Biathlon: Marlene Fichtner läuft beim Weltcup in Kontiolahti "befreit" auf - Lichtblick für das deutsche Team

Marlene Fichtner sorgt in Kontiolahti nach dem Olympia-Frust des DSV für zwei Lichtblicke und Hoffnung für die Zukunft des deutschen Biathlon. Die 22-Jährige lief im Einzel zunächst nach einem fehlerfreien Rennen auf Rang fünf. Im Massenstart ließ Fichtner einen vierten Platz folgen. Die junge Biathletin bleibt aber trotz dieser plötzlichen Erfolge gelassen. Sie versuche einfach "viel zu lernen".

"Klasse Rennen!" Fichtner verpasst Podium nur knapp

Quelle: Eurosport

Bei Olympia feuerte Marlene Fichtner ihren Freund Lucas Fratzscher noch als Fan an - beim Weltcup in Kontiolahti ist die 22-Jährige nun selbst überraschend ins Rampenlicht getreten.
Nach den zahlreichen Enttäuschungen des deutschen Biathlon-Teams in Antholz setzte das Toptalent in Finnland bei den ersten Rennen ohne Franziska Preuß zwei dicke Ausrufezeichen.
Einem beachtlichen fünften Platz im Einzel ließ Fichtner im Massenstart einen bärenstarken vierten Rang folgen. Das erste Weltcup-Podest ihrer Karriere verpasste die Athletin aus Ruhpolding dabei nur um sechs Sekunden.
"Es war einfach nur traumhaft zu laufen. Ich habe versucht, bei mir zu bleiben und mutig an die Sache ranzugehen. Ich bin sehr stolz, dass es so gut geklappt hat", sagte eine "sehr glückliche" Fichtner nach ihrem Coup strahlend.

Fichtner orientiert sich an "großen Namen"

Irgendwie, fügte sie an, habe das Topergebnis über die 15 Kilometer "auch befreit, wenn man dann mal so eine Platzierung stehen hat". Mit so viel Selbstvertrauen hielt Fichtner sogar mit Topathletinnen wie der dreifachen Olympiasiegerin Julia Simon, Elvira Öberg oder Oceane Michelon mit.
picture

"Mein lieber Scholli": Fichtner gelingt dicke Einzel-Überraschung

Quelle: Eurosport

Sie versuche, sich an "den großen Namen, die dann um einen herum sind, irgendwie zu orientieren und mitzulaufen". Sie habe "einfach versucht, viel zu lernen und viel mitzunehmen".
Das gelang in Kontiolahti hervorragend. Nach dem Rücktritt von Preuß gilt Fichtner inzwischen zusammen mit der 21 Jahre alten Selina Grotian und Julia Tannheimer (20) als große Hoffnung für den Deutschen Skiverband (DSV).

Auch Herrmann-Wick schwärmt von DSV-Talent

Lob für Fichtner gab es deshalb auch von Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick. "Das war ein sehr starker Auftritt. Sie hat super ihr Ding durchgezogen", sagte die "ZDF"Expertin. Bundestrainer Kristian Mehringer sprach von einem "Super-Rennen".
Für die Verantwortlichen dürfte es nach einigen Frusterlebnissen bei Olympia mit lediglich Bronze für die Mixed-Staffel ein willkommener Lichtblick gewesen sein. Sportdirektor Felix Bitterling hatte vor den Rennen in Kontiolahti bereits weitreichende Analysen angekündigt.
"Mit nur einer Medaille können und wollen wir im deutschen Biathlon nicht zufrieden sein. Unser Anspruch als Team und Verband ist ein anderer, und dem stellen wir uns", sagte er.
Es gebe nun die Möglichkeit, sagte Herrmann-Wick, "jeden Stein umzudrehen. Man muss Vollgas geben." Manchmal, so Preuß nach ihrem Abschied, müsse man "vielleicht mit dem Rücken zur Wand stehen, um sich dann in mehreren Bereichen weiterzuentwickeln".
(SID)
picture

Highlights: Norwegen profitiert von Patzern durch Fillon Maillet

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung