Mike Horn reist von der Arktis nach Dakar um das nächste Abenteuer zu erleben

Mike Horn war mehrere Wochen im arktischen Eis gefangen. Wenige Tage nach seiner Rettung erlebt der Extremsportler bei der Rallye Dakar in Saudi-Arabien sein nächstes Abenteuer, denn Dakar stand bei ihm sehr weit oben auf der Liste. Mit Cyril Despres hat er einen guten Freund als Mitfahrer, gegenseitig können sich beide ihre Fehler verzeihen.

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Die warmen Temperaturen im Fahrerlager der Rallye Dakar genießt Mike Horn ganz besonders. "Ich bin einfach froh, die Sonne zu sehen", sagt er mit einem breiten Lächeln: "Das habe ich gebraucht nach vier Monaten in der Dunkelheit." Nur eine Woche nach seiner Rettung aus dem Arktischen Ozean und der Rückkehr aufs Festland stürzte sich der Extremsportler aus Südafrika in sein nächstes großes Abenteuer.
"Die Hitze der Sonne hilft mir, mich schnell zu erholen", erzählt der Wahlschweizer dem "SID". Erholung bei der härtesten Wüstenrallye der Welt in Saudi-Arabien? Natürlich, vor Kurzem hatte es noch "Temperaturen von minus 40 Grad, heute sind wir 30 Grad im Plus". In den "wildesten Träumen" hatte selbst er sich nicht vorstellen könne, wie sich das anfühlt.

Dakar weit oben auf seiner Liste

Dabei lebt Horn von Expedition zu Expedition. Zuletzt plante er mit seinem Reisepartner Borge Ousland die Durchquerung des Nordpolarmeeres innerhalb von zwei Monaten auf Skiern, aufgrund von dünnem Eis mussten beide gerettet werden. Davor umrundete er die Erde am Äquator ohne motorisiertes Fahrzeug in 18 Monaten oder reiste mehr als zwei Jahre im Alleingang zum nördlichen Polarkreis.
Die Dakar steht auf seiner persönlichen Liste der verrücktesten Missionen "ganz weit oben". Nun sitzt der 53-Jährige an der Seite von Dakar-Legende Cyril Despres, fünfmaliger Sieger mit dem Motorrad, in einem Side-by-Side (eine Mischung aus Buggy und Quad) von Red Bull - ohne jemals zuvor Rennerfahrung in einem Rallye-Auto gesammelt zu haben.
Horn ist für die Navigation zuständig, das Verständnis für das nötige "Roadbook" - eine Art Bibel für Co-Piloten mit Hinweisen zur Streckenführung - sei die größte Herausforderung. Ein Vorteil:

"Ich will einfach wieder die Natur genießen"

Wenn Horn über die Dakar spricht, dann gerät er ins Schwärmen. "Die Landschaften zu bewundern, neue Kulturen und Menschen kennenzulernen. Es ist ein fantastisches Gefühl", sagt er mit strahlenden Augen, "all das gehört zu den großartigsten Erfahrungen meines Lebens."
Auch sportliche Ambitionen hegt der Extremsportler. "Wir haben das Potenzial, ein gutes Resultat einzufahren", sagt Horn, der mit Despres in der SSV-Klasse antritt:
Nach der Dakar fliegt Horn direkt nach Norwegen, um mit dem Segelboot nach Monaco zu fahren und seine eigentliche Expedition zu beenden. Im Mai 2016 war er von Monaco aus zu einer 27.000 Kilometer weiten Weltumsegelung via Nord- und Südpol aufgebrochen. Den Sommer wird Horn dann in Grönland verbringen, "auf Berge klettern und an Orte fahren, wo ich das Umfeld kontrollieren kann".
Denn man müsse sich nicht immer die Finger abfrieren und dem Tod nahe sein, um das Leben auszukosten. "Ich will einfach wieder die Natur genießen", sagt Horn. Dazu hat er bei der Rallye Dakar genügend Gelegenheiten.
(SID)
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