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Rallye Dakar 2020: Jutta Kleinschmidt sieht Gastgeber Saudi-Arabien nicht so negativ
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Publiziert 10/01/2020 um 17:15 GMT+1 Uhr
Die bislang einzige Dakar-Siegerin Jutta Kleinschmidt will in Saudi-Arabien eigene Eindrücke sammeln. Die Kritik am Land und den Sportevents möchte sie nicht pauschal teilen. Saudi-Arabien gibt sich weltoffen, im Kampf für mehr Frauenrechte liegt die Hoffnung auf dem positiven Einfluss des Sports. Kleinschmidt sieht durch die Rallye Dakar 2020 auch eine Chance Frauen zu erreichen.
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Nach ihrem Spaziergang über die Promenade von Dschidda war Jutta Kleinschmidt positiv überrascht. "Es waren viele junge Frauen unterwegs, die mich angesprochen haben. Man merkt, dass sie schon sehr emanzipiert sind und auch diese Gleichberechtigung wollen", sagte die bislang einzige Siegerin der Rallye Dakar über ihren ersten Eindruck von Saudi-Arabien.
Allerdings sei sie "doch mit Bedenken hierher gekommen", erzählte Kleinschmidt dem "SID": "Ich habe in meinem Gepäck schon alles Mögliche dabei gehabt, um mich einzuwickeln." Das sei aber gar nicht notwendig gewesen, nur sollte man "vielleicht nicht die kürzesten Hosen anziehen, aus Respekt der Bevölkerung gegenüber".
Kleinschmidt sieht Sportevents in Saudi-Arabien positiv
Für die Präsidentin der Cross-Country-Rallye-Kommission im Motorsport-Weltverband FIA zähle vor allem, dass die Rallye etwas bewirke. Wenn Sportevents "in solche Länder gehen, dann hilft es Frauen vielleicht, dieses Selbstbewusstsein aufzubauen, um ihre Rechte einzufordern", sagte die 57-Jährige.
Aber: "In letzter Zeit sind Attacken und unschöne Dinge bezüglich Menschenrechten passiert", fügte Kleinschmidt hinzu, "wo wir sagen, das können wir mit dem Gewissen in Europa nicht vereinbaren." Dann mache man sich natürlich seine Gedanken, aber deswegen sei es wichtig, in das Land zu reisen und sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen.
Saudi-Arabien wegen Missachtung von Menschenrechten in Kritik
Saudi-Arabien, das für die Missachtung von Menschenrechten und die Unterdrückung von Dissidenten kritisiert wird, gibt sich im Rahmen der Rallye Dakar als weltoffen. Kronprinz Mohammed bin Salman hatte in den vergangenen Jahren ein Reformprogramm in die Wege geleitet, um das erzkonservative Königreich in ein besseres Licht zu rücken.
So wurden auch Beschränkungen für Frauen gelockert, seit eineinhalb Jahren dürfen sie mit dem Auto fahren und seit vergangenen Sommer ohne die Erlaubnis eines Mannes reisen.
Minky Worden von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte Veranstalter und Fahrerinnen in einem Statement indes auf, sich "gegen die Misshandlung der saudischen Regierung gegenüber Frauenrechts-Aktivistinnen auszusprechen". Weitere Kritiker bezeichnen die Reformen als Kosmetik, es herrsche weiterhin männliche Vormundschaft.
Fischer eine von 13 Frauen bei Rallye Dakar 2020
13 Frauen sind bei der Dakar im Einsatz, darunter auch die deutsche Beifahrerin Annett Fischer. Die Berlinerin navigiert ihre italienische Pilotin Camelia Liparoti durch die Wüste, als einziges Frauen-Duo und - in einem pinken Rennwagen. "Natürlich wollen wir damit ein Zeichen setzen", sagte Fischer, "um für Frauen überall in der Welt eine Inspiration zu sein."
Zwar sieht sie die politische Situation im Land auch kritisch, warnte aber vor einer Verallgemeinerung:
Die 34-Jährige wolle sich ebenfalls gern ein eigenes Bild von der Lage machen und betonte: "Sport kann viel verändern."
Sanz will Frauen-Stärke zeigen
Die spanische Motorradpilotin Laia Sanz gilt als weibliches Aushängeschild der Dakar, fühlt sich in Saudi-Arabien sehr willkommen, meint aber auch: "Es wäre schön, wenn wir irgendwie helfen können, zu zeigen, dass wir Frauen stark sein können."
Und Kleinschmidt stimmte zu, das würde sehr viele junge Frauen motivieren, Rennen zu fahren.
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(SID)
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