Heiligabend im Kreise seiner Liebsten, Krafttanken für die schwierige WM-Mission - so hatte sich Michael van Gerwen sein Weihnachtsfest ausgemalt. Doch die Pläne des Darts-Stars änderten sich am Sonntag schlagartig. Anstatt über die Feiertage in seine niederländische Heimat zurückzukehren, erlebt die Nummer eins der Welt das Fest der Liebe nun in Isolation.
"Okay, also verbringe ich Weihnachten in London. Die neuen Regeln heute haben mir die Entscheidung einfach gemacht", schrieb der zweifache Familienvater am Sonntagabend auf Twitter. "Es ist hart, die Familie allein zu lassen, aber sie hat mich in meiner Entscheidung bestärkt." Hätte der dreimalige WM-Champion anders gehandelt, hätte er womöglich nicht zur Weltmeisterschaft in den Alexandra Palace zurückkehren können.
Nach den jüngsten Reisebeschränkungen für Großbritannien in zahlreichen Ländern empfahl die Professional Darts Corporation (PDC) den WM-Teilnehmern, die Insel nicht zu verlassen. Die neu entdeckte und mutierte Coronavirus-Variante zwingt den Weltverband dazu.
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"Wir haben Spielern, die nicht aus Großbritannien kommen, geraten, über Weihnachten im Hotel zu bleiben, falls es zu Reiseeinschränkungen kommt. Die meisten, wenn nicht alle, werden das wohl tun", schrieb PDC-Geschäftsführer Matthew Porter bei Twitter. Wer entgegen der Empfehlung handele, tue dies auf "eigenes Risiko".

Darts-WM: Deutsches Duell in Runde zwei

Diverse Länder stellten die Verkehrsverbindungen nach Großbritannien ein. Zug- und Luftverkehr sind etwa in Deutschland seit Montag zunächst bis zum 31. Dezember unterbrochen. Das Fährterminal im englischen Dover ist geschlossen, der Eurotunnel ebenfalls gesperrt.
Somit sitzen auch Gabriel Clemens und Nico Kurz, die am Montagabend in der zweiten Runde das erste deutsche WM-Duell überhaupt austragen, auf der Insel fest. Clemens wollte sich am Vormittag auf "SID"-Anfrage aufgrund des anstehendes Matches nicht zur Situation äußern. Bei der Tageszeitung "Die Welt" hatte er zuvor jedoch angekündigt, im Falle des Weiterkommens die Feiertage in England verbringen zu wollen.
Bereits zurück in Deutschland sind dagegen die Mitarbeiter des übertragenden TV-Senders "Sport1". Die Münchner zogen ihr Team um Moderator Hartwig Thöne und Reporterin Jana Wosnitza am späten Sonntagabend aus London ab, zuvor hatte das Team innerhalb kürzester Zeit sein Studio abgebaut und den Alexandra Palace verlassen.

Darts-WM: Bislang nur ein Teilnehmer positiv getestet

"Die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat selbstverständlich immer höchste Priorität. Daher haben wir uns in Absprache mit den involvierten Redaktionsmitgliedern gestern umgehend dazu entschieden, unser Team aus London abzuziehen", teilte "Sport1"-Chefredakteur Pit Gottschalk auf "SID"-Anfrage mit. Der Sender überträgt weiter aus Ismaning.
Ob die Austragung der WM, die nur unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen und abgesehen vom Eröffnungstag bisher ohne Zuschauer austragen wurde, durch die Corona-Mutation in Gefahr geraten könnte, war zunächst nicht absehbar. Bisher ist der Niederländer Martijn Kleermaker als einziger Teilnehmer positiv auf Corona getestet und aus dem Turnier genommen worden.
Bis zum 23. Dezember geht es im Ally Pally zunächst weiter, nach der Pause über Weihnachten folgt zwischen den Jahren wie gewohnt die heiße Turnierphase. Normal ist in diesem Jahr dennoch nichts bei der Darts-WM.
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(SID)

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