Deutsche zu Olympia

Carolina und Daniel Hermann haben sich bei den Weltmeisterschaften in Los Angeles das Ticket für Olympia gesichert. Rang 17 reichte dem Geschwisterpaar beim Sieg der Russen Oxana Domnina/Maxim Schabalin für die Qualifikation. Silber ging am vorletzten Tag an Tanith Belbin/Benjamin Agosto aus den USA

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Bronze sicherten sich Tessa Virtue/Scott Moir (200,40) aus Kanada. Die Titelverteidiger Isabelle Delobel und Olivier Schoenfelder aus Frankreich mussten verletzungsbedingt passen.
Mit ihrer Darbietung zur Filmmusik "Die Maske" konnten die Geschwister Hermann bei ihrer Premiere auf der großen WM-Bühne ihren guten Eindruck von der Europameisterschaft (12.) bestätigen und bekamen 147,77 Punkte und Rang 17. "Wir haben uns in dieser Saison von Wettkampf zu Wettkampf gesteigert", sagte der 22-jährige Westfale, "wir können mit unserem Debüt zufrieden sein".
Mit Glück zum Olympia-Ticket
Das sportliche Duo war nach den insgesamt zehn Saison-Wettbewerben - für Eiskunstläufer eine ungewöhnlich hohe Anzahl - nicht einmal müde. Den Olympia-Startplatz für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) sicherten die deutschen Meister auch mit etwas Fortune. "Das konnte keiner von uns erwarten, aber umso schöner, dass es geklappt hat", sagte Daniel Hermann, der in den Katakomben des Staples Center erst kurz vor Mitternacht jubeln konnte, als genau ausgerechnet war, dass Vancouver in Reichweite ist.
Zuvor hatte die Südkoreanerin Yu-Na Kim Kurs auf ihren ersten Titel genommen und dabei ihren eigenen Weltrekord im Kurzprogramm von 72,24 auf 76,12 um fast vier Punkte verbessert. "Ich war selbst überrascht, als ich die Noten sah", sagte das 18.jährige Sprungtalent. Kim gilt als Favoritin für Olympia und wird auch den Kanadiern Freude machen, da sie Eislauf-Legende Brian Orser als Coach an ihrer Seite hat. Die gleichaltrige Titelverteidigerin Mao Asada (66,06) aus Japan liegt nur an dritter Stelle hinter der Kanadierin Joannie Rochette (67,90), die vom Preisgericht äußerst wohlwollend bewertet wurde.
Verletzung schwächt Dytrt
Die fünfmalige deutsche Meisterin Dytrt aus Oberstdorf muss um den Olympia-Startplatz für Deutschland mehr kämpfen als vorher angenommen. Als Vorjahres-Zwölfte galt sie als Kandidatin für die Top Ten. Die zierliche Bayerin hatte zwar ihre Nerven in der Vier-Minuten-Kür im Griff, ging allerdings gehandicapt mit einem entzündeten Zeh aufs Eis und verpatzte den dreifachen Salchow vor 15.000 Zuschauern.
"Ich war heute sehr konzentriert, hatte aber große Schmerzen von einem Hühnerauge", sagte die blonde Läuferin, die kurz vorher noch eine schmerzstillende Spritze bekommen hatte. "Sie hat nicht so gut gewirkt. Deshalb war ich überrascht, dass mir der Flip zu Beginn so gut gelang. Und dann habe ich den Salchow verpatzt". Die 25-Jährige zeigte sich aber stärker im mentalen Bereich und holte viele Punkte für Pirouetten und Schrittfolgen. "Ich hatte dann richtig Spaß auf dem Eis", meinte die talentierte Dytrt, die seit Jahren ihr Potenzial nicht ausschöpft.
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