Motorsport-Total.com
Oliver Oakes ist neuer Teamchef von Alpine in der Formel 1: Wer ist der neue führende Mann, der es besser machen soll?
Von
Publiziert 01/08/2024 um 11:38 GMT+2 Uhr
Er war Kartweltmeister, Red-Bull-Junior und ist jetzt auf den Spuren von Christian Horner? Oliver Oakes ist der neue Teamchef von Alpine - einer mit reichlich Erfahrung in der Motorsportwelt. Und einer, der die Dinge bei Alpine besser machen soll in Zukunft. Zusammen mit Flavio Briatore, der das Team berät. Wer ist der Mann, dem das gelingen soll?
Oliver Oakes übernimmt bei Alpine
Fotocredit: Getty Images
Oliver Oakes ist neuer Teamchef von Alpine, womit die Drehtür in der Führungsetage des in Enstone und Viry ansässigen Rennstalls wieder einmal geschlossen wird.
Oakes ist nach Otmar Szafnauer und Bruno Famin der dritte Mann, der diesen Posten seit Beginn der letzten Saison bekleidet. Letzterer trat nach weniger als einem Jahr von seinem Amt zurück.
Die Position des Teamchefs ist nicht die einzige, auf der sich in den vergangenen Jahren einiges getan hat. Die Führungsspitze bei Alpine wechselt ständig. Seit einigen Monaten ist auch der frühere Teamchef Flavio Briatore in einer beratenden Funktion tätig.
Mit Oakes am Ruder und den Mercedes-Motoren, die in den kommenden Jahren die hauseigenen Renault-Motoren ablösen sollen, stellt sich die Frage: Wer der Mann ist, der die Dinge zum Besseren wenden soll?
Oakes: Einst Nachwachsfahrer bei Red Bull
Oakes war von klein auf vom Rennsport umgeben, sein Vater war eng mit dem Sport verbunden. Billy Oakes war der Gründer und Eigentümer des ehemaligen Formel Renault- und britischen F3-Rennstalls Eurotek Motorsport.
Im Alter von zwölf Jahren war Oakes zweifacher British-Open-Kart-Champion und mit 17 Jahren wurde er Kart-Weltmeister. Dabei hatte er sich gegen Valtteri Bottas, Jules Bianchi und Edoardo Mortara durchgesetzt.
Das führte wiederum dazu, dass er in das illustre Nachwuchsfahrerprogramm von Red Bull aufgenommen wurde.
Zu dieser Zeit wäre Oakes bei Red Bull an der Seite des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters Sebastian Vettel und der WEC-Champions Brendon Hartley und Sebastien Buemi gefahren.
Oakes' Rennkarriere blüht nie richtig auf
Stattdessen folgte ein Wechsel in die Formel BMW, wo Oakes in seinem ersten Rennen die Poleposition und den Sieg holte. Am Ende der Saison wurde er mit seinem sechsten Platz für den damaligen McLaren Autosport BRDC Award nominiert, den heutigen Aston Martin Autosport BRDC Award.
Obwohl er in die britische Formel 3 und GP3 wechselte, blühte seine Rennkarriere nie so richtig auf. Er zog sich aus dem Rennfahrergeschäft zurück, startete statdessen eine Karriere als Manager - und war ungleich erfolgreicher.
Oakes' Amtszeit am Steuer von Hitech ist vielleicht der bekannteste Teil seiner Management-Karriere, aber er war schon viel früher für einige der besten jungen Talente im Motorsport verantwortlich.
Das Team Oakes Racing wurde 2011 gegründet, um im Kartsport Fuß zu fassen. Callum Illot und Marcus Armstrong sind die bekanntesten Fahrer, die sich dem Team angeschlossen haben.
Oliver Oakes in der Formel 1
Für Oakes ist der Schritt in die Formel 1 mit Alpine nicht der erste Blick auf die Meisterschaft. Hitech gehörte zu den Teams, die sich um den elften Platz bewarben, als die FIA im vergangenen Jahr das Verfahren zur Interessenbekundung eröffnete.
Das Team überstand die erste Bewerbungsphase des Dachverbands nicht. Andretti war das einzige Team, dem dies gelang, wurde aber von der Formel 1 abgelehnt.
Es besteht jedoch kein Zweifel an Oakes' Fähigkeiten, eine Organisation voranzubringen. Mit Briatore im Tandem wird sich Oakes auf die Erfolge von Alpine auf der Strecke konzentrieren können.
Doch die Fahrer sind derzeit frustriert: Beim Großen Preis von Belgien forderte Pierre Gasly das Team auf, nach drei Problemen in drei vielen Rennen weniger Fehler zu machen. Der scheidende Esteban Ocon ist vom glanzlosen Start in die Saison alles andere als begeistert.
Wie viel Freiheit wird Oakes bei Alpine bekommen?
Die Ironie liegt darin, dass Oakes einst zu Christian Horners Gruppe junger Fahrer bei Red Bull gehörte, obwohl seine Karriere einen ähnlichen Verlauf genommen hat.
Ein Vater mit Junior-Rennteam, eine gescheiterte Rennkarriere, die dazu führte, die Leitung eines Teams zu übernehmen, und ein Schritt in die höchste Liga des Einsitzersports bei einer weltbekannten Marke.
Wie genau er das Team verändern wird, bleibt abzuwarten, ebenso wie die Frage, wie viel Freiheit er haben wird, um die Zügel allein in die Hand zu nehmen.
Aber wenn Oakes in der Formel 1 nur halb so erfolgreich ist wie Horner, wird Alpine sehr zufrieden sein.
Das könnte Dich auch interessieren: Russell disqualifiziert in Spa: Warum der Mercedes zu leicht war
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/07/29/4012088-81379408-2560-1440.jpg)
Zurück im Geschäft: Hamilton ist der Fahrer der Stunde
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung