Uros Velepec nennt Gründe für Rücktritt als Biathlon-Bundestrainer - DSV-Sportdirektor kontert Aussagen des Slowenen
Update 13/03/2025 um 16:31 GMT+1 Uhr
Uros Velepec hat sich nach seinem Rücktritt als Cheftrainer der deutschen Biathlon-Herren erstmals öffentlich geäußert. In einem Interview mit dem "ZDF" erklärte der ehemalige DSV-Cheftrainer, warum er seine Zukunft nicht mehr im deutschen Biathlon sah. "Ich wollte keine Energie und keinen Fokus von diesem Team verlieren", sagte der Slowene im Hinblick auf die Anforderungen des DSV.
Uros Velepec meldet sich nach Rücktritt zu Wort
Fotocredit: Getty Images
Velepec erklärte, dass die Verantwortlichen - einschließlich Sportdirektor Felix Bitterling - von ihm verlangt hätten, sich stärker mit den Heimtrainern und den Stützpunkten auszutauschen.
"Ich würde es nicht als Konflikt bezeichnen, aber es gab viele Diskussionen darüber, dass ich mich mehr um den Nachwuchs und den Austausch mit den Heimtrainern und Stützpunkten kümmern sollte. Das wollte ich nicht tun", sagte der 57-Jährige im Interview mit dem "ZDF".
Seiner Ansicht nach wollte er seine gesamte Energie und sein Können ausschließlich auf das Nationalteam der Herren konzentrieren, ohne sich von der Arbeit mit anderen Trainern ablenken zu lassen.
"Wenn du Nationaltrainer bist und ein Team betreust, das jedes Wochenende in der Öffentlichkeit steht, musst du voll und ganz für dieses Team da sein. Ich wollte keine Energie und keinen Fokus von diesem Team verlieren", erklärte er weiter.
Velepec: "Es war keine einfache Entscheidung"
Trotz seiner klaren Haltung und der plötzlichen Entscheidung blickt Velepec auch mit Wehmut auf seinen Rücktritt als Nationaltrainer zurück.
"Es war keine einfache Entscheidung, aber letztlich muss ich sagen: Ich bin seit 2007 Weltcup-Trainer und habe meinen eigenen Stil, mein Training zu gestalten, und den möchte ich nicht ändern", erklärte der Slowene, der wenig bereit war, Kompromisse einzugehen.
Bitterling hat andere Sichtweise
DSV-Sportdirektor Bitterling sieht das jedoch etwas anders. Für den 44-Jährigen gehört die Nachwuchsförderung zu den wesentlichen Aufgaben eines Nationaltrainers in Deutschland, was Velepec in diesem Umfang aber ablehnte.
"Ich denke, dass ein Cheftrainer - gerade im deutschen System - unbedingt den Überblick behalten muss und wissen sollte, was ein Heimtrainer mit seinen Athleten macht. Auch in Bezug auf Lehrgänge ist eine enge Zusammenarbeit von großer Bedeutung", erklärte Bitterling im "ZDF".
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"Schritt nach vorne": Sportdirektor Bitterling lobt DSV-Abschneiden
Quelle: Eurosport
Er sieht das deutsche Frauenteam als gutes Beispiel: "Die deutschen Frauen zeigen uns, wie ein gut verzahntes Team erfolgreich sein kann."
Trotz Trennung kein bößes Blut
Trotz der Trennung herrscht kein böses Blut zwischen den Verantwortlichen. "Menschlich gab es keine Probleme mit Uros. Aber wir haben gemeinsam festgestellt, dass die deutschen Männer noch nicht dort sind, wo sie sein sollten. Danach hatten wir unterschiedliche Vorstellungen, wie es weitergehen sollte. Ich habe großen Respekt dafür, wo Uros sich sieht und was er in seiner Trainerkarriere erreicht hat", erklärte Bitterling und äußerte sich ausschließlich positiv über den ehemaligen Bundestrainer.
Als neuer Nationaltrainer agiert nun Tobias Reiter, mit dem Bitterling schon lange über eine solche Lösung gesprochen hat. "Ich habe mit Tobi diverse Male über diese Idee gesprochen, ihn im Weltcup einzubauen. Deswegen war das alles nicht komplett neu und wir haben uns mit ihm schnell geeinigt", sagte Bitterling.
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