Eurosport
DSV-Jäger vor Super-Wochenende angriffslustig
Von
Publiziert 06/03/2015 um 15:50 GMT+1 Uhr
Simon Schempp und Arnd Peiffer fühlen sich in ihrer Favoritenrolle pudelwohl. "Es ist ja auch eine Anerkennung unserer Leistungen, wenn Medaillen erwartet werden und man im Mittelpunkt steht. Für mich ist das kein Druck", sagte Schempp vor dem Sprint bei der Biathlon-WM in Kontiolahti. Am Samstag (13.00 Uhr auf Eurosport) will das deutsche Duo Edelmetall holen.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Zum Auftakt des Super-Wochenendes mit vier von elf Entscheidungen haben die DSV-Skijäger wohl die besten Chancen auf die ersehnte erste Medaille. Schempp mit drei und Peiffer mit einem Saisonsieg sind in starker Form. "Ich hoffe, dass einer von uns durchkommt. Wir werden alles dafür tun", sagte Peiffer. Der Niedersachse holte 2011 in seiner Paradedisziplin den bislang letzten WM-Titel für die Männer, ein Jahr später gewann Magdalena Neuner letztmalig Sprintgold für die Frauen.
Darauf hat Neuners ehemalige Trainingspartnerin Laura Dahlmeier ein Auge geworfen. Nach dem ersten Weltcupsieg ihrer Karriere und drei weiteren Podestplätzen stimmt auch bei der 21-Jährigen aus Partenkirchen die Form. "Ich sehe mich nicht zwangsläufig als Medaillenkandidatin und weiß auch gar nicht so genau, wo ich gerade stehe. Aber ich freue mich einfach, dass es jetzt losgeht", sagte Dahlmeier vor dem Abschlusstraining am Freitag.
Frisch gehen alle drei Überflieger in die WM, denn zum Auftakt schaute das Trio bei der Mixedstaffel nur zu. "Es kann hinten raus auch ein Vorteil sein, wenn man sich das eine oder andere Rennen spart", sagte Herren-Bundestrainer Mark Kirchner. Denn der erste Wettkampf war kräfteraubend. Der aufgeweichte Schnee war tief, das Laufen fiel äußerst schwer. Und während sich andere Goldkandidaten wie Martin Fourcade, Kaisa Mäkäräinen oder Darja Domratschewa durch das sumpfige Geläuf pflügten, sahen die deutschen Asse gemütlich zu.
"Wir wollen weit nach vorne"
Allerdings hätten auch sie sich wohl lieber eine Medaille zum Auftakt gewünscht. Doch beim überlegenen Sieg Tschechiens betrug der Rückstand von Luise Kummer, Franziska Preuß, Daniel Böhm und Benedikt Doll mehr als eine Minute auf Bronze. In den Sprints, und möglichst auch in der Verfolgung am Sonntag (ab 13.15 Uhr), soll das nicht passieren. "Wir wollen weit nach vorne, sind sehr gut vorbereitet", sagte Schempp.
Der Gesamtweltcup-Zweite aus Uhingen peilt nach acht Podestplätzen in diesem Winter seine erste große Einzelmedaille an. "Aber es interessiert keinen, was am Vortag oder vor zwei Wochen war. Man muss sich jedes Rennen neu erarbeiten", sagte der 26-Jährige, der durch seine Erfolge "eher positiven als negativen Druck" empfindet und sich "schon sehr auf den Start freut". Wegen einer Erkältung kommt Andreas Birnbacher hingegen nicht wie geplant zum Einsatz, er wird von Benedikt Doll ersetzt.
Vier Medaillen als Ziel
Nach den beiden verkorksten Großereignissen - sowohl bei der WM 2013 als auch bei Olympia 2014 gab es nur jeweils zwei Medaillen - stehen die Biathleten schon etwas unter Druck. Viermal Edelmetall sollten sie aus Finnland mitbringen, um die Ziele des Deutschen Skiverbandes (DSV) nach acht Medaillen bei der nordischen WM in Falun zu erfüllen.
Schempp und Peiffer bleiben trotzdem locker. "Vielleicht muss man sich etwas davon lösen, dass man als Mitfavorit genannt wird. Wir müssen ein gutes Rennen machen und nicht unterwegs schon an Medaillen denken", sagte der 27 Jahre alte Peiffer. Ein bisschen positive Anspannung sei dabei aber gar nicht schlimm: "Wenn ich nachts vor Aufregung nicht schlafen kann, mache ich am nächsten Tag meistens meine besten Rennen."
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung