Olympia 2026 - Biathlon: Russe Anton Shipulin will Goldmedaille aus Sotschi nicht zurückgeben - "Sie ist meine!"
VonLukas Fegers
Update 17/02/2026 um 11:14 GMT+1 Uhr
Trotz der Aufforderung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat sich der russische Ex-Biathlet Anton Shipulin geweigert, sein Staffel-Gold der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi an das deutsche Team abzutreten. "Nein, wozu? Ich habe sie erkämpft. Sie ist meine, ich werde sie nicht zurückgeben", sagte der damalige Schlussläufer dem russischen Sportfernsehsender "Match TV".
Zwölf Jahre Verspätung: Deutsche Staffel bekommt Gold von 2014
Quelle: Eurosport
Zwölf Jahre nach der Olympia-Staffel von Sotschi hatten am Sonntag die deutschen Biathleten Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp ihre Goldmedaillen erhalten. Vor fast 20.000 Fans im ausverkauften Antholzer Stadion fand die feierliche Übergabe an das damalige Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) zwischen den beiden Verfolgungsrennen statt.
Der Grund: In einem jahrelangen Verfahren war dem russischen Team der Olympiasieg 2014 aberkannt worden, nachdem Evgeny Ustyugov des Dopings überführt worden war.
Anschließend rückte die DSV-Mannschaft vom Silber- auf den Goldrang vor. Der Biathlon-Weltverband IBU verlangte daraufhin die russische Rückgabe der Medaillen.
Die Worte Shipulins, der in Sotschi der Schlussläufer war, belegen nun aber, dass eine Rücksendung offensichtlich nicht erfolgte. Schon die TV-Interviews des deutschen Quartetts nach der Übergabe in Antholz hatten diesen Umstand vermuten lassen.
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Anton Schipulin (r.) weigert sich, die Sotschi-Goldmedaille zurückzugeben.
Fotocredit: Getty Images
Shipulin äußert Vorwürfe gegen IOC und IBU
In einem Beitrag auf Instagram, bei dem er den Zielsprint der Sotschi-Staffel postete, begründete Shipulin seine Weigerung ausführlich.
Darin warf er dem IOC am Montagabend vor, die wichtigste Regel verletzt zu haben. "Sport hat nichts mit Politik zu tun", schrieb der Ex-Biathlet und bezog sich darauf, dass bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo erneut russische und belarussische Athleten nur unter neutraler Flagge starten dürfen.
"Wenn das Internationale Olympische Komitee und die internationalen Verbände wieder zu diesem Prinzip zurückkehren, unseren Sportlern ihre Flagge und Hymne zurückgeben und sie nicht mehr mit einem 'neutralen Status' demütigen, dann müssen auch die Medaillen zurückgegeben werden - und ich bin bereit, alle meine Medaillen abzugeben", führte Shipulin weiter aus.
Konträre Aussagen von russischen Funktionären
Wie Shipulin eine Rückgabe der Goldmedaillen zu verweigern, hält Ex-Nationaltrainer Alexander Kasperovich aber für falsch.
"Wir sind verpflichtet, die Medaillen zurückzugeben. Ich verstehe, dass die Jungs die Medaillen nicht abgeben wollen, aber es muss Gerechtigkeit geben. Wenn sie gegen die Regeln verstoßen haben, müssen sie sie zurückgeben", sagte er dem russischen Sender "Match TV".
Russlands Biathlon-Chef Viktor Maigurov behauptete hingegen, sein Verband habe nicht "die rechtlichen Mittel, um die Athleten unter Druck zu setzen".
Die vier russischen Staffel-Läufer seien diesbezüglich schon kontaktiert worden. "Wir haben sie gefragt, sie alle haben nur gesagt: Auf Wiedersehen!", wird Maigurov von"Match TV" zitiert.
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