Im Ziel hatte der 39-Jährige nach elf Wertungsprüfungen über 251,56 Kilometer einen Vorsprung von 18,9 Sekunden auf Bouffier.
"Das ist unglaublich, wie ein Traum", jubelt Sarrazin nach der Zieldurchfahrt. "In diesem Jahr bin ich nur zwei Rallyes gefahren, die beiden, die ich am meisten mag, und habe beide gewonnen." Vor seinem Start auf Korsika hatte der Franzose bereits die nationale Rallye des Cevennes in Frankreich gewonnen. "Es war ein sehr guter Kampf mit Bryan. Das Auto war gut, also konnten wir angreifen. Hier auf Korsika zu gewinnen ist für mich wie ein Traum."
Der Toyota-Werksfahrer ist eigentlich auf der Rundstrecke zu Hause und fährt in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) und in der neuen Formel E. In den Jahren 2004 bis 2006 ging Sarrazin allerdings regelmäßig in der Rallye-Weltmeisterschaft an den Start. Später folgten sporadische Gaststarts in der ERC und der Vorgängerserie Intercontinental-Rally-Challenge. In diesem Jahr war Sarrazin für seinen Arbeitgeber Toyota zudem als Testfahrer im Versuchsträger des Yaris WRC unterwegs.
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Fehler von Bouffier sorgt für Vorentscheidung
Nachdem er mit nur 1,7 Sekunden Vorsprung auf Bouffier in den zweiten Tag gestartet war, setzte Sarrazin seinen Landsmann mit drei WP-Bestzeiten am Vormittag unter Druck. Und prompt machte Bouffier bei der zehnten WP einen Fehler. "Ich bin rausgerutscht, habe mich gedreht und habe einen Wassergraben getroffen", berichtet Bouffier. "Ich hatte Glück, habe aber einige Zeit verloren. Ich habe angegriffen, scheinbar etwas zu sehr."

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Der Franzose beschädigte dabei zwar die Felge seines Autos, fing sich aber keinen Reifenschaden ein. Allerdings war der Rückstand auf Sarrazin durch diesen Fahrfehler auf 24,4 Sekunden angewachsen. Diesen holte Bouffier auf den letzten 26,68 Kilometern nicht mehr auf, womit der Sieg von Sarrazin feststand. "Wir müssen mit dem zweiten Platz und unserem Tempo zufrieden sein. Heute habe ich einen Fehler gemacht. Es ist ein großartiges Resultat", sagt Bouffier.
Auf Position drei fuhr Kevin Abbring (Peugeot 208 T16 R5), der allerdings nie in den Kampf an der Spitze eingreifen konnte. "Ich bin zufrieden mit dem dritten Gesamtrang und bin erster R5. Das war eine großartige Erfahrung für uns, wir haben eine Menge gelernt", sagt der Niederländer. "Es war sicherlich nicht die leichteste (Rallye; Anm. d. Red.), aber ich freue mich für das Team. Wir haben während der Rallye Fortschritte gemacht." Vierter wurde Eric Camilli (Peugeot 207 S2000).
Starke Vorstellung von Dumas im Porsche
Für Aufsehen sorgte auf Korsika neben Sarrazin mit Romain Dumas noch ein weiterer WEC-Pilot. Der Porsche-Werksfahrer ging auf der französischen Mittelmeerinsel mit einem nach dem RGT-Reglement in Eigenregie aufgebauten Porsche 911 an den Start und war durchaus konkurrenzfähig, obwohl die teilweise feuchten Straßen dem Hecktriebler nicht in die Karten spielten. Dennoch beendete Dumas die Rallye auf einem starken fünften Platz. "Das war etwas ganz Besonderes. Das Auto war gut und hat seine Stärken gezeigt. Wir waren schnell unterwegs", sagt er.
Der schon vor der Rallye Korsika als neuer Europameister feststehende Skoda-Werksfahrer Esapekka Lappi trat nach seinem Unfall vom Freitagnachmittag am Samstag nicht mehr an. Die Schäden am Fabia S2000 konnten vor Ort nicht repariert werden. Sein deutscher Teamkollege Sepp Wiegand konnte nach einem Fahrzeugbrand bei einem Test im Vorfeld gar nicht zur Rallye Korsika antreten. Andere Mitfavoriten wie Kajetan Kajetanowicz, Julien Maurin (beide Ford Fiesta R5) oder Craig Breen (Peugeot 208 T16 R5) wurden im Laufe der beiden Tage durch technische Probleme zurückgeworfen beziehungsweise mussten aufgeben.
Die ERC geht nun in einer kurze Winterpause. Die Saison 2015 beginnt in weniger als zwei Monaten mit der Jännerrallye (4. bis 6. Januar) in Österreich.
Endstand der Rallye Korsika (Top 10):
01. Stephane Sarrazin (Ford Fiesta RRC) - 2:36:48.4 Stunden
02. Bryan Bouffier (Ford Fiesta RRC) +18,9 Sekunden
03. Kevin Abbring (Peugeot 208 T16 R5) +1:38,2 Minuten
04. Eric Camilli (Peugeot 207 S2000) + 2:24,1
05. Romain Dumas (Porsche 997 GT3) +5:41,9
06. Bruno Magalhaes (Peugeot 208 T16 R5) +6:29,9
07. Jean-Mathieu Leandri (Ford Fiesta R5) +7:33,5
08. Jaromir Tarabus (Skoda Fabia S2000) +7:51,3
09. Pierre-Antonie Guglielmi (Renault Clio RS) +10:19,0
10. Laurent Reuche (Renault Clio RS) +13:21,0
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