Eurosport
Olympia 2022: Kamila Valieva und ihr Urteil nach dem Dopingverdacht steht noch aus - CAS entscheidet am Montag
Von
Publiziert 12/02/2022 um 12:19 GMT+1 Uhr
Die Entscheidung über die Suspendierung der unter Dopingverdacht stehenden Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Kamila Valieva fällt am Montag. Das teilte die Ad-hoc-Kommission des Internationalen Sportgerichtshofs CAS am Samstag mit. Somit entscheidet sich erst einen Tag vor dem Beginn des Einzelwettbewerbs, ob die 15-jährige Russin im Kurzprogramm an den Start gehen darf.
Kamila Valievas Entscheidung vor dem CAS steht am Montag an
Fotocredit: Getty Images
Die Hängepartie im Fall des russischen Eiskunstlauf-Wunderkindes Kamila Valieva hält an. Wie die Ad-hoc-Kommission des Internationalen Sportgerichtshofs CAS am Samstag mitteilte, fällt die Entscheidung über die Suspendierung der 15 Jahre alten Team-Olympiasiegerin am Montag und damit einen Tag vor Beginn des Einzelwettbewerbs.
Die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA hatte Valievas vorläufige Sperre nach einem positiven Dopingtest vom 25. Dezember aufgehoben, das IOC und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA legten dagegen Einspruch ein. Mindestens bis zur CAS-Entscheidung darf Valieva in Peking bleiben, auch am Samstag trainierte sie ihre hochwertige Kür zu Maurice Ravels Bolero.
Am Sonntag tritt im Continental Grand Hotel der chinesischen Hauptstadt das Gremium mit Präsident Fabio Iudica (Italien) sowie den Schiedsrichtern Jeffrey Benz (USA) und Vesna Bergant (Slowenien) zusammen, um in einer Videokonferenz die Stellungnahmen der Parteien zu hören. Neben dem IOC und der WADA ist auch der Eislauf-Weltverband ISU in Berufung gegangen.
Zu klären sind viele offene Fragen. Die am meisten diskutierte: Warum kam das Ergebnis der Probe erst am 8. Februar, einen Tag nach der Teamentscheidung in Peking? Travis Tygart, oberster Dopingjäger der USA, sprach im Interview mit der französischen Nachrichtenagentur "AFP" von "katastrophalem Versagen des Systems zum Schutz der Öffentlichkeit, der Integrität der Spiele und der sauberen Athleten, die an dem Wettbewerb teilnehmen mussten".
Untersuchung gegen Valievas Umfeld
Die RUSADA teilte mit, dass Covidfälle an der Verzögerung der Auswertung schuld seien. Valieva war bei den russischen Meisterschaften in St. Petersburg positiv auf die verbotene Substanz Trimetazidin getestet worden, die Analyse übernahm das WADA-akkreditierte Labor in Stockholm. Auch IOC-Sprecher Mark Adams sagte, er habe von der Corona-These gehört, wolle aber eine Bestätigung abwarten.
Der russische Eiskunstlauf-Präsident Alexander Gorchkov forderte, "alle Umstände" aufzuklären. Er habe weiter keine Zweifel an der Aufrichtigkeit seiner Athletin. Der Kreml in Moskau stellte sich erwartungsgemäß "auf ganzer Linie" hinter Valieva. Die russischen Athletinnen und Athleten dürfen in China nur unter dem Namen ihres Nationalen Olympischen Komitees ROC antreten, ohne Flagge und Hymne - eine Folge des massiven Dopingskandals bei den Winterspielen 2014 in Sotschi.
Derweil rückt Valieva Umfeld in den Fokus. Die RUSADA kündigte eine "Untersuchung" gegen die Betreuerinnen und Betreuer des Teenagers an. Adams sagte, das IOC würde solch ein Vorgehen auch von der WADA "begrüßen".
Eiskunstlauf-Legende Katarina Witt nimmt Valieva in Schutz
In Russland geriet Valievas Trainerin Eteri Tutberidse in den Sozialen Netzwerken unter Druck. Der Hashtag "Schande über Tutberidse" wurde bei Twitter in Russland tausendfach geteilt. Tutberidse (47) ist für ihre harten Trainingsmethoden bekannt. Im russischen Fernsehen sagte sie: "Ich bin absolut sicher, dass Kamila unschuldig und sauber ist."
Bereits am Donnerstag hatte Deutschlands Eiskunstlauf-Legende Katarina Witt Valieva in Schutz und deren Team ins Visier genommen. "Als Athletin befolgt man den Rat seiner Vertrauten und in diesem Falle immer zuerst dem Trainer- und ärztlichem Team", schrieb die Olympiasiegerin von 1984 und 1988 bei Facebook: "Wenn überhaupt, gehören die verantwortlichen Erwachsenen für immer für den Sport gesperrt!"
Das könnte Dich auch interessieren: Fall Valieva erhitzt die Gemüter: IOC-Sprecher rät zur "Beruhigungspille"
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/02/12/3313808-67756433-2560-1440.jpg)
Tearful Valieva pulls to side after fall during figure skating training
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung