Weltcup in Kontiolahti: Deutsche Staffel leistet sich durch Marlene Fichtner bitteren Fehler - historisches Debakel
Der deutschen Frauen-Staffel ist beim Weltcup im finnischen Kontiolahti ein folgenreicher Fehler unterlaufen. Weil Startläuferin Marlene Fichtner beim ersten Schießen im Liegendanschlag einen Schuss nicht abgab, bekam das DSV-Quartett eine Zeitstrafe von zwei Minuten aufgebrummt. Am Ende stand mit Rang 16 das schlechteste Ergebnis einer deutschen Frauen-Staffel in der Biathlon-Weltcup-Geschichte.
"Grobes Missgeschick": Kurioser Fehler raubt deutscher Staffel alle Chancen
Quelle: Eurosport
Wie bitter für Marlene Fichtner, die in den vergangenen Tagen im Einzel und Massenstart mit den Plätzen fünf und vier hervorragende Leistungen gezeigt hatte.
Nachdem sie im Liegendschießen beim Nachladen einen Schuss zu wenig abgab, bekam sie zunächst ein Sternchen vermerkt, ehe die Wettkampfleitung direkt nach dem Stehendanschlag zwei Minuten Zeitstrafe oben drauf packten.
"In meinem Kopf war nur: Hauptsache nicht in die Strafrunde. Auf der Strecke ist mir dann aufgefallen, dass ich mindestens dreimal hätte nachladen müssen", sagte Fichtner im "ZDF" bedrückt.
Sie sei "natürlich überhaupt nicht zufrieden. Es tut mir total leid für das ganze Team, weil die anderen Mädels dranhängen."
Fichtner glänzt nach Fauxpas im Stehendanschlag
Das Regelwerk des Weltverbands IBU ist in dieser Hinsicht indes klar. Eine Zeitstrafe von zwei Minuten gebe es für "jeden nicht abgefeuerten Schuss, wenn Athleten weiterlaufen, bevor sie in einem Einzel-, Sprint-, Verfolgungs- oder Massenstartwettkampf alle fünf Schuss oder in einem Staffelwettkampf alle acht Schuss, obwohl nicht alle Scheiben getroffen sind, abgegeben haben".
Besonders bitter: Fichtner hatte nach dem Fauxpas im Liegen das zweite Schießen blitzschnell (18,8 s) und fehlerfrei absolviert, dennoch war das DSV-Quartett auf den 19. und letzten Platz zurückgefallen.
"Es war tatsächlich so, dass Marlene diesen einen Schuss nicht abgegeben hat", erklärte Olympiasieger und Eurosport-Experte Michael Rösch. "Das kann mal passieren."
Zuvor war nicht klar gewesen, ob die 22-Jährige möglicherweise einen Schuss im Liegendanschlag komplett daneben geschossen hatte, sodass die Technik diesen nicht erfassen konnte.
DSV-Staffel mit über sechs Minuten Rückstand
So aber kam es zu einer Zeitstrafe, die früh alle Hoffnungen auf ein starkes Rennen zunichtemachte. Am Ende wurden Fichtner, Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt mit einem Rückstand von 6:35,1 Minuten 16. Bedenklich: Auch hinsichtlich der Laufzeit kamen die DSV-Skijägerinnen nicht in die Top 15.
"Es ging heute komplett in die Hose", bilanzierte Rösch. Den Sieg sicherten sich derweil die Schwedinnen vor Frankreich und Norwegen.
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Quelle: Eurosport
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