Zunächst sah es nach einem normalen Zweikampf aus. Doch beim Versuch wieder aufzustehen, sackte Eishockey-Star John Tavares plötzlich in sich zusammen. Ein geistesgegenwärtiger Betreuer fing den erschlafften Körper des kanadischen Olympiasiegers gerade noch rechtzeitig auf und begriff sofort den Ernst der Lage.
Gerade einmal zehn Minuten waren im ersten Play-off-Duell zwischen den Toronto Maple Leafs und den Montréal Canadiens gespielt, als Tavares in einem handelsüblichen Zweikampf zu Boden ging. Augenblicke später erwischte ihn das Knie des heranrauschenden Gegenspielers Corey Perry mit voller Wucht am Kopf.
Der Toronto-Kapitän blieb benommen auf dem Eis liegen und konnte sich nicht mehr von alleine aufrichten. Sein Nacken wurde umgehend von den heraneilenden Rettungskräften mit einer Halskrause fixiert. Nach sechs Minuten quälender Unsicherheit hob Tavares den Daumen, als er auf einer Trage aus der Halle gebracht wurde.
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Der 30-Jährige blieb für weitere Untersuchungen über Nacht im St. Michael's Hospital in Toronto. Am Freitagmorgen (Ortszeit) durfte er das Krankenhaus verlassen, er erholt sich nun unter Aufsicht der Teamärzte zu Hause.
Cheftrainer Sheldon Keefe sagte nach dem Spiel, Tavares sei "bei Bewusstsein und kommuniziert gut". Erste Tests seien bislang "ohne Befund zurückgekommen". Perry, der sich beim Abtransport von Tavares nach dessen Zustand erkundigt hatte, sagte nach dem Spiel zu der Situation: "Ich habe versucht, über ihn zu springen und habe leider mit meinem Knie seinen Kopf erwischt."

Tavares-Ausfall "ein großer Verlust"

Die Maple Leafs, die sich als Gewinner der Nord-Division große Chancen auf die Meisterschaft in der NHL ausrechnen, verloren die Partie am Ende 1:2 gegen Montreal. Doch der Ausfall und die Sorgen um den Leader Tavares, der in bislang 56 Spielen an 50 Toren beteiligt war, wog deutlich schwerer.
"Es ist ein großer Verlust für uns", sagte Coach Keefe. Der Zusammenstoß habe ihn erschüttert und seine Spieler "verunsichert und besorgt" zurückgelassen. Gleichzeitig gab sich der 40-Jährige kämpferisch: "Gute Teams überwinden diese Art von Dingen. Das wird an uns liegen."
Das zweite Spiel gegen die Canadiens findet bereits am Samstag ebenfalls in Toronto statt. Der Sieger der Best-of-seven-Serie trifft in der nächsten Runde entweder auf die Edmonton Oilers um den deutschen Topspieler Leon Draisaitl oder die Winnipeg Jets.
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(SID)

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