Vetle Sjastad Christiansen kritisiert Trainerentscheidung: "Wenn es möglich wäre, würde ich den Verband wechseln"
Publiziert 11/03/2025 um 15:36 GMT+1 Uhr
Olympiasieger Vetle Sjastad Christiansen hat die Leitung des norwegischen Biathlonverbands scharf kritisiert und erklärt, dass er das Team gewechselt hätte, wenn er die Möglichkeit dazu hätte. Christiansen ist enttäuscht darüber, dass er nicht für den Weltcup auf der Pokljuka nominiert wurde und äußert Frustration über das Auswahlverfahren, das seine aktuelle Form offenbar nicht berücksichtigt.
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"Ich verstehe überhaupt nicht, warum ich nicht für Pokljuka ausgewählt wurde. Es macht mich extrem frustriert - und hätte ich die Möglichkeit gehabt, wäre ich zu einem anderen Verband gewechselt", sagte Christiansen gegenüber "NRK".
Vor kurzem hatte der norwegische Nationaltrainer Per Arne Botnan das Aufgebot für den anstehenden Weltcup bekanntgegeben. Anstelle von Christiansen wurden Johannes Dale-Skjevdal und Isak Leknes Frey nominiert. Letzterer wird in Slowenien sein Weltcup-Debüt geben.
Der 32-Jährige ist vor allem enttäuscht, weil seiner Meinung nach nicht nach den festgelegten Kriterien nominiert wurde. "Es gibt zwei wesentliche Faktoren laut den Auswahlkriterien: internationale Ergebnisse und aktuell gezeigte Form. Aber keines von beidem wurde berücksichtigt", kritisierte der Staffel-Olympiasieger von 2022.
Christiansen erzielte zuletzt zwei zweite Plätze und gewann das Verfolgungsrennen im IBU-Cup am Sonntag mit 20 von 20 Treffern. Der 32-Jährige ist überzeugt, dass er nun ausreichend gute Form gezeigt hat, um nominiert zu werden – sowohl körperlich als auch auf dem Schießstand.
Christiansen hinterfragt komplettes System
Dabei nimmt ihn die Nicht-Nominierung nicht nur sportlich, sondern auch mental mit. "Der Verband ist sehr darauf bedacht, die mentale Gesundheit zu betonen, und dann behandeln sie die Athleten so... Es ist eine seltsame Auswahl. Basierend auf den Kriterien macht das keinen Sinn", betonte der Norweger.
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Der 32-Jährige ging noch weiter und kritisierte das gesamte System im norwegischen Biathlon: "Die Trainer sind nicht mehr für uns da. Wir fühlen uns sehr alleine. Wir werden von allen Seiten angegriffen. Wer setzt sich für uns ein, wenn wir keine Trainer haben, die das tun?", fragte der mehrfache Weltmeister von 2019.
Auf die Kritik ihres Athleten reagierten die Trainer Siegfried Mazet und Per Arne Botnan sachlich.
Trainer reagieren professionell
"Das ist seine Meinung. Wir betreiben Hochleistungssport, und es gibt immer wieder Auswahlen, bei denen manche ausgewählt werden und andere nicht. Es kommt oft vor, dass jemand nicht nominiert wird", erklärte Botnan gegenüber "NRK".
Mazet zeigte zwar Verständnis für Christiansen, erläuterte die Entscheidung jedoch mit den gezeigten Leistungen in dieser Saison: "Es gibt nur sechs Plätze, und Isak hatte eine großartige Saison. Vetle war vielleicht etwas besser als Dale-Skjevdal, aber wenn wir die gesamte Saison betrachten, denke ich, dass Isak und Johannes insgesamt etwas besser waren", so der Schießtrainer gegenüber "NRK".
Trotz der Differenzen ist Mazet zuversichtlich, dass sich die beiden Parteien wieder vertragen werden. "In der Vergangenheit gab es manchmal Meinungsverschiedenheiten, weil Vetle sehr gut darin ist, seine Meinung zu äußern. Aber ich mache mir keine Sorgen, wir werden das zusammen durchstehen", erklärte der Franzose im Dienst der Norweger.
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