Nach Tod von Sivert Bakken: Norwegisches Biathlon-Team weist Vorwürfe zurück - "Dumm, es so darzustellen, als ob..."
Update 06/01/2026 um 16:25 GMT+1 Uhr
Der Tod des Norwegers Sivert Bakken kurz vor Weihnachten hat die internationale Biathlon-Szene tief erschüttert. Neben der großen Anteilnahme wirft der tragische Vorfall weiterhin Fragen auf - insbesondere im Zusammenhang mit einer Höhenmaske, die Bakken trug, als er leblos aufgefunden wurde. Das norwegische Team wehrt sich nun gegen öffentliche Spekulationen.
Gedenkminute auf Schalke: Biathlon-Welt trauert um Bakken
Quelle: Eurosport
Ein Abschlussbericht zur Todesursache wird erst für März erwartet. Fest steht bislang lediglich, dass die Höhenmaske ein zentraler Bestandteil der Untersuchungen ist.
In der öffentlichen Debatte wurde zuletzt vereinzelt der Eindruck erweckt, es könne sich bei der Nutzung um eine unzulässige oder gefährlich riskante Trainingsmethode gehandelt haben.
Dem trat Anders Brun Hennum, Entwicklungsverantwortlicher im norwegischen Biathlon-Team, entschieden entgegen. Gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender "NRK" stellte er klar: "Ich denke, es ist dumm, es so darzustellen, als ob hier jemand etwas Illegales getan hat."
Hennum führte weiter aus: "Das ist nicht der Fall und überhaupt kein Thema. Jeder kann losgehen und sich dieses Equipment holen. Es ist ein Werkzeug, das wir in unserem Werkzeugkasten haben."
Hennum über Höhenmasken: "Nur wenig Leute genutzt"
Gleichzeitig machte Hennum deutlich, dass Höhenmasken im norwegischen Biathlon keineswegs zum Standard gehören. Nur wenige Athletinnen und Athleten hätten dieses Trainingsmittel ausprobiert. Eine feste Einbindung in den regulären Trainingsbetrieb habe es nicht gegeben.
"Wir haben nur wenig Leute, die es genutzt oder getestet haben." Die Verantwortung für den Einsatz habe dabei primär bei den Sportlern selbst gelegen. Trainer seien informiert gewesen, hätten die Nutzung jedoch nicht aktiv begleitet oder überwacht. Es habe sich vielmehr um einen Austausch als um eine Vorgabe gehandelt.
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Sivert Guttorm Bakken wurde 27 Jahre alt
Fotocredit: SID
Inzwischen hat der norwegische Verband Konsequenzen gezogen und die Nutzung von Höhenmasken für seine Athleten untersagt. In internen Richtlinien wurden bislang vor allem Schlafprobleme und Leistungseinbußen als Risiken genannt. Der Fall Bakken könnte jedoch Anlass sein, die potenziellen Gefahren neu zu bewerten.
Botn ruft zu Besonnenheit auf
Für den Verband steht nun vor allem Transparenz im Vordergrund. Spekulationen wolle man offen begegnen und keine Themen ausklammern, betonte Hennum ausdrücklich: "Grundsätzlich wollen wir über alles reden, was wir tun. Wir haben keine Geheimnisse und sind in den meisten Bereichen offen über das, was wir machen."
Auch der Weltcupführende Johan-Olav Botn, ein enger Freund des Verstorbenen, rief zu Besonnenheit auf. Er bat darum, die Familie zu respektieren und Spekulationen zu unterlassen, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind: "Ich möchte, dass die Menschen seine Familie respektieren, keine Vermutungen anstellen und abwarten, bis die Untersuchung abgeschlossen ist, bevor sie Schlussfolgerungen ziehen."
Er ergänzte: "Ich möchte mich daran nicht zu sehr beteiligen, aber ich will betonen, dass Sivert [Guttorm Bakken] nichts Illegales getan hat. Es war zu 100 Prozent legal. Wir respektieren das norwegische Gesetz, die Regeln der WADA und der norwegischen Anti-Doping-Agentur." Botn hatte seinen Teamkollegen leblos im Hotelzimmer aufgefunden und die Rettungskräfte alarmiert, die Sivert aber nicht mehr helfen konnten.
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Quelle: Eurosport
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