Norwegische Biathleten testen neue Skibindung vor Weltmeisterschaft in Nove Mesto: "Es ist revolutionär"

Die norwegischen Biathleten haben kurz vor Beginn der Titelkämpfe im tschechischen Nove Mesto (7. Februar - 18. Februar) ein mögliches neues Geheimrezept getestet. Bei der Biathlon-Europameisterschaft in Osrblie liefen Johan-Olav Botn und Vebjörn Sörum im Einzel-Wettbewerb am Mittwoch mit einer neuen Skibindung, an welcher zwei Skifirmen bereits seit vielen Jahren arbeiten sollen.

Die Norweger jubeln bei der Biathlon-Europameisterschaft in Osrblie

Fotocredit: Getty Images

"Mit der Art, den Schuh so auf dem Ski zu befestigen, ist der Druckpunkt mitten unter dem Zehenballen", erklärte Sörum nach dem Einzel-Rennen in Osrblie die Vorteile der Bindung gegenüber "TV2". Der 25-Jährige bekomme nun mehr "mehr Druck auf den Schnee und damit auch mehr Energie".
Sörum, zuletzt Dritter im Massentart von Antholz, triumphierte am Mittwoch über 20 Kilometer in der Slowakei. Dank vier fehlerfreier Schießeinlagen und der zweitschnellsten Laufzeit krönte sich der Norweger vor seinem Teamkollegen Botn zum Europameister. Botn, ebenfalls mit der neuen Bindung unterwegs, verbuchte mit einer Minute Vorsprung die schnellste Laufzeit.
"Wir sind Erster und Zweiter geworden. Die Bindung funktioniert und ist hier, um zu bleiben", sagte Sörum.
Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen zeigte sich nach dem Einzel begeistert von der neuen Skibindung und verriet, dass die beiden Skifirmen Madshus und Rottefella schon lange an der neuen Technik arbeiten: "Sie versuchen seit zehn Jahren, es umzusetzen, aber haben es bisher nicht geschafft, diese Kombination von Schuh und Bindung haltbar zu machen. Jetzt haben sie es hinbekommen. Es ist revolutionär."

Doll und Rees testen Bindung

Nicht nur die Norweger sollen von der Technik profitieren. Auch Benedikt Doll und Roman Rees sollen mit dieser Bindung bereits in Berührung gekommen sein. Die beiden Schwarzwälder sind die einzigen deutschen Biathlon-Herren, die mit einem Madshus-Schuh und einer Rottefella-Bindung unterwegs sind.
"Wenn sie sich bei der WM für diese Bindung entscheiden, könnten sie einen Vorteil haben, wie es aussieht. Sie haben jetzt zwei Wochen Zeit, es zu testen. Die Gerüchte sagen aber, dass die Deutschen damit sehr glücklich sind", verriet Björndalen.
Der 50-Jährige ist sich sicher, dass die Bindung bereits bei der WM zum Einsatz kommen wird: "Die Chance ist groß. Jetzt wo sie Botn und Sörum damit bei der EM gesehen und erkannt haben, welchen Effekt es hatte, schätze ich, dass die Norweger es nutzen. Man hat mehr Power und mehr Stabilität im Ski und es ist leichter, die Balance zu finden"
Die Biathlon-Europameisterschaften laufen noch bis zum 28. Januar in Osrblie (live bei discovery+). Am 7. Februar startet dann die Biathlon-WM in Nove Mesto.
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