Biathlon-Startplatzreform: "Mehr Fairness und Spannung"- Experte Michael Rösch sieht Änderung eher positiv

Der Biathlon-Weltverband IBU hat sich für eine umfassende Startplatzreform ab dem kommenden Weltcup-Winter entschieden. Diese könnte für die Top-Athleten schlechtere Bedingungen bedeuten - die Änderungen stoßen auf Kritik aus dem Kreis der Athleten, insbesondere aus dem norwegischen Team. Eurosport-Experte Michael Rösch sieht hingegen auch die Vorteile in den IBU-Plänen.

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Quelle: Eurosport

Im neuen System werden die Athleten in vier Startergruppen eingeteilt. Zunächst starten die Biathleten, die auf Rang 31 oder tiefer im Ranking stehen, während die Topstars erst in der dritten Gruppe ins Rennen gehen.
Die Spitzenathleten entschieden sich aber im bisherigen, freien System aufgrund der Schneebedingungen in der Regel für die erste Startgruppe. Entsprechend fiel die Kritik von deren Seite aus. Vetle Sjestad Christiansen äußerte gegenüber der IBU seine Zweifel an den Anpassungen.
"Generell und aus Sicht des Kommentators finde ich den Ansatz gut", sagte Experte Michael Rösch auf Nachfrage von Eurosport, "weil sich eine gewisse Spannung aufbaut und du nicht die erste Startgruppe mit allen Topleuten hast und dann ist der Käse gebissen. Bei Sigi und mir kann sich so der Blutdruck ganz langsam bis zur kompletten Eskalation steigern."
Diese Spannung könnte ein klarer Vorteil der Reform sein, so Rösch: "Es passiert einfach ganz selten, dass hintenraus nochmal jemand vorne reinläuft. So hast du eine Grundspannung vom Anfang bis zum Ende. Der Athlet freut sich natürlich weniger, weil der beste Athlet auch die besten Bedingungen haben möchte."

Schrumpfung des Starterfeldes eine Lösung?

Der Experte ist auch der Anhänger einer weiteren Reform, wie sie bei Weltmeisterschaften schon zum Einsatz kommt. "Viele fordern ja ohnehin auch im Weltcup eine Schrumpfung des Starterfeldes. Ähnlich wie bei einer WM hättest du dann 80 oder 90 Athleten am Start und nicht 110 oder mehr, wo es am Ende immer wieder derselbe Brei ist."
Ein Hauptargument der IBU sind steigende TV-Quoten, wenn das Rennen bis zum letzten Starter spannend bleibt. Ob die bisherige Startregelung da Nachteile hat, vermag Rösch nicht zu sagen. Für die neue Version sieht er auch in dieser Hinsicht durchaus positive Aspekte.
"Was die Einschaltquoten angeht, müsste man sich das mal anschauen, ob wirklich so viele Leute abgeschaltet haben, wenn das Rennen entschieden war", sagte der ehemalige Top-Biathlet. "Und ob die Zuschauer womöglich bei der neuen Regelung dann später einschalten, wenn sie wissen, dass die besten Athleten ohnehin erst zum Ende kommen.
Ich persönlich glaube das nicht, weil ein Biathlon-Fan einfach gerne Biathlon schaut und das Rennen auf diese Weise länger spannend bleibt - und der Fan eben länger am Fernseher. Ich denke, man sollte das probieren, weil es spannender und allen gegenüber auch ein Stück weit fairer wird."
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Quelle: Eurosport



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