Auf Südkoreas Eis-Spezialisten ist bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang Verlass: Nach zwei Shorttrack-Medaillen am Samstag hielt am Sonntag Sprint-Star Lee Sang-Hwa dem Erwartungsdruck stand und bescherte den Gastgebern das bislang beste Ergebnis im Eisschnelllauf.

Die Hoffnungsträgerin musste sich am Sonntag über 500 m in 37,33 Sekunden nur Nao Kodaira geschlagen geben. Die im Weltcup in dieser Saison noch ungeschlagene Weltmeisterin triumphierte in der olympischen Rekordzeit von 36,94 Sekunden und sorgte für das erste olympische Frauen-Gold für Japan im Eisschnelllauf. Bronze ging in 37,34 Sekunden an die Tschechin Karolina Erbanova.

PyeongChang
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Lee verpasst Gold-Hattrick im Eisschnelllauf

Lee, Olympiasiegerin von 2010 und 2014, verpasste allerdings den erhofften Gold-Hattrick über die kurze Sprintdistanz. Nachdem die 28-Jährige anfangs mit den Tränen kämpfte, begab sie sich kurz darauf an der Seite Kodairas auf die verdiente Ehrenrunde.

Alle südkoreanischen Medaillen wurden zum Zeitpunkt der 500-m-Entscheidung in den Eissportarten Shorttrack, Eisschnelllauf und Skeleton erzielt. Am erfolgreichsten waren die Gastgeber im Volkssport Shorttrack (2 Gold, 0 Silber, 1 Bronze). Erst am Samstag hatten Choi Minjeong (1500 m) und Seo Yira (1000 m) für Gold und Bronze gesorgt.

Dannhauer beendet Olympia-Karriere als 16.

Die einzige deutsche Starterin Judith Dannhauer verabschiedete sich mit einem durchschnittlichen Resultat von der olympischen Bühne. Die 35-Jährige aus Erfurt belegte über 500 m in 38,54 Sekunden den geteilten 16. Platz. Nach dem Rennen meinte sie:

Das war sicher nicht der beste Lauf des Jahres, auch nicht der schlechteste. Es war der letzte olympische Lauf meiner Karriere. Es ist atemberaubend, ich bin froh, dass ich hier nochmal laufen konnte.

Dannhauers bestes olympischen Ergebnis bleibt der elfte Platz über 1000 m in Sotschi.

Im zehnten von 16 Duellen war Dannhauer der Südkoreanerin Kim Hyun Yung zugelost worden, entsprechend lautstark wurde ihr Lauf vom Publikum begleitet. Auf der Innenbahn erwischte Dannhauer einen gelungenen Start (10,45). Auf den folgenden 400 Metern brachte sie das Tempo jedoch nicht ins Ziel und wurde noch von Kim überholt.

Pechstein strebt Olympia-Medaille an

Zum erfolgreichen Wochenende der Südkoreaner trug am Sonntagabend auch die Teamverfolgung der Männer bei. In Bestzeit von 3:39,29 Minuten zog das Trio noch vor den von 5000-m-Olympiasieger Sven Kramer angeführten Niederlanden (3:40,03) ins Halbfinale ein. Die weiteren Startplätze für die Vorschlussrunde am Mittwoch (12.22 Uhr MEZ) sicherten sich Norwegen (3:40,09) und Neuseeland (3:41,18). Das Rennen fand ohne deutsche Beteiligung statt.

Bei den Frauen kämpfen am Montag (12.00 Uhr MEZ) Claudia Pechstein (Berlin), Roxanne Dufter und Gabriele Hirschbichler (beide Inzell) um den Halbfinaleinzug. Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) hofft auf Bronze. Die Entscheidung fällt wie bei den Männern am Mittwoch.

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