Von der Ersatzbank unter die Top 3 des ersten Qualifyings: Diese beeindruckende Leistung ist Jutta Kleinschmidt am Samstag beim ersten Qualifying des Ozean-X-Prix der Extreme E am Lac Rose nahe der senegalesischen Hauptstadt Dakar gelungen.
Die offizielle Ersatzfahrerin der Serie war bei Abt-Cupra spontan für die erkrankte Claudia Hürtgen eingesprungen.
Trotz fehlender Vorbereitung zeigt sie, dass sie im Alter von 58 Jahren ein Rennauto auf sandigem Untergrund immer noch am Limit bewegen kann.
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"Ich habe gestern Nachmittag den Anruf erhalten. Claudia war nach dem freien Training an einem schweren Magen-Darm-Virus erkrankt und ich wurde als Meisterschaftsfahrerin der Serie gebeten, einzuspringen", sagt Kleinschmidt.

Im Vorfeld nur eine langsame Runde

"Ich habe nur eine langsame Runde auf dieser Strecke hier in den Sanddünen gedreht, deshalb wusste ich nicht, was mich erwartet, aber ich hatte wenig Zeit, darüber nachzudenken", so Kleinschmidt. Hilfe suchte sie sich bei ihrem männlichen Pendant als Ersatzfahrer Timo Scheider, der für das Layout des Kurses im Senegal verantwortlich zeichnete.

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"Ich habe mit Timo darüber gesprochen und versucht, mir die Strecke vorzustellen und einen Plan zu machen, aber eigentlich musste ich einfach losfahren und hoffen, schnell zu sein", sagt sie. Das gelang der Deutschen, die ihr letztes professionelles Autorennen im Jahr 2012 bestritten hatte.
Mit Vorsprung übernahm sie das Auto von ihrem Teamkollegen Mattias Ekström und verteidige diesen bis ins Ziel. Am Ende war die Zeit der Abt-Mannschaft die drittschnellste der neun Teams. "Ich war sehr nervös", gibt Kleinschmidt zu. "Ich wollte niemanden im Stich lassen, aber es war schwierig. Ich war froh, als ich auf der Piste war."

Ekström: "Jutta ist Feuer und Flamme"

Auch Teamkollege Ekström zeigte sich von der Leistung seiner neuen Partnerin beeindruckt: "Ich bin glücklich und total begeistert von Juttas Leistung", sagt der zweimalige DTM-Champion. "Ihre Entschlossenheit zu sehen, ist einfach unglaublich - sie ist Feuer und Flamme."
Der spontane Einsatz in der Extreme E kommt für Kleinschmidt an einem Ort, den sie mit ganz besonderen Erinnerungen verbindet. Am Lac Rose befand sich 2001, als Kleinschmidt als erste und bis heute einzige Frau den Gesamtsieg bei der Rallye Dakar einfuhr, das Ziel der Marathonrallye.
"An diesem Ort dreht sich alles um dieses Ereignis", bestätigt sie. "Obwohl die Dakar jetzt in anderen Teilen der Welt stattfindet, ist sie nach diesem Ort benannt und überall gibt es Zeichen der Vergangenheit. Man darf nicht vergessen, dass es vor 20 Jahren unglaublich gewesen sein muss, eine Frau auf der obersten Stufe des Podiums zu sehen. Und sie haben mich nicht vergessen!"
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