Olympia 2026 - Eisschnelllauf: Joep Wennemars verliert Medaille nach Kollision: "Er konnte nicht aufhören zu weinen"
Update 12/02/2026 um 12:09 GMT+1 Uhr
Joep Wennemars erlebte am Mittwochabend seinen persönlichen Olympia-Albtraum. Über 1000 m lag der Niederländer im Eisschnelllauf in seinem Rennen auf Medaillenkurs - dann kreuzte ihn sein Gegner Ziwen Lian aus China unerlaubterweise beim Bahnwechsel und der Traum von Edelmetall war vorbei. "Es ist etwas passiert, das ich nicht fassen kann", schimpfte Wennemars beim TV-Sender "NOS".
Kollision auf Eisoval: "Das wäre Olympischer Rekord geworden!"
Quelle: Eurosport
Der Chinese wurde zwar disqualifiziert und der 23-jährige Niederländer durfte seinen Lauf alleine wiederholen. Doch nur 20 Minuten nach dem ersten Rennen fehlte Wennemars die Spritzigkeit in den Beinen. "Das ist unfair. Das weiß jeder. Ich musste den Reskate ohne Wind und ohne Gegner absolvieren", so der Niederländer.
Nach der Kollision hatte er wütend in Richtung von Ziwen gestikuliert. Auch in den Gängen des Milano Speed Skating Stadiums konnte Wennemars kaum beruhigt werden.
Trotz des Zwischenfalls landete er am Ende auf Rang fünf. Beim Olympiasieg des US-Amerikaners Jordan Stolz fehlten nur 0,24 Sekunden auf Bronze.
Wennemars war einfach enttäuscht: "Ich war auf dem besten Weg, eine Medaille zu gewinnen." Auch Eurosport-Expertin Anni Friesinger-Postma zeigte sich fassungslos. "Er hat sicher eine halbe Sekunde verloren. Das wäre Richtung olympischer Rekord gegangen. Das ist so bitter", analysierte die dreimalige Olympiasiegerin im Live-Kommentar.
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Vater von Joep Wennemars: "Ein unglaublich dummer Fehler"
Erben Wennemars, Ex-Weltmeister und zweimaliger Bronze-Medaillengewinner von 2006, gab beim "NOS" Einblick in das Gefühlsleben seines Sohnes. "Joep ist nicht wirklich ein emotionaler Mensch, aber ich habe gerade mit seiner Mutter gesprochen und er konnte nicht aufhören zu weinen."
Sein Sohn stehe "für fairen Wettkampf. Ich glaube, er hätte sich damit leicht abfinden können, wenn er verloren hätte, weil er nicht gut genug war. Aber wenn ihm eine 100-prozentige Medaille entrissen wird, kann er damit überhaupt nicht umgehen."
Die Aktion des Chinesen sei "ein unglaublich dummer Fehler" gewesen. Laut Wennemars sei Ziwen auch zu ihm gekommen, um sich zu entschuldigen. "Aber das hilft mir überhaupt nicht weiter. Ich war auf dem Weg, Bronze zu gewinnen, vielleicht sogar Silber. Die Chance auf eine Medaille wurde mir genommen."
Für Wennemars bieten sich bei Olympia in Mailand und Cortina allerdings weitere Chancen: Über 1500 Meter und 500 Meter geht der 23-Jährige ebenfalls an den Start.
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Quelle: Eurosport
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