Mit starken Nerven zum Déjà-vu in Riga: Unter enormem Druck haben sich die deutschen Eishockey-Nationalspieler wieder im Showdown gegen Lettland durchgesetzt und doch noch das WM-Viertelfinale erreicht.
Nach drei Niederlagen in Folge bezwang das Team von Bundestrainer Toni Söderholm die Gastgeber mit 2:1 (2:0, 0:1, 0:0) und darf weiter von der ersten WM-Medaille seit 68 Jahren träumen.
In der ersten K.o.-Runde trifft die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) am Donnerstag auf die Schweiz. Der Gegner weckt ebenfalls schöne Erinnerungen: Vor elf Jahren war gegen die Eidgenossen bei der Heim-WM erstmals seit 1953 der Sprung unter die besten Vier gelungen.
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In der Arena Riga peitschten zwar knapp 1000 Fans Lettland nach vorne, weil wegen sinkender Coronazahlen erstmals Zuschauer zugelassen waren. Doch vergeblich: Der starke Münchner Jungstar John Peterka (4.) und der Berliner Marcel Noebels (7.), der später verletzt ausschied, sicherten 1731 Tage nach dem entscheidenden Sieg in der Olympia-Qualifikation erneut einen wegweisenden Erfolg gegen die Letten, für die Rodrigo Abols (26.) traf.

Finnland leistete vor dem Spiel Schützenhilfe

An selber Stelle hatte die deutsche Mannschaft am 4. September 2016 das Ticket für Pyeongchang gelöst: Damals hatte Tom Kühnhackl, der diesmal als nimmermüder Kämpfer voranging, den 3:2-Siegtreffer erzielt und damit die Silber-Sensation anderthalb Jahre später erst möglich gemacht.
Ein Endspiel um das WM-Viertelfinale war der Vorrundenabschluss gegen Lettland auch 2017 in Köln, als Frederik Tiffels den entscheidenden Penalty zum 4:3 verwandelte. Am Dienstag saß der künftige Münchner auf der Tribüne und drückte die Daumen.
Sechs Stunden vor dem ersten Bully hatte Titelverteidiger Finnland Schützenhilfe geleistet. Nach dem 3:2 gegen Kanada war klar, dass bereits ein Punkt zum Weiterkommen reichen würde. "Es wird ein harter Kampf vor beiden Toren", hatte Söderholm prophezeit: "Der Wille spielt eine große Rolle, aber wir müssen auch organisiert sein." Zwischen den Pfosten stand wieder der Berliner Meistergoalie Mathias Niederberger, der gegen die Amerikaner eine Pause erhalten hatte.

Peterka bringt die lettischen Fans früh zum Schweigen

Schon nach gut drei Minuten brachte der sehr auffällige Peterka die lautstarken Fans zum Schweigen. Mit einem Handgelenkschuss in den Winkel bescherte der 19-Jährige dem DEB-Team einen Start nach Maß. Die Berliner Reihe erhöhte nur wenig später auf 2:0. Lukas Reichel erkämpfte den Puck, Leo Pföderl passte vors Tor, Noebels vollendete mit seinem dritten Turniertor.
Danach waren Nehmerqualitäten gefragt: In vier Minuten Unterzahl warfen sich Söderholms Spieler immer wieder in die Schüsse der Letten und überstanden die kritische Phase schadlos. Ein völlig unnötiger Konter nach einem Fehler im Mitteldrittel ermöglichte den Gastgebern den Anschluss - und weckte die Zuschauer. Der Druck der Letten wuchs, Niederberger bekam immer mehr zu tun.

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(SID)

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