Biathlon in Ruhpolding - Männer-Trainer Uros Velepec schimpft über DSV-Ausbildung: Schießzeiten als Problem

Der Cheftrainer der deutschen Biathlon-Männer, Uros Velepec, hat sich negativ über die Ausbildung in deutschen Ski-Schulen geäußert. Der Slowene kritisierte den Fokus auf Präzisionsschießen, anstatt auf Schnellfeuer, das inzwischen zum Standard in Weltcup geworden sei. Die Umstellung im Training sei für seine Athleten angesichts deren Alters nicht mehr einfach zu bewältigen.

Uros Velepec

Fotocredit: Getty Images

Trainer Uros Velepec sieht den Schlüssel zu mehr deutschen Erfolgen im Biathlon in der Steigerung des Schießtempos und prangert dabei Versäumnisse in der früheren Ausbildung an.
"Wir haben nicht die jüngste Mannschaft. Wenn du zehn, 15 Jahre Biathlet bist und in den typisch deutschen Skischulen das Präzisionsschießen gelernt hast, ist das nicht einfach", sagte der für das Männer-Team hauptverantwortliche Slowene am Mittwoch in einer Medienrunde: "Aber das ist nicht der moderne Biathlon."
So könne man nur herangehen, "wenn du mit dem 10. oder 15. Platz zufrieden bist. Das ist zwar ein super Resultat bei der Konkurrenz. Aber wenn du aufs Podium willst, musst du schneller schießen und riskieren", so Velepec, der bereits in der Vorsaison als Co-Trainer von Mark Kirchner fungiert hatte. Er versuche die Muster seiner Athleten nach und nach zu brechen.
"Im ersten Jahr haben wir viel probiert, es war nicht immer gut", erzählte der 56-Jährige: "Seit Mai haben wir es weiter trainiert. Es ist schon besser, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen. Bis zu den Olympischen Spielen muss das passen." Aus seiner Sicht fahre ein Athlet im modernen Biathlon "immer besser mit schnellem Schießen, vollem Risiko und voller Attacke".
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(SID)
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