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Wladimir Klitschko und Kiews Bürgermeister Witali Klitschko bitten um Solidarität mit Ukraine
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Publiziert 24/02/2022 um 19:48 GMT+1 Uhr
Die ehemaligen ukrainischen Box-Weltmeister Wladimir Klitschko und Witali Klitschko haben zur Solidarität mit der Ukraine aufgerufen. In einem Gastbeitrag für "Zeit Online" schilderte der jüngere Bruder Wladimir die Situation in Kiew und wandte sich dabei auch an die deutsche Bevölkerung: "Auch Deutschland kann handeln (...). Verschaffen Sie der Stimme der Demokratie Gehör", so der 45-Jährige.
Wladimir Klitschko (li.) und Witali Kitschko (re.)
Fotocredit: Eurosport
"Ich schreibe Ihnen aus Kiew, der Hauptstadt eines Landes, das sich im Krieg befindet und von allen Seiten angegriffen und überfallen wird. Es ist nicht 'der Krieg in der Ukraine', es ist Putins Krieg", beginnt Klitschko seine Nachricht.
"Hinter dem Nebel der letzten Wochen verbargen sich also minutiöse Vorbereitungen, um einen seit Monaten ausgearbeiteten Plan in Bewegung zu setzen. Vorbei ist es mit dem Nebel und den falschen diplomatischen Eröffnungen. Der russische Präsident verwendet nun eine Kriegsrhetorik in der reinsten bolschewistischen Tradition und schreibt die Geschichte neu, um seine Neuaufteilung der Grenzen zu rechtfertigen. Er macht deutlich, dass er den ukrainischen Staat und die Souveränität seines Volkes zerstören will. Nach Worten folgen nun Raketen und Panzer. Zerstörung und Tod kommen über uns. So ist es, Blut wird sich mit Tränen vermischen", schreibt der 45-Jährige weiter.
Man müsse "der Realität ins Auge blicken und den Mut haben, die Konsequenzen für unsere Zukunft und die unserer Kinder zu ziehen. Dies ist ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht. Und, wenn Sie genau hinhören, spricht dieser Krieg auch von Europa und damit auch von Deutschland", richtet sich Klitschko in seinem Gastbeitrag für die "Zeit" direkt an die deutsche Bevölkerung.
Putin wolle "das geopolitische Gleichgewicht in ganz Europa infrage stellen, er träumt davon, der Verteidiger der slawischen Völker zu sein, wo auch immer sie leben, und will ein gefallenes Imperium wiederherstellen, dessen Untergang er nie akzeptiert hat. Er betrachtet unseren Kontinent durch eine verzerrende Brille, die Brille einer fantasierten glorreichen Vergangenheit. Dennoch hat dieser Größenwahn sehr reale Auswirkungen. Die europäische Lebensweise ist bedroht, die Freiheit der Völker, über sich selbst zu bestimmen, ist bedroht und die Demokratie ebenso."
Klitschko: "Es gibt keine Demokratie ohne Demokraten"
Das ukrainische Volk sei nichtsdestotrotz stark und werde sich "in dieser schrecklichen Prüfung treu bleiben", glaubt der einstige Profiboxer, dessen älterer Bruder Witali heute Bürgermeister von Kiew ist. Gemeinsam haben die beiden Ukrainer überdies eine Videobotschaft aufgenommen, die sie auf Instagram posteten.
Die Ukrainer sehen sich "nach Souveränität und Frieden" und sei ein "Volk, das das russische Volk als seinen Bruder betrachtet. Es weiß, dass dieses im Grunde genommen diesen Krieg nicht will. Das ukrainische Volk hat sich für die Demokratie entschieden. Aber: Die Demokratie ist ein fragiles Regime. Die Demokratie kann sich nicht selbst verteidigen, sie braucht den Willen der Bürger, das Engagement aller. Im Grunde gibt es keine Demokratie ohne Demokraten."
Auch die Menschen in Deutschland könnten handeln. "Lassen wir uns nicht von der Angst ergreifen, bleiben wir nicht erstarrt. Putin schießt auf ukrainische Städte, aber er zielt auf unsere Herzen und vor allem auf unseren Verstand. Er will Zweifel und Verwirrung und damit Untätigkeit erzeugen."
Klitschko ruft Deutschland zur Solidarität auf
Die deutsche Bevölkerung könne "sich mobilisieren und eine riesige Demonstration in ganz Deutschland organisieren. Verschaffen Sie sich Gehör. Verschaffen Sie der Stimme der Demokratie Gehör. Sagen Sie laut und deutlich, dass das Völkerrecht und die Demokratie angegriffen werden, dass der Krieg das größte aller Übel ist und dass das Leben heilig ist", forderte Klitschko. "Sagen Sie auch, dass Solidarität zwar gut, Unterstützung aber besser ist. Sagen Sie, dass der Marsch des Imperialismus jetzt gestoppt werden muss. Denn wer kommt nach der Ukraine an die Reihe?", fragt der ehemalige Sportler.
Der Krieg gegen die Ukrainer sei "nicht nur das Ergebnis des Wahnsinns eines Mannes, sondern auch das Ergebnis der jahrelangen Schwäche der westlichen Demokratien. Dieser Wahnsinn muss jetzt gestoppt werden, indem die Abschreckung verstärkt wird. Unsere Regierungen müssen die Dinge klar und deutlich sagen. Wenn Putin seinen Plan für einen Regimewechsel in Kiew wirklich umsetzt, dann müssen die Demokratien in der ganzen Welt schon jetzt über einen Regimewechsel in Moskau nachdenken. Bevor es zu spät ist."
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Quelle: Perform
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