Todestag von Laura Dahlmeier: Weggefährten gedenken der bei einem Bergunfall verunglückten Biathlon-Olympiasiegerin

Anlässlich des Todestages von Biathletin Laura Dahlmeier sind Weggefährten und Freunde zusammengekommen, um ein Jahr später über die verstorbene zweifache Olympiasiegerin von 2018 zu sprechen. Darunter unter anderem Bergsteiger Alexander Huber, Freundin und Kletterpartnerin Tamara Lunger sowie Peter Schlickenrieder, langjähriger Freund und ehemaliger Langlauf-Bundestrainer.

Laura Dahlmeier kam am 28. Juli 2025 beim Bergsteigen in Pakistan ums Leben

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"Verarbeiten kann ich so etwas nicht. Das trage ich durch mein Leben." Mit diesen Worten gedenkt Alexander Huber, ein deutscher Bergsteiger und Wegbegleiter, in einer aktuellen Spezial-Folge auf "ServusTV" der vor einem Jahr verunglückten Biathletin Laura Dahlmeier.
"Ein Schritt zu weit" ist der Titel der Folge, in der Weggefährten und Freunde der zweifachen Olympiasiegerin von 2018 anlässlich ihres Todestages zu Wort kommen.
Am 28. Juli 2025 wurde die gesamte Sportwelt durch die traurige Nachricht erschüttert, dass Dahlmeier im Alter von nur 31 Jahren bei einem durch einen Steinschlag verursachten Bergunfall ums Leben kam. Die Biathletin, die ihre Zeit nach dem Karriereende mit 25 Jahren ihrer Leidenschaft im Bergsteigen widmete, war beim Klettern mit Seilpartnerin Marina Krauss am über 6.000 Meter hohen Laila Peak im pakistanischen Karakorum-Gebirge verunglückt.
Trotz aufwendiger Bergungsarbeiten konnte Dahlmeiers Leiche nicht geborgen werden, zwei Tage später gab das Management ihren Tod bekannt. Dahlmeier hatte schriftlich festgelegt, dass im Falle eines Unglücks beim Bergsteigen sich niemand in Lebensgefahr begeben solle, um ihre Leiche zu bergen.
”Verarbeiten kann ich so etwas nicht. Das trage ich durch mein Leben.” - Alexander Huber, deutscher Bergsteiger
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Laura Dahlmeier verstarb am 28. Juli 2025 bei einem Bergunglück

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Bis heute bewegt das Unglück die Sportwelt, insbesondere Dahlmeiers Freunde und Bekannte, die ein Jahr nach dem tragischen Vorfall ihre Gedanken teilen.
Peter Schlickenrieder und Dahlmeier waren sowohl über den Skisport als auch über das Klettern miteinander verbunden. Der ehemalige Langlauf-Bundestrainer lernte die Biathletin bei einer Tour am Großglockner vor mehr als zehn Jahren kennen. Seitdem hatten die beiden, die zu guten Freunden wurden, mehrere gemeinsame Touren unternommen.
Schlickenrieder über Dahlmeiers Fähigkeit, sich auch in Gruppen unterzuordnen: "Sie hat es genossen, gemeinsam unterwegs zu sein. Im Biathlon war sie Einzelsportlerin. Sie hat die Gespräche und den täglichen Austausch genossen. Sie hat sich auf den Partner und die Partnerin eingelassen. Sie wollte eine gute Zeit mit anderen Menschen verbringen. Das ist für Einzelsportler nicht selbstverständlich. Sie hat auf alle aufgepasst und alle mitgenommen.”
Über Dahlmeiers Antrieb: "Sie war im richtigen Moment immer perfekt fokussiert. Wenn es um die Wurscht ging, war sie im Tunnel und nicht mehr abzubringen. Das erlebt man selten. Sie war am Punkt X da. Die Nebengeräusche musst du da ausschalten. Unglaublich, wie sie das geschafft hat. Gerade bei Großveranstaltungen läuft rundherum nicht immer alles wie geplant. Da musst du in deiner Mitte sein. Sie wusste, wo sie die Extrameile gehen musste.”
Über Dahlmeiers Begeisterung fürs Klettern: "Die Passion für den Bergsport war für sie ihr erster richtiger Job. Und das trotz ihrer Karriere zuvor. Sie wollte den Beruf des Bergführers erlernen, hat das ernst genommen und dafür auch ganz normal bezahlt werden wollen. Sie wollte nicht die beste Alpinistin werden, sondern die Bergwelt einfach entdecken."
Über die Tatsache, dass Dahlmeiers Leichnam in den Bergen blieb: "Es war ihr letzter Wille. Sie ist trotzdem immer noch da. Wo ihr Körper liegt, ist nicht entscheidend. Sie schaut uns jetzt sicher zu und freut sich über die schönen Geschichten, die wir miteinander erlebt haben.”
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Peter Schlickenrieder, ehemaliger Langlauf-Bundestrainer und langjähriger guter Freund von Dahlmeier

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Tamara Lunger verband eine enge Freundschaft mit der Biathletin. Die beiden gingen gemeinsam auf mehrere gemeinsame Kletterausflüge, unter anderem im bayerischen Wettersteingebirge. ”Sie hatte sehr viel Herzlichkeit und Menschlichkeit", erinnert sich Lunger. Die Extrembergsteigerin aus Südtirol spricht über den Erhalt der schrecklichen Nachricht sowie eine besondere Seilschaft, die sich hätte entwickeln können.
Über die Freundschaft mit Dahlmeier: ”Ich glaube, Laura habe ich von Herzen kennengelernt, kannte sie aus dem Fernsehen. Ihre Authentizität hat mich begeistert. Dazu auch ihre Heimatverbundenheit. Man trifft selten Frauen, mit denen man mehr am Berg machen will. Wir wollten sogar noch gemeinsam nach Kirgistan fahren. Es hätte sich eine Seilschaft entwickeln können. Wir haben die Zeit genossen und immer super miteinander gesprochen.”
Über den Erhalt der Schicksalsmeldung: "Ich habe einen Anruf bekommen. Da wurde mir erzählt, dass es nicht so gut um Laura aussieht. Ich war in der Mongolei unterwegs. Der Anruf hat mich viele Tage sehr beeinflusst. Es wurde um mich sehr leise. Das hat viele Löcher aufgerissen. Ich habe mir viele Fragen zum Leben gestellt: 'Ist es das wert?' Ich habe die Trauer mit mir selbst ausgemacht. Das war nicht einfach."
Über emotionale Verbindungen zu Verstorbenen in den Bergen: "Den letzten Willen zu respektieren ist wichtig. Auch wenn es für die Hinterbliebenen nicht so verständlich ist. Eine Bergung kann gefährlich und teuer sein. Es geht nur darum, was der Mensch hinterlässt. Für mich ist es nicht wichtig, dass es einen bestimmten Ort gibt, wo man ihm wieder begegnet. In den Gedanken, Erinnerungen und Emotionen ist es viel schöner.”
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Tamara Lunger, in Freundschaft und Seilschaft mit Laura Dahlmeier verbunden

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Auch Alexander Huber hat die Biathlon-Olympiasiegerin von 2018 beim Bergsteigen begleitet. Thomas Huber, der ältere Bruder von Alexander und ebenso Bergsteiger, war Teil des Bergungsteams, das nach Dahlmeier gesucht hat.
Über das Bergsteigen nach der Karriere: "Ihr großes Ziel war immer, Olympiasiegerin zu werden. Mehr hätte sie da nicht mehr erreichen können. In der Welt der Berge gab es für sie noch so viele Ziele. Es war ein klar sichtbarer Horizont für sie. Vielleicht hat sie wirklich deshalb etwas früher aufgehört. Im Biathlon hatte sie alles erreicht.”
Über das gemeinsame Bergsteigen: "Im Biathlon hat sie alles individuell betrieben. Beim Bergsteigen war ihr die Gemeinschaft sehr wichtig. Am Mont Blanc hat sie einmal auf mich gewartet. Sie hat mich gefragt, ob es mir nicht gut geht. Das ist aber mein Mantra. Sie hat sich die Zeit genommen, um sich das anzuhören. Das hat sie am Bergsteigen so fasziniert. Wir wussten auch, dass sie das alles kann, sie war aber zurückhaltend."
Über die Risiken des Sports: "Es ist eine Realität im Alpinismus. Menschen bleiben am Berg zurück. Es kann zu viel Risiko, aber auch ein unglückliches Schicksal sein. Wir wollen das Licht spüren und das Schöne erleben. Es herrschen Gefahren. Klar ist: Jeder Verlust ist tragisch. Wir müssen alles reflektieren und durchdenken, müssen Strategien überdenken. Das ist ein harter Schlag. Umso härter, je näher der Mensch einem steht.”
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Alexander Huber, deutscher Kletterer und Bergsteiger

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Am 28. Juli 2026, bleibt nicht nur Dahlmeiers äußerst erfolgreiche Sportlerinnenkarriere im Gedächtnis, sondern auch eine Vielzahl an schönen Erinnerungen, die Freunde und Bekannte weiterhin in ihren Herzen tragen werden.
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