällt ihr schwer: "Es ist offensichtlich, dass es nicht funktioniert, aber ich versuche, politisch korrekt und langweilig zu antworten."
Tandrevold war zuletzt mehrfach Zielscheibe heftiger Kritik, insbesondere nach einem schwachen Auftritt bei der Biathlon-WM in Lenzerheide, der die norwegische Mixed-Staffel früh ins Hintertreffen brachte. Auf Social Media erreichten Tandrevold anschließend Hassnachrichten.
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Quelle: Eurosport
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