Olympia 2022 - US-Pilotin Kaillie Humphries schreibt Bob-Geschichte: Ein Sieg gegen die Heimat

US-Bobpilotin Kaillie Humphries hat mit ihrem Olympiasieg im Monobob gleich doppelt Geschichte geschrieben. Die 36-Jährige hat nämlich nicht nur die olympische Premiere des Monobobs für sich entschieden. Die gebürtige Kanadierin ist auch die erste Athletin, welche für zwei verschiedene Nationen eine Goldmedaille holen konnte. Die Geschichte hinter ihrem Erfolg verbirgt so manche Brisanz.

Kaillie Humphries

Fotocredit: Getty Images

Kaillie Humphries legte die rechte Hand auf die Brust und sang voller Stolz "The Star-Spangled Banner", die Hymne ihrer neuen Heimat. Das Bild, das von der ersten Olympiasiegerin im Monobob um die Welt ging, schien vor allem eine Botschaft zu vermitteln: Humphries ist angekommen in den USA. Und hat abgeschlossen mit ihrem Geburtsland Kanada.
"Die Reise hierher war sehr hart und sehr lang. Alle Zweifel sind weg. Es ist eine Ehre, für die USA hier zu sein", sagte Humphries.
Gerührt von der "Unterstützung" und "Liebe" ihres Teams und ihres neuen Landes ergänzte sie: "Alle, die mich in den vergangenen vier Jahren unterstützt haben, dieser Sieg ist für sie."
Zwei olympische Goldmedaillen hatte die Ausnahmepilotin vor ihrem Triumph in China bereits gewonnen - allerdings für Kanada. Dann, nach den Winterspielen 2018, kam es zum Bruch: Die heute 36-Jährige verließ den kanadischen Verband im Streit, erhob schwere Vorwürfe.
Öffentliche Erniedrigung, psychischer Missbrauch und verbale Angriffe - Humphries fühlte sich gemobbt. Aufgeklärt wurden ihre Anschuldigungen bislang nicht, viele Fragen bleiben offen.
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Triumphfahrt zu Gold: Humphries dominiert im Monobob

Quelle: Eurosport

Humphries hat eine neue Heimat gefunden

Ganz deutlich machte Humphries am Montag allerdings: Sie identifiziert sich voll und ganz mit den Vereinigten Staaten. Ihr Haar unter dem Helm band sie mit einem rot-weiß-blauen Stück Stoff zusammen. Nach der Zieldurchfahrt stand sie in ihrem Monobob und skandierte: "U-S-A, U-S-A, U-S-A!"
"Dieser Sieg fühlt sich für mich viel emotionaler an", sagte die fünfmalige Weltmeisterin noch. Humphries ist die erste Frau, die Gold für zwei verschiedene Länder holte.
Dabei war lange gar nicht klar, ob sie in China unter US-Flagge starten kann. Erst im Dezember erwarb sie die amerikanische Staatsbürgerschaft, dann warf sie auch noch eine Corona-Infektion zurück.
Doch in Yanqing bekam sie ihr Happy End. Zum Siegerfoto posierte Humphries Arm in Arm mit Silbermedaillengewinnerin Elana Meyers Taylor, ebenfalls USA - die Kanadierin Christine de Bruin, ihre einstige Teamkollegin, stand auf dem Bronzerang etwas verloren daneben. Auch das war ein Bild mit Symbolcharakter.
(SID)

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Triumphfahrt zu Gold: Humphries dominiert im Monobob

Quelle: Eurosport

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