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Biathlon-Weltcup in Oberhof: Startregelung sorgt bei Franziska Preuß nach schweren Bedingungen für Diskussionen
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Publiziert 10/01/2025 um 14:55 GMT+1 Uhr
Beim Weltcup in Oberhof sorgt die viel diskutierte neue Startregelung erstmals in diesem Winter für Ärger. Franziska Preuß übt Kritik am Weltverband, die Gesamtweltcup-Führende war nach dem Sprint und Platz 28 "nicht zufrieden" mit der IBU. Die jedoch reagierte prompt - man habe eine "einstimmige Entscheidung" getroffen. Die DSV-Athletin muss sich hauptsächlich über die eigene Leistung ärgern.
Botet gewinnt sensationell den Sprint in Oberhof - Highlights
Quelle: Eurosport
Die Sorgen der Biathlon-Stars um Franziska Preuß waren schon vor dem Winter groß.
Die Pläne der IBU, mit einer neuen Startregelung mehr Spannung in den Einzelrennen zu erzeugen, stießen auf viel Unmut, befürchteten die Top-Athleten dadurch große Nachteile durch schlechter werdende Bedingungen.
Zu Saisonbeginn bewahrheiteten sich diese Ängste zunächst nicht - bis nun einmal mehr das Wetter in Oberhof verrückt spielte und so für viel Ärger bei Preuß sorgte.
Die Gesamtweltcupführende schoss nach ihrem enttäuschenden 28. Platz im Sprint gegen den Weltverband, zeigte sich "nicht zufrieden" mit den getroffenen Entscheidungen.
Einstimmige Entscheidung für "reguläres System"
Schließlich hatte Preuß darauf gehofft, dass die IBU die Top 15 im strömenden Regen im Thüringer Wald nach vorne zieht, so, wie es die Regularien bei schlechtem Wetter eben erlauben. Doch so kam es nicht.
Im Anschluss an die Kritik der deutschen Nummer eins reagierte der Weltverband. Die Bedingungen seien "wirklich nicht einfach" gewesen und man habe "grundsätzlich immer Verständnis für den Frust oder die Kritik einer Athletin nach einem für sie unzufriedenstellenden Wettkampf", teilte die IBU auf SID-Anfrage mit.
Auch für die fünfköpfige Jury, bestehend aus einem Streckenreferee, einem Technischen Delegierten, einem Chief of Competition und zwei Trainern, war es laut Weltverband "keine einfache Entscheidung".
Es wurde aber "einstimmig" beschlossen, "beim regulären System zu bleiben", weil die Jury "der Meinung war, dass die Strecke hält und annähernd gleiche Bedingungen über die Dauer des Wettkampfes bereit hält".
Preuß schießt gleich drei Fehler
Preuß war am Donnerstag als 64. in das Rennen gegangen, im Endergebnis hatte tatsächlich nur eine Athletin vor ihr eine noch höhere Startnummer.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die deutsche Nummer eins auf Justine Braisaz-Bouchet, der schnellsten Läuferin des Tages, über eine Minute in der Loipe verlor - und diese war auch erst als Nummer 52 in den Sprint gegangen. Zudem leistete sich Preuß am Schießstand gleich drei Fehler.
Und so wollte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling das Abschneiden seines Teams, für das Julia Tannheimer als beste Deutsche den neunten Platz belegte, nicht auf die Regelung schieben.
"Wir fangen jetzt definitiv keine Diskussion an, dass es daran gelegen hat", sagte Bitterling, man wolle "stattdessen lieber sportlich fair gratulieren". Die IBU teilte derweil mit, dass sie "das Ergebnis des Rennens und den Einfluss der Startnummern auf das Ergebnis wie nach jedem Rennen analysieren" werde.
Preuß im "Angriffsmodus" in die Verfolgung
Für Preuß bedeutet das aber nun, dass sie am Samstag (12:30 Uhr auf Eurosport und discovery+) mit einem Rückstand von zwei Minuten auf die französische Überraschungssiegerin Paula Botet in die Verfolgung geht.
Die Marschroute dafür ist klar. Die 30-Jährige wolle schauen, dass sie es am Schießstand wieder "besser rüberbringt" und auf der Strecke "von Anfang an auf Angriff" geht.
Damit Preuß "einige Positionen nach vorne gutmachen kann" - und nicht mehr an den Sprint-Ärger denken muss.
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(SID)
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