Lukjanuk erzielte auf den beiden Prüfungen über 11,35 und 21,49 Kilometern souverän zwei Bestzeiten und führt mit beinahe einer halben Minute Vorsprung. Ganz ohne Schreckmoment ging es aber nicht über die Bühne, wie er schildert: "Es war eine Vollgaskurve über eine Kuppe. Ich dachte, es wäre okay, aber dann war das Auto plötzlich in der Luft. Ich hatte keine Ahnung, wo wir hingeflogen sind, bis wir landeten. Dann sah ich einen Stapel Steine direkt vor unserem Auto. Wir haben großes Glück gehabt, dass wir nur mit kleineren Schäden am Auto davongekommen sind."
Zunächst sortierte sich auf dem ersten, Asphalt-lastigen Test Marijan Griebel (Skoda Fabia R5) sensationell auf Rang zwei ein. Der deutsche Junioren-Europameister fährt erstmalig auf einem Allrad-Boliden und hinterlässt einen bärenstarken Eindruck. Nicht weniger eindrucksvoll ist die Leistung von Nikolaj Grjasin: Der Lette, der schon auf der Qualifikationsprüfung beeindruckt hatte, zog auf der zweiten Prüfung, die mehr Schotter beinhaltete, an Griebel vorbei und übernachtet mit 1,8 Sekunden Vorsprung auf der zweiten Position. Die beiden Nachwuchs-Stars könnten die Story dieser Rallye Zypern mit ihrem Kampf um Platz zwei bestimmen.
Griebel könnte sogar Zweiter sein, wenn da nicht ein Fehler gewesen wäre: "Ich bin Mitte der zweiten Prüfung an einer engen Linksabbiege geradeaus gefahren. Dann musste ich etwa 40 Meter geradeaus fahren, bis ich wenden konnte. dabei habe ich auch noch den Motor abgewürgt. Ich habe zehn bis zwölf Sekunden verloren, aber ich fühle mich wirklich wohl im Fahrzeug." Lukjanuk zollt Respekt: "Diese Jungs fahren wirklich keine schlechten Zeiten."
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Lokalmatadoren bestimmen ERC2

Die Lokalmatadoren in ihren schwerfälligen Mitsubishis haben da das Nachsehen: Christos Demosthenous liegt im Lancer Evo IX auf der vierten Position im Gesamtklassement und führt damit die ERC2-Wertung an. Auf Asphalt hielt der Zypriot noch mit Griebel mit und markierte die drittschnellste Zeit, auf Schotter war er gegen die wendigen R5-Boliden aber chancenlos. Sein Landsmann Simos Galatariotis übernachtet im Nachfolgemodell Evo X auf der fünften Position und hat nur 1,9 Sekunden Rückstand - hier steht ein heißes Duell um den Klassensieg ins Haus.
Die Negativüberraschung des ersten Tages ist Ralfs Sirmacis (Skoda Fabia R5): Der Sieger der letzten Rallye in seiner Heimat Lettland hatte seine Schwierigkeiten mit den Nachtprüfungen und hat bereits über eine Minute Rückstand auf Lukjanuk. "Sehr schlecht für uns", kommentiert er.
Ich fahre bei Nacht vorsichtig, weil ich in diesen Prüfungen einfach keinen Rhythmus finden kann. Morgen können wir bei Tageslicht fahren. Es wird schwer, die verlorene Zeit wieder aufzuholen, aber wir werden geben, was wir können.
Am Samstag stehen acht weitere Prüfungen auf dem Programm, die den Löwenanteil der Rallye ausmachen.
Gesamtstand nach WP2/14 (Top 5):
1. Aleksei Lukjanuk (Ford) - 19:30.4 Minuten
2. Nikolaj Grjasin (Skoda) +28,3 Sekunden
3. Marijan Griebel (Skoda) +30,1
4. Christos Demosthenous (Mitsubishi) +53,4
5. Simos Galatariotis (Mitsubishi) +55,3
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