Den spektakulärsten Treffer beim historischen Torfestival zum WM-Auftakt feierte Matthias Plachta mit breitem Grinsen. In doppelter Unterzahl hatte der Eishockey-Nationalspieler den Puck ins Netz gelöffelt, nachdem er Sekunden zuvor beinahe ins eigene leere Tor getroffen hätte. "So was sieht man nicht oft", meinte sein Teamkollege Tom Kühnhackl nach dem 9:4 (2:2, 5:0, 2:2) in Riga gegen Italien lachend, "das haben sie super rausgespielt."
Plachta und Co. hatten den krassen Außenseiter in dieser Szene regelrecht vorgeführt - und mit dem zwischenzeitlichen 8:2 (43.) den Pflichtsieg zum WM-Start endgültig unter Dach und Fach gebracht. Dass dann in Unterzahl die Scheibe noch zweimal im deutschen Tor einschlug, war nicht mehr als ein Schönheitsfehler beim höchsten Sieg gegen Italien in der WM-Geschichte.
"Wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein. Wir haben sehr viele Dinge gut gemacht", sagte der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Kühnhackl, der selbst das 1:0 erzielt hatte (16.).
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20/05/2021 AM 14:34
Kurios: Auch sein zuvor letztes Länderspieltor hatte der ehemalige NHL-Stürmer in Riga erzielt - zum entscheidenden 3:2 gegen Lettland in der Olympia-Qualifikation 2016, das die Silbersensation von Pyeongchang erst möglich machte. "Dass ich hierher zurückkomme und gleich das erste Tor schieße, ist was Besonderes", meinte Kühnhackl.

Eishockey-WM: Deutschland dreht nach Rückstand auf

Danach jedoch holperte es im deutschen Spiel: Innerhalb von 27 Sekunden geriet das Team von Bundestrainer Toni Söderholm durch Alex Petan (18.) und Luca Frigo (19.) in Rückstand. "Unser Start war nicht der beste", gab Doppeltorschütze Marcel Noebels zu, "aber nach dem 1:2 waren alle wach."
Kapitän Moritz Müller (19.), NHL-Stürmer Tobias Rieder (25.), der künftige Münchner Frederik Tiffels (28.), die Berliner Noebels (36./39.), Lukas Reichel (38.) und Leo Pföderl (49.) sowie Plachta (43.) schossen den höchsten WM-Sieg seit 16 Jahren heraus. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die nach zwei Wochen ohne Spielpraxis und nur drei gemeinsamen Trainingseinheiten schwer ins Spiel gekommen war, dominierte das Geschehen nach Belieben.
Eine Spieldauerdisziplinarstrafe kassierte Olympia-Silbermedaillengewinner Jonas Müller nach einem gefährlichen Bandencheck gegen Marco Rosa (40.). Für die Italiener, die nach 15 Coronafällen in der Vorbereitung arg dezimiert ins Turnier gingen, trafen noch Anthony Bardaro (44.) und Daniel Frank (45.).

Eishockey-WM: Deutschland mit sechs Debütanten

Schon am Samstag (11.15 Uhr/Sport1) ist die DEB-Auswahl in der Vorrundengruppe B erneut gefordert. Der zweite Gegner Norwegen ist ein anderes Kaliber als die Azzurri, die erst 2018 aufstiegen, und seit 2006 Stammgast in der höchsten Klasse. Die letzten drei WM-Duelle gegen die Skandinavier gingen verloren. "Wir müssen direkter aufs Tor spielen", forderte Söderholm, "aber ich mache mir keine Sorgen. Ich weiß, dass die Spieler bereit sind."
Im ersten WM-Spiel nach 729 Tagen - wegen der Absage des Turniers im vergangenen Jahr in der Schweiz - bot der Bundestrainer sechs WM-Debütanten und sieben Spieler auf, die 25 Jahre alt oder jünger sind.
Verzichtet hatte der Finne auf den Münchner Jungstar John Peterka, den Düsseldorfer Daniel Fischbuch und den Straubinger Andreas Eder im Sturm sowie den Wolfsburger Verteidiger Dominik Bittner, die vorerst noch nicht offiziell gemeldet wurden. Auch der Nürnberger Torwart Niklas Treutle saß auf der Tribüne.

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