Olympia 2016: Isabell Werth und Weihegold tanzen weiter

Nach ihrem erneut goldenen Ritt in den Olymp, so wusste Großbritanniens Dressur-Queen Charlotte Dujardin zu berichten, seien Mitglieder des deutschen Teams zu ihr geeilt, um ihr schon mal vorab zum Sieg zu gratulieren: "Sie haben gesagt, Charlotte, du bist ein Tier. Ich habe geantwortet: Das habe ich alles von eurer Isabell gelernt."

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Neben ihr saß die erfolgreichste Reiterin der Olympia-Geschichte und grinste. Das Gesicht noch immer gerötet von der Anstrengung im Sattel, die Silbermedaille für Platz zwei in der Kür um den Hals, ließ Isabell Werth endlich raus, was alle unbedingt von ihr hören wollten. "Ich habe nicht vor, meine Karriere zu beenden", sagte die 47-Jährige: "Und wenn ich weitermache, dann natürlich auf Topniveau. Mal sehen, ob es für die nächsten vier Jahre noch reicht."
Die nächsten vier olympischen Jahre gehen bis Tokio 2020. Isabell Werth ist dann 51, ihre hochveranlagte Stute Weihegold 15 und damit im allerbesten Dressuralter. Was Weihegold, das eher kleine Pferd ohne das ganz große Gangbild, heute schon kann, lässt im Hinblick auf Tokio olympische Träume in Gold reifen. "Langsam, langsam", sagt Werth dazu: "In vier Jahren kann vieles, kann alles passieren."

Werth großes Vorbild für Dujardin

Gerade Werth weiß sehr genau, wovon sie spricht. Es ist noch keine fünf Monate her, da war ihre Teilnahme in Rio in weite Ferne gerückt. Ihr Paradepferd Bella Rose und auch Don Johnson als Plan B fielen verletzt aus, die Reiterin stürzte "in ein sehr tiefes Loch". Dann besann sie sich auf ihre beiden Youngster, auf Weihegold und Emilio, und schnell war klar, dass die olympische Wahl auf Weihegold fallen würde.
In der kurzen Zeit seit April hat die geniale Reiterin Isabell Werth die schwarze Stute auf höchstes olympisches Niveau gebracht. "Es gibt eigentlich in meinem Sport niemanden, zu dem ich aufschaue - mit Ausnahme von Isabell", sagte die mit nun drei olympischen Goldmedaillen dekorierte Charlotte Dujardin: "Sie ahnt wahrscheinlich gar nicht, wieviel ich von ihr gelernt habe."

Weihegold beeindruckt

Mit all ihrer Erfahrung wusste Werth auch, dass sie die von Dujardin und Valegro vorgelegten fast 94 Prozentpunkte in der Kür nicht knacken konnte, dennoch gab sie wie immmer alles. "Wir hätten ein Weltwunder gebraucht, um Charlotte einzuholen", sagte sie. Ohne die zwei kleinen Unregelmäßigkeiten beim starken Trab und dem Übergang zur letzten Piaffe hätte es wohl zu einer 90 gereicht - eine Leistung, die Weihegold im Vorfeld kaum jemand zugetraut hatte.
Die Stute ist eher klein, sie hat keinen so starken Gang, kein so überdeutlich zur Schau gestelltes Selbstbewusstsein wie Valegro - aber sie hat eine Reiterin, mit der alles möglich ist. Auch und vor allem auf dem Weg nach Tokio 2020.
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