Olympia 2026 - Experte Loïs Habert kritisiert deutsche Biathleten nach schlechter Ausbeute: "Trainieren wie 2012"

Einmal Bronze in der Mixed-Staffel - so lautete die maue Ausbeute der deutschen Biathlon-Mannschaft bei Olympia. "Eine Medaille ist nicht unser Anspruch", räumte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling im Gespräch mit Eurosport ein. Einen brisanten Erklärungsansatz für die Misere lieferte nun Ex-Weltcup-Biathlet Loïs Habert. Es gebe Teams, die "noch wie 2012" trainieren. Das Deutsche sei eines davon.

Sportdirektor Bitterling: "Wir sind natürlich nicht zufrieden"

Quelle: Eurosport

Loïs Habert war während der Olympischen Winterspiele 2026 als Experte für Eurosport Frankreich im Einsatz. Nach den Wettkämpfen von Antholz hat der 42-Jährige im Interview Bilanz gezogen.
Dabei sprach der einstige Weltcup-Athlet und heutige Sporthotelbetreiber auch über die Leistungen der deutschen Mannschaft.
"Ich habe ein Hotel im Vercors und vor kurzem hatten wir die Deutschen und die Italiener zu Gast. Ich hatte den Eindruck, dass sie genauso trainieren wie ich 2012", erläuterte Habert.
Er frage sich, ob sich im Biathlon bereits Verhältnisse wie im Radsport eingestellt hätten. "Es gibt diejenigen, die in allem an der Spitze stehen. Andere trainieren wie 2012, indem sie stundenlang trainieren und Krafttraining machen", so der Ehemann von Biathlon-Olympiasiegerin Marie Dorin-Habert.

Habert: "Teams, die im vorigen Jahrzehnt stehen geblieben sind"

Die französische Équipe sei auch ohne langes Krafttraining "extrem gut in der körperlichen Vorbereitung, in allen Trainingsmethoden und in Bezug auf die Entwicklungen", so Habert.
Im Hinblick auf die "Auswertung der Blutwerte, der Sauerstoffsättigung" habe sich viel getan. "Man kann das Training viel präziser kalibrieren als noch vor sechs Jahren. Ich glaube, das hat die Athleten weitergebracht."
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Quelle: Eurosport

Die Ergebnisse von Antholz geben ihm recht. Sechs von elf Olympia-Goldmedaillen gingen an Frankreich, das im Biathlon mit insgesamt 13 Medaillen vor Norwegen die mit Abstand beste Nation war.
Was ihn gewundert habe: "Abgesehen von den Franzosen und einigen Norwegern waren die Biathleten bei diesen Olympischen Spielen nicht in Form."
Während die französischen Aktiven alles aus sich herausholen würden, gebe es auf der anderen Seite Mannschaften, "die im vorigen Jahrhundert, im vorigen Jahrzehnt stehen geblieben sind", legte Habert den Finger in die Wunde.

Bitterling: "Alles für nächsten Zyklus angepasst aufgleisen"

Die drastisch formulierte Kritik des Eurosport-Experten tut aus deutscher Sicht weh, doch auch beim DSV schrillen die Alarmglocken ob der mageren Olympia-Ausbeute.
"Wir müssen alles für den nächsten Zyklus entsprechend angepasst aufgleisen", kündigte Sportdirektor Bitterling bei Eurosport an.
Bis zu den kommenden Winterspielen 2030 in Frankreich hat Deutschland einiges aufzuholen - folgt man der Rechnung von Habert, sind es genau 18 Jahre, die es an Rückstand wettzumachen gilt.
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Quelle: Eurosport


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