Cyclocross: Eli Iserbyt beim Koppenbergcross mit Bier beschüttet - Lars van der Haar fährt in einer eigenen Liga

Unter anderem dank einer beeindruckenden Runde, die 30 Sekunden schneller war als die aller Konkurrenten, hat Lars van der Haar (Baloise-Trek Lions) zum zweiten Mal nach 2022 das Koppenbergcross gewonnen. Beim Auftakt zur X2O Trofee siegte er 34 Sekunden vor dem Zweitplatzierten Eli Iserbyt (Pauwels Sauzen-Bingoal). Toon Aerts (Deschacht-Hens) komplettierte das Podium mit 54 Sekunden Rückstand.

Eklat beim Cyclo-Cross: Fan schüttet Iserbyt Bier ins Gesicht

Quelle: Eurosport

Im Zweiersprint um den vierten Platz war Thibau Nys (Baloise-Trek Lions) schneller als Michael Vanthourenhout (Pauwels Sauzen-Bingoal).
Van der Haar fährt bislang eine sehr starke Saison. Bei seinem fünften Einsatz feierte er seinen dritten Sieg, schlechter als Vierter war er nie und mit seinem dritten Rang zuletzt in Overijse war er unzufrieden, weil er nicht "genug Risiken eingegangen war".
Diesen Fehler hatte er in Oudenaarde nicht mehr gemacht. "Außerdem hatte ich ein ganz anderes Gefühl beim Einfahren und auf der Rolle. Meine Beine waren gut", freute sich der Sieger im Ziel-Interview.
Sein entscheidender Angriff erfolgte zur Rennmitte. "Eigentlich wollte ich länger warten, aber die Chance bot sich, weil alle in die Materialzone fuhren und jeder schon gearbeitet hatte. Da musste ich es einfach probieren", blickte van der Haar zurück.
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Van der Haar fliegt auf dem Koppenberg allen davon - Highlights

Quelle: Eurosport

Van der Haar am Ende mit Schaltproblemen

Was folgte war eine Lehrstunde für den Rest, wie sie ansonsten in so einem Feld höchstens Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck) erteilen kann.
Der Woudenberger nahm Iserbyt eine halbe Minute ab, Aerts war als Drittbester weitere neun Sekunden langsamer.
"Ich fühlte mich wirklich sehr gut, vor allem in den technischen Passagen. Ich hatte auch den Reifendruck senken lassen. Nur in der letzten Runde hatte ich Angst wegen meiner Kette, die enorm oft durchrutschte. Ich traute mich kaum noch zu schalten", erklärte van der Haar seine schlechtere Schlussrunde, in der er noch fünf Sekunden auf seine beiden Verfolger einbüßte.

Iserbyt von Fan attackiert

Chancenlos gegen den "Terrier" war dieses Mal Iserbyt. "Ich bin schon ein wenig enttäuscht. Lars fuhr eine Superattacke, die er bergauf auch lange durchziehen konnte. Ich kam nicht an sein Hinterrad. Ich habe probiert den Schaden zu begrenzen, denn das Klassement ist mir wichtig", befand der Pauwels-Profi nach seinem dritten zweiten Platz im fünften Saisonrennen.
Der Belgische Meister wurde in der Anfangsphase des Rennens noch mit Bier beworfen. "Er hat mich voll im Gesicht getroffen und das hat mich ein oder zwei Runden richtig geärgert. Ich habe meinen Fokus zum Ende hin aber wiedergefunden", resümierte der 27-Jährige.
Deutlich zufriedener war Aerts, der erstmals nach Ablauf seiner Dopingsperre wieder aufs Podium fahren konnte. "Seit dem Comeback lief es eigentlich sehr gut, aber letzte Woche in Overijse hatte ich einen Offday - und dann schlagen die Zweifel zu. Es wird aber vermutlich die ganze Saison ein wenig so weiter gehen: fallen und wieder aufstehen. Heute genieße ich aber, denn ich bin endlich wieder auf dem Podium", strahlte der Europameister von 2016.

Köpsel bester Deutscher

Jonas Köpsel (Peter Pane-Nagel) war der beste von vier Deutschen im Rennen.
Er kam auf Position 25 ins Ziel und war damit der einzige Athlet aus der Bundesrepublik, der nicht vorzeitig vom Parcours geholt wurde.
Im Klassement führt van der Haar 19 Sekunden vor Iserbyt, der sich beim Zwischensprint 15 Bonussekunden gesichert hatte. Das zweite von acht Events in der X2O-Serie findet am 10. November in Lokeren statt.
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