Dem Deutschen Sportschiedsgericht habe es an eindeutigen Beweisen gefehlt, heißt es im Schiedsspruch vom 13. August, der dem Spiegel vorliegt. "Ich habe erstmal ein Tränchen verdrückt", sagte Lehmann-Dolle nach der Entscheidung: "Ich fühlte mich sehr machtlos, einige Anfeindungen haben sehr weh getan."

Im Frühjahr 2019 war der frühere deutsche Meister und dreimalige Olympiateilnehmer vom Erfurter Arzt Mark Schmidt belastet worden. Im Zuge der Aufdeckung durch die "Operation Aderlass" wurde Schmidt in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird zur Last gelegt, dass er rund zwei Dutzend Athleten mit Eigenblut gedopt habe. Schmidt hatte nach seiner Festnahme zu Protokoll gegeben, dass Lehmann-Dolle eine Saison lang mitgemacht habe, eventuell auch im Winter vor den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi. Das Schiedsgericht empfand Schmidts Aussagen jedoch als "ungenau und sogar widersprüchlich".

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Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) hatte nach den Anschuldigungen gegen Lehmann-Dolle Anzeige vor dem Sportschiedsgericht erstattet. Laut dem Schiedsgericht habe es die NADA jedoch "nicht vermocht, den bestehenden starken Verdacht des Schiedsgerichts hinreichend zu erhöhen", heißt es im Schiedsspruch. Es gäbe keine Belege dafür, dass der 36-Jährige manipuliert habe.

"Die NADA wird die Entscheidung genau prüfen und dabei auch bewerten, ob und inwieweit sie gegen die Entscheidung Rechtsmittel vor dem Internationalen Sportschiedsgericht einlegt", teilte die Nationale Anti-Doping-Agentur in einer Stellungnahme am Dienstag mit.

Eine strafrechtliche Verfolgung der Doping-Vorwürfe gegen Lehmann-Dolle ist nicht möglich, da die Gesetzeslage zum vermeintlichen Tatzeitpunkt dies nicht zulässt. Gegen seine fristlose Kündigung beim Olympiastützpunkt in Berlin geht er derzeit vor dem Arbeitsgericht vor. Der "Aderlass"-Prozess um Schmidt und vier weitere Beschuldigte soll im September beginnen.

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