Olympia 2022: Niklas Edin führt Schweden als Skip zur Goldmedaille gegen Großbritannien im Finale

Niklas Edin führt die schwedischen Curler als Skip zum Sieg bei den Olympischen Spielen in Peking. Eigentlich ein Wunder, denn sein Körper ist nach zehn OPs in den vergangenen zehn Jahren eine ziemliche Baustelle. Am Samstag sorgte Edins letzter Stein dafür, dass er die Briten buchstäblich aus dem Haus warf. Es war aber nicht der in die Wiege gelegte Wunsch von Niklas Edin, Curler zu werden.

Letzter Stein: Großbritannien verfehlt Ziel - Schweden jubelt über Gold

Quelle: Eurosport

Es sind diese ganz großen Spiele, die Niklas Edin braucht, um zu dieser ganz großen Form aufzulaufen. "Im Training bin ich meistens völlig nutzlos", sagt der 36-Jährige.
Da fehlt halt der Kick, dieser unbedingte Ehrgeiz, es allen zu zeigen. Wenn Edin es allen zeigt, ist er der beste Curler der Welt.
Fokussiert, präzise, kreativ, nervenstark. Und natürlich ist er der Skip der Schweden, der Kapitän, dessen Aufgabe es ist, die letzten beiden Steine einer Partie zu legen. Dann eben, wenn es um alles geht. So wie am Samstag in Peking, als Edins letzter Stein die Briten buchstäblich aus dem Haus warf.
Es war nicht der in die Wiege gelegte Wunsch von Niklas Edin, Curler zu werden.
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Letzter Stein: Großbritannien verfehlt Ziel - Schweden jubelt über Gold

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Niklas Edin: Zehn OPs in zehn Jahren

Als Junge hat er alles gemacht: Fußball, Pool-Billard, Tennis, Leichtathletik, Tischtennis. Als er 13 war, sah er während Olympia in Nagano zufällig beim Curling zu, woraufhin seine Mutter drei seiner Freunde und ihn zu einem Schnupperkurs anmeldete. "Ich dachte, Leute, ist das peinlich", erzählt Edin. Zwei Jahre später landeten drei der Jungs in der schwedischen Curling-Akademie.
Edins größtes Problem war und ist die Gesundheit. Schon als Kind hatte er Probleme mit Hernien, später kamen reichlich andere Baustellen dazu: Ellbogen, Handgelenk, Rücken, Knie, Schulter - und immer wieder Hernien, die operativ behandelt werden mussten.
Zehn OPs in den vergangenen zehn Jahren haben Spuren hinterlassen, Tennis, Fußball, Skilaufen, alles undenkbar. "Curling war meine Chance, Sportler zu bleiben", sagt er.
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Quelle: Eurosport

Edins größte Inspiration ist seine Schwester

Aber Edin klagt nicht, im Gegenteil, er sucht sich Nischen. Noch lieber als Curling spielt er 9-Ball, eine Disziplin des Pool-Billard, manchmal bis zu 45 Stunden pro Woche. "Dabei muss ich nachdenken", sagt er, "im Curling ist alles Routine, da kann mich nichts überraschen, da läuft alles von selbst." Vielleicht auch deshalb rief er seinen Teamkollegen in der finalen Crunch Time in Peking zu: "Denkt nicht so viel nach."
Edin bezeichnet sich auch schon mal gerne als faul, seine größte Inspiration ist deshalb seine Schwester Sonja: "Sie hat zwei Kinder, zwei Pferde, vier Hunde, neben ihrer Arbeit studiert sie noch und läuft Marathon. Sie ist 30 Stunden täglich in Bewegung, sie ist eine Heldin." Aber irgendwie ist Niklas Edin ja auch so eine Art Held.

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(SID)
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Spannung pur in der Verlängerung: Schweden holt Gold nach Nervenschlacht

Quelle: Eurosport

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