Biathlon: Laura Dahlmeier bittet in PyeongChang um göttlichen Beistand für Olympia 2018

Laura Dahlmeier überließ nichts dem Zufall. Als wären ihre Siege in Fernost nicht schon vielversprechendes Omen genug gewesen, holte sie für weitere Großtaten himmlischen Beistand ein. "Mögen die Götter mit uns sein", sagte Dahlmeier beim Besuch des Woljeongsa-Tempels in Pyeongchang. Auf einen Ziegel, der zeitnah in das Gotteshaus eingebaut werden soll, schrieb sie ihren Wunsch: "Go for Gold!"

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Fotocredit: Eurosport

Exakt 341 Tage sind es noch bis zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Südkorea, eine lange Zeit natürlich, in der ziemlich viel passieren kann. Dass Dahlmeier allerdings von ihrem Erfolgsweg abkommt, scheint angesichts ihrer derzeitigen Dominanz nur schwer vorstellbar.
Die beiden Siege beim vorolympischen Weltcup in Sprint und Verfolgung untermauerten ihre Ausnahmestellung und rückten sie nach fünfmal Gold bei der WM in Hochfilzen schon jetzt in die Rolle der absoluten Olympiafavoritin.
"Es ist schon der Wahnsinn, dass es nach der WM einfach so weitergeht", sagte Dahlmeier, die durch die Erfolge dem Gewinn der großen Kristallkugel einen großen Schritt näher kam. Das Polster im Gesamtweltcup beträgt bei noch fünf ausstehenden Einzelrennen komfortable 112 Punkte, schon bei der nächsten Station in Kontiolahti könnte die Entscheidung fallen.
Dazu muss die Bayerin in Finnland 68 Punkte mehr verbuchen als ihre tschechische Verfolgerin Gabriela Koukalova - kein leichtes Unterfangen, aber durchaus im Bereich des Möglichen. Sowieso, wenn man mit der Konkurrenz zu spielen scheint.

Bundestrainer Hönig gerät ins Schwärmen

"Es ist beeindruckend, ihre Erfolgsgeschichte geht einfach weiter. Ich habe schon viele Top-Athletinnen betreuen dürfen, aber so talentiert und abgeklärt wie die Laura war noch keine", sagte Bundestrainer Gerald Hönig, der seiner Nummer eins am Sonntag in der Staffel eine schöpferische Pause gönnte. Doch auch ohne Dahlmeier krönte das DSV-Quartett eine perfekte Saison mit dem fünften Sieg im fünften Rennen.
Mit Dahlmeier wäre der Erfolg wahrscheinlich noch klarer ausgefallen, denn Deutschlands Nummer eins befindet sich in der Form ihres Lebens. "Das waren tolle Rennen, wirklich perfekt. Es lief alles wunderbar, vom ersten bis zum letzten Meter", sagte Dahlmeier nach ihrem überlegenen Sieg in der Verfolgung am Samstag. Fast im selben Atemzug fügte die 23-Jährige jedoch hinzu:
Wo das alles in fast einem Jahr hinführen soll, wenn sie wieder bei voller Leistungsstärke ist, bedarf keiner weiteren Worte. Ob dazu aber die Hilfe von ganz oben vonnöten ist? Dahlmeier antwortete:
Der Ziegel mit dem Olympia-Wunsch schimmerte übrigens kupferfarben. Die Medaille im kommenden Jahr soll dann freilich anders glänzen.
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