Deutsche Biathleten hadern vor Olympischen Winterspielen: "Muss uns schon ein richtiger Sensationstag gelingen"

Das deutsche Biathlon-Team um Franziska Preuß hat noch einige Arbeit vor sich, um die Medaillenträume bei Olympia 2026 zu erfüllen. Für die Winterspiele kommen die Topfavoriten aus anderen Nationen, doch chancenlos sind die DSV-Starter in den Rennen im Biathlon-Mekka von Antholz nicht. "Wir sind wirklich nicht weit weg, aber wir müssen uns einfach belohnen für die Arbeit", betont Felix Bitterling.

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Franziska Preuß packte ihr buntes Outfit in eine riesige Tasche. Denn bevor für Deutschlands Sportlerin des Jahres und das deutsche Biathlon-Team die Olympia-Vorbereitung starten, stand am Montag erst einmal die Einkleidung für den Saisonhöhepunkt in der Münchner "World of fashion" auf dem Programm.
"Ich finde es cool, endlich einmal wieder Deutschlandfarben. Genau deswegen freue ich mich darauf", sagte Preuß in ihrer gelben Germany-Jacke mit einem Lächeln, ergänzte aber schnell: "Es ist halt nur ein Zwischenschritt. Ich bin mehr im Hier und Jetzt."
Ein Großteil der Mannschaft wird nach einigen Tagen Erholung direkt zum Höhen-Trainingslager nach Obertilliach in Tirol reisen. Preuß nimmt den Umweg ins tschechische Nove Mesto, wo von Donnerstag bis Sonntag der letzte Weltcup vor den Olympischen Spielen stattfindet. Sie wolle "im Rhythmus bleiben, Rennkilometer machen und in Form kommen", betonte die Gesamtweltcupsiegerin des vergangenen Winters.
Die 31-Jährige wartet immer noch auf die erste Podestplatzierung in dieser Saison. Doch nicht nur bei Preuß hakt es knapp drei Wochen vor dem ersten olympischen Rennen in Antholz (8. Februar) noch. Favoriten auf die begehrten Medaillen sind andere - aktuell Athletinnen und Athleten aus Norwegen, Schweden, Frankreich oder Italien.
"Es gibt schon noch ein, zwei Stellschrauben, die man drehen sollte. Wir sind wirklich nicht weit weg, aber wir müssen uns einfach belohnen für die Arbeit", betonte Felix Bitterling nach dem Heimweltcup in Ruhpolding, bei dem nur die Männer-Staffel aufs Podest gelaufen war.
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Horn und Nawrath mit den einzigen Podestplätzen

Dennoch war der DSV-Sportdirektor um Zuversicht bemüht. Man habe "jetzt nicht diesen einen oder diese eine Superathletin, die hier mit zwei Strafrunden locker zum Sieg cruised. Aber wir haben sehr gute, komplexe Biathleten, die jeden Tag aufs Podium laufen können. Wir müssen uns nicht kleiner machen, als wir sind", sagte Bitterling. Man dürfe aber "nicht darauf hoffen, dass die anderen uns das Podium schenken, das wird nicht passieren".
Philipp Horn als Dritter im Sprint von Hochfilzen und Philipp Nawrath als Zweiter im Sprint von Oberhof hatten in diesem Winter für die bislang einzigen deutschen Podiumsplatzierungen in Einzelrennen gesorgt. Bei den Frauen wurde Preuß dreimal Fünfte. Zu wenig für die Ansprüche und ihr Ziel, bei Olympia eine Einzelmedaille zu holen.
"Es gibt einfach noch Baustellen, die man in den Griff kriegen muss. Ich mache mir viele Gedanken", sagte sie. Bei ihr müsse alles "100 Prozent passen", um das Podium zu erreichen, räumte sie ein. Das Niveau sei "wahnsinnig hoch. Es reicht schon fast nicht mehr, null zu schießen. Du musst in 20 Sekunden null schießen."
Er habe zwar in Oberhof gesehen, "dass es funktioniert", meinte Nawrath. Grundsätzlich brauche es aber einen "richtigen Sensationstag, dass wir vorne mitspielen". Zumindest die Klamotten passen schon mal.
(SID)
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