Im Teamsprint belegten die Brüder Nico und Denny Ihle (beide Chemnitz) gemeinsam mit Lokalmatador Joel Dufter in 1:20,59 Minuten beim Sieg der Niederlande (1:19,05/Bahnrekord) den undankbaren vierten Platz. "Wir können trotzdem zufrieden sein", sagte Nico Ihle, "es war ein super Warum-up für die folgenden Strecken."
Langstreckler Patrick Beckert (Erfurt) beendete das stark besetzte 5000-m-Rennen auf Rang sechs (6:15,76) und erreichte die angepeilte Top-10-Platzierung. Der Sieg ging an den Norweger Sverre Lunde Pedersen, der in Bahnrekord von 6:07,16 Minuten Patrick Roest (6:11,70) aus den Niederlanden und dessen Landsmann, Serienweltmeister Sven Kramer (6:12,53), auf die Plätze verwies.
Pechstein dagegen hatte wenige Stunden vor ihrem geplanten Auftaktrennen bei der Einzelstrecken-WM über 3000 m verkündet, sowohl auf die kürzere Langstrecke, als auch auf den Einsatz in der Team-Verfolgung am Freitag zu verzichten. In letzterer bekommt der WM-Gastgeber nun kein Frauenteam zustande.
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Vom deutschen Verband erhielt Pechstein dennoch Rückendeckung. Ihr Fehlen sei "sehr schlecht für uns", sagte Sportdirektor Matthias Kulik, "wir müssen aber auch Verständnis für die Entscheidung von Claudia Pechstein aufbringen, die unter normalen Umständen auf vier Strecken angetreten wäre." An den Rennen über ihre Spezialstrecke 5000 m am Samstag und im Massenstart am Sonntag will Pechstein teilnehmen.

Pechstein erhält Rückendeckung vom Verband

In Abwesenheit Pechsteins lief Roxanne Dufter (Inzell/4:09,07 Minuten) als einzige deutsche Starterin über 3000 m nur auf den 16. Rang. Ihr 14. Gold bei Einzelstrecken-Weltmeisterschaften sicherte sich die Tschechin Martina Sablikova mit Bahnrekord von 3:58,91 Minuten.
Pechsteins Rückzug ist nach eigenen Angaben eine Reaktion auf ihre juristische Niederlage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), über den sie am Dienstag in Kenntnis gesetzt worden war - nur zwei Tage vor WM-Beginn. Die erneute Gerichtsentscheidung gegen sie sei "an die Substanz" gegangen, begründete Pechstein auf Facebook ihre Entscheidung, es sei "kaum noch zu ertragen, was mir als Folge der skandalösen Unrechtssperre von 2009 alles zugemutet" werde.
"In meiner ersten Reaktion habe ich direkt an Abreise gedacht. Andererseits habe ich mich sehr auf die WM gefreut und mich auch sportlich unter widrigsten Umständen für den Saisonhöhepunkt qualifiziert. Deshalb habe mich nach Abstimmung mit meinem Mentaltrainer Matthias Große, meinem Manager Ralf Grengel und DESG-Teamleiter Helge Jasch, dazu entschieden, an den Start zu gehen", schrieb Pechstein: "Allerdings nur in den beiden Rennen, auf die im Laufe der Saison auch mein Training aufgebaut war."
Der EGMR hatte am Dienstagnachmittag Pechsteins Beschwerde wegen der angeblich fehlenden Unabhängigkeit des Internationalen Sportgerichtshof CAS in ihrem Verfahren endgültig zurückgewiesen. Der EGMR bestätigte den CAS als unabhängiges Schiedsgericht.
Pechstein geht seit Jahren juristisch gegen die zweijährige Sperre vor, die die Internationale Eislauf-Union ISU 2009 aus ihrer Sicht zu Unrecht anhand von Indizien und ohne Dopingnachweis wegen eines zu hohen Blutparameters (Retikulozyten) verhängt hatte. Die Berlinerin führte die Blutwerte stets auf eine von ihrem Vater vererbte Anomalie zurück und wurde in dieser Einschätzung von führenden Hämatologen bestätigt.
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