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Dahlmeier macht's wie Neuner: Das steckt hinter dem Rücktritt

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Laura Dahlmeier

Fotocredit: Getty Images

VonSigi Heinrich
17/05/2019 Am 14:53 | Update 17/05/2019 Am 18:57

Laura Dahlmeier sagt Servus: Im Alter von 25 Jahren beendet sie ihre Biathlon-Karriere - wie schon Magdalena Neuner. Es ist nicht die einzige Parallele. Beide Sportlerinnen galten beim Verband nicht als pflegeleicht - und für beide ist Biathlon nicht alles im Leben, sondern lediglich eine Episode. Für Dahlmeier war es auch eine Leidenszeit, die zuletzt von vielen Verletzungen geprägt war.

Es scheint ein gefährliches Alter zu sein. 25. So alt war Magdalena Neuner, als sie ihre glorreiche Biathlon-Karriere beendete. Jetzt zieht Laura Dahlmeier nach. Es gibt nicht wenige, die sagen, jetzt ginge es doch erst richtig los.

Das ist das Alter mit den besten Leistungsparametern. Und doch haben die beiden prägenden deutschen Biathletinnen der vergangenen zehn Jahre fast wie abgesprochen ihre Laufbahn vorzeitig beendet. Fast abgebrochen.

Biathlon

Dahlmeier beendet Karriere: "Keine Ziele mehr auf der Liste"

17/05/2019 AM 11:03
  • Dahlmeier beendet Karriere: "Keine Ziele mehr auf der Liste"
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Dahlmeier und Neuner ecken an

Ein paar Gemeinsamkeiten gibt es, nicht nur geographisch gesehen, denn beide sind aus dem Werdenfelser Land. Sowohl Neuner als auch Dahlmeier galten innerhalb des Verbandes wohl nie als besonders pflegeleicht, was indes auch mit ihrer sportlichen Ausnahmestellung zu tun hat.

Sie forderten, aber sie lieferten auch. Medaillen am Fließband. Bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Aber beiden wurde mit zunehmender Zeit an der Spitze ihrer Sportart auch die intensive Einschränkung ihrer Persönlichkeit zuwider.

Uwe Müßiggang, Magdalena Neuner

Fotocredit: Getty Images

Gesteuert zu werden von Funktionären, die sich auch in ihrem Erfolg sonnten, passte ihnen nie. Für Neuner war das ein sehr entscheidender Grund hinzuwerfen, vor allem ihr wahrlich nicht sonderlich gutes Einvernehmen mit dem damaligen Cheftrainer Uwe Müssiggang. Und da war vor allem ihre Nichtberücksichtigung für die Staffel in Vancouver eine Maßnahme, die sie nie überwand.

Bei Dahlmeier liegt der Fall anders und doch ähnlich. Auch sie stellte mitunter klare Forderungen, auch sie war keine, die unbedingt und auf Teufel komm raus auf Harmonie aus war. Schließlich hilft ihr ja auch niemand, wenn sie alleine auf der Strecke ist.

Dahlmeier fand Freiheit nur in den Bergen

Der Verband kam Dahlmeier so gut es ging entgegen. Sie durfte alleine trainieren, sie durfte Lehrgänge verpassen, weil es ihr wichtiger war, die Freiheit zu suchen in den Bergen. Oberhalb von 4000 Metern. Mindestens. Und auf allen Kontinenten, ehe sie wieder in die Enge des Sportbetriebes hinab musste. Sie durfte all dies tun, weil sie dafür im Winter den Verband mit ihren Siegen entschädigte.

Für Dahlmeier war das letztlich auch ein immer stärker werdender zusätzlicher Druck. Der eigene Freiraum musste teuer erkauft werden. Manche Siege forderten ihren Körper bis über die Grenzen hinaus. Bei der Weltmeisterschaft in Hochfilzen musste sie zweimal nach den Rennen ärztlich behandelt werden.

Goldene Erinnerungen: So schnappte sich Dahlmeier den doppelten Olympia-Sieg

00:01:59

Sie hat das akzeptiert, wusste vermutlich aber auch, dass dies kein Dauerzustand werden durfte. Die Anzeichen waren vorhanden. Das Immunsystem war fragil, Verletzungen kamen hinzu. Pausen waren notwendig. Dass sie dennoch immer wieder vorne mitmischen konnte, ist ihrer besonderen Willensstärke zu verdanken gewesen. Freilich ist auch dies ein rares Gut. Das hat Dahlmeier wohl auch gespürt.

Jetzt ist Dahlmeier angekommen

Ihr Rücktritt ist zum Teil der Vernunft entsprungen, der Gesundheit den Vorrang zu geben. Zum Teil ist er aber auch eine Herzensangelegenheit. Denn jetzt ist sie frei. Endlich. Richtig frei für die Berge und ihre Klettertouren, für ein Leben, wie es ihr wohl immer vorschwebte.

Ein Leben ohne Transponder an den Beinen, die die Zeit messen, ohne Gewehr auf dem Rücken und ohne Wettkampf gegen andere. Jetzt besteht ihr Wettkampf auf dem Erreichen persönlicher Ziele, und niemand steht ihr dabei im Weg.

Jetzt ist Laura Dahlmeier angekommen. Die Zeit als Biathletin war nur ein Episode, ein kleiner Umweg in einem Leben, das noch so viel zu bieten hat.

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