Olympia 2026 - Biathlon: Botn widmet Einzel-Gold vertorbenem Teamkollegen - Michael Rösch ordnet Rennen ein
VonCorinna Horn
Publiziert 10/02/2026 um 18:07 GMT+1 Uhr
Die deutschen Biathlon-Männer haben im Einzel über 20 Kilometer bei den Olympischen Spielen 2026 in Antholz eine Medaille verpasst. Bester Deutscher wurde Philipp Nawrath, der mit nur einem Schießfehler einen starken fünften Platz belegte. "Damit kann er sehr zufrieden sein", urteilte Eurosport-Experte Michael Rösch nach dem Rennen. Den Olympiasieg sicherte sich der Norweger Johan-Olav Botn.
Medaillenjagd auf der Langstrecke: Einzel-Highlights aus Antholz
Quelle: Eurosport
Johan-Olav Botn hat mit seinem Olympiasieg im Einzel von Antholz eine der bewegendsten Geschichten dieser Spiele geschrieben.
Eurosport-Experte Michael Rösch fand dafür klare Worte: "Dass ausgerechnet er Sivert gefunden hat und heute so abliefert, ist eine krasse Geschichte. Er ist ein verdienter Olympiasieger. Hut ab." Botn widmete seinen Sieg seinem verstorbenen Teamkollegen Sivert Bakken.
Rösch berichtete zudem von Gesprächen im Vorfeld der Spiele: "Ich habe mit vielen Norwegern gesprochen. Die haben alle gesagt, der Botn wird das nicht machen." Umso bemerkenswerter sei es gewesen, dass Botn trotz aller Umstände an den Start ging – und triumphierte.
Dabei war der Weg nach Antholz alles andere als einfach. Kurz vor Olympia hatte Botn noch mit einem Magen-Darm-Infekt zu kämpfen. Dennoch feierte der Norweger nach bislang nur 21 Weltcuprennen seine erste Medaille bei einem Großereignis und krönte damit einen außergewöhnlichen, emotionalen Winter, in dem er zwischenzeitlich sogar das Gelbe Trikot trug.
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"Für Bakken!" Botn widmet Gold verstorbenem Teamkollege
Quelle: Eurosport
Fehlerfreier Botn trotzt schwierigem Schießstand
Dieser Winter stellte Botn jedoch auch vor große persönliche Herausforderungen. Im Trainingslager in Italien war er es, der seinen Teamkollegen Sivert Bakken tot in einem Hotelzimmer fand. Im olympischen Einzel ließ Botn all das hinter sich, blieb am Schießstand fehlerfrei – und grüßte im Ziel in Richtung Himmel: "Für dich, Sivert."
Der Norweger profitierte über 20 Kilometer von seiner starken Schießleistung, während viele seiner Konkurrenten Fehler machten.
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Johan-Olav Botn
Fotocredit: Getty Images
Mit Botn und dem Finnen Olli Hiidensalo kamen lediglich zwei Athleten ohne Strafminute durch – ein ungewöhnlicher Wert für ein Einzelrennen. "Ich hätte nicht damit gerechnet, dass nur zwei mit null durchkommen. Am Ende zeigt aber die Statistik: Der Schießstand in Antholz ist einer der schwersten, hier werden extrem viele Fehler geschossen", erklärte Rösch.
Antholz gilt seit Jahren als besonders anspruchsvoll. Die Höhe von rund 1.600 Metern und die hohe Belastung unmittelbar vor dem Einlaufen in den Schießstand machen präzises Schießen besonders schwierig.
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Er kann es selbst kaum glauben: Hiidensalo Vierter im Einzel
Quelle: Eurosport
Finne Hiidensalo mit bestem Karriereergebnis
Auch die Überraschungen des Tages ordnete Rösch ein. Der Finne Olli Hiidensalo (Rang 4) und der Italiener Patrick Braunhofer (Rang 14) liefen mit Karrierebestleistungen in die erweiterte Spitze. "Das kann sich sehen lassen", so Rösch – auch mit Blick auf wichtige Punkte für den anstehenden Massenstart.
Aus deutscher Sicht hob der Eurosport-Experte vor allem die Laufleistungen der beiden Philipps hervor. Philipp Nawrath mit der zwölftbesten und Philipp Horn mit der zehntbesten Laufzeit zählten zu den stärkeren Athleten in der Loipe.
Positiv bewertete er zudem die Auftritte der Olympia-Debütanten David Zobel (Rang 21) und Lucas Fratzscher (Rang 23). "Sie haben es nicht schlecht gemacht. Darauf lässt sich aufbauen – auch in Hinblick auf die Staffel nächste Woche."
Röschs Fazit: Ein außergewöhnlich hartes Einzel, ein emotionaler Olympiasieger – und ein deutscher Auftritt, der trotz verpasster Medaille Lust auf die weiteren Olympia-Rennen macht.
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Eric Perrot, Johan-Olav Botn und Sturla Holm Lägreid
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